Seit über 40 Jahren ist das WMS-Siegel ein bewährtes Beratungs- und Marketing-Instrument für Schuh-­Fabrikanten und -händler. Damit dies so bleibt, wurde es im Zuge einer Qualitätsoffensive einem ­umfassenden Relaunch unterzogen.

cb10_2015wms_logo_s-86Das Qualitätssiegel WMS bestätigt Endkunden, dass sie hochwertige Kinderschuhe erwerben, die ein gesundes Wachstum der Füße ermöglichen. Die Lizenz für dieses Siegel hält der Bundesverband der Schuh- und Lederwarenindustrie (HDS/L).

Voraussetzung dafür, dass ein Hersteller das Siegel erhält, ist zunächst, dass die Schuhe nach einem bestimmten System entwickelt werden. Es beruht darauf, dass Kinderfüße sich sowohl in der Länge als auch in der Breite voneinander unterscheiden. Mit dem WMS-Messgerät werden im Schuhgeschäft beide Füße des Kindes im Stehen, also unter Druck, vermessen. Dementsprechend wird dann der Schuh nicht nur in der entsprechenden Größe, sondern auch in „weit“, „mittel“ oder „schmal“ angeboten.

Die Hersteller arbeiten deswegen mit speziellen Leisten, um die Kinderschuhe in den jeweiligen Maßen herstellen zu können. Die Hersteller erklären außerdem, bei Materialien und Verarbeitung strenge Auflagen zu erfüllen und beispielsweise auch Parameter wie das Fußklima oder die Freiheit von Schadstoffen im Schuh zu
optimieren. Derzeit gibt es neun Firmen, die die WMS-Lizenz tragen und ihre Kinderschuhe mit dem entsprechenden Siegel auszeichnen dürfen.

Modernisierung eines erfolgreichen Systems

1.300 Fachhändler vertreiben in Deutschland mit dem WMS-Siegel ausgezeichnete Kinderschuhe. Bei rund zwei Dritteln davon handelt es sich um kleinere, meist inhabergeführte Geschäfte mit Vollbedienung. Sie benötigen WMS-Geräte, um die Kinderfüße zu vermessen. Dieses kostet 199 Euro zuzüglich der Mehrwertsteuer. Es sollte
idealerweise um ein Innenlängenmessgerät und ein Babyfußmessgerät ergänzt werden. Das Verkaufspersonal wird entsprechend geschult, hier fallen noch einmal 89 Euro pro Verkaufskraft an. Vorausgesetzt wird weiterhin eine aussagekräftige Auswahl an WMS-Kinderschuhen. Dies stellt eine nicht unerhebliche Herausforderung dar, denn schließlich sollen die Modelle in den gängigen Größen und ebenso in jeweils drei Breiten verfügbar sein. Der Händler entscheidet allein über die Lagerhaltung, denn nur er trägt die unternehmerische Verantwortung und das Risiko. Erfüllt er alle Ansprüche, erfolgt ein Eintrag in den Online-Händler-Finder des WMS.

Mit dem WMS-Messgerät werden beide Kinderfüße unter der natürlichen Belastung im Stehen vermessen, um die optimale Längen- und Weitenpassform zu ermitteln.
Mit dem WMS-Messgerät werden beide Kinderfüße unter der natürlichen Belastung im Stehen vermessen, um die optimale Längen- und Weitenpassform zu ermitteln.

Relaunch und Qualitätsoffensive

Der HDS/L startet zur Herbst/Winter-Saison 2015/16 eine Qualitätsoffensive, um Wert und Bedeutung des WMS-Siegels als Beratungs- und Marketinginstrument weiter zu steigern. Der erste Schritt dazu war eine genaue Analyse der Käufer. Bei potenziellen WMS-Kunden handelt es sich typischerweise um kritische Käufer, die selektiv einkaufen und sich vorher intensiv informieren. Sie sind überdurchschnittlich oft dazu bereit, für höherwertige Produkte auch entsprechende Preise zu bezahlen. Wert legen sie zudem auf Umweltaspekte, Gesundheit und Transparenz bei Herkunft, Herstellung und Materialzusammensetzung, aber auch auf den modischen Appeal der gekauften Waren. Vom Händler erwarten sie eine gute Beratung zum Produkt und sie wollen dessen Preis erklärt bekommen.

cb10_2015-phrase-s-87Image-Kampagne für mehr Kunden

Diesen Ansprüchen entsprechend präsentiert sich das WMS. Gemeinsam mit dem Deutschen Institut für Marketing (DMI) wurde eine Image-Kampagne entwickelt. Dabei wird der Fokus darauf gelegt, dass mit dem Siegel ausgezeichnete Schuhe ideal für gesunde Kinderfüße sind und den Eltern das Gefühl geben, etwas für die aktive Gesundheits­vorsorge getan zu haben. Die Marken-Tonalität bezeichnet das DMI als „ehrlich, anspruchsvoll, nachhaltig, fundiert, geprüft, natürlich, selbstbewusst und intelligent“. Gegenüber den Endkunden wird dies kommuniziert durch gezielte Öffentlichkeitsarbeit, firmenneutrale Marketing-Aktionen und direkte Aufklärungsarbeit bei Eltern, Ärzten und Erziehern. Auch ein neues, modernes Logo erzeugt zusätzliche Aufmerksamkeit.

Um diese Werte zu unterfüttern, setzt der HDS/L auf Forschung, Marktanalysen sowie Weiterentwicklung und steigert entsprechend die Qualitätsansprüche an die Lizenzpartner. So wird die Einhaltung der Auflagen kontinuierlich kontrolliert, um sicherzustellen, dass dauerhaft der hohe Standard eingehalten wird. (ch)

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Cover der Ausgabe, aus dem der Beitrag stammt. Der eben gelesene Beitrag
Mehr als Maßarbeit
erschien in der gedruckten Ausgabe 10 / 2015 von Childhood Business vom 01.10.2015 auf Seite 86

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