Das Schweizer Unternehmen Stadler Form hat sich auf design­orientierte Geräte zur Optimierung der Raumluft spezialisiert. ­Geschäftsführer Martin Stadler erklärt, welche Rolle diese ­auch im Babyfachhandel spielen.

Childhood Business: Im Frühjahr beginnt die Zeit der Allergien. Inwiefern können Luftbefeuchter und Luftreiniger für Linderung  sorgen?

Weil Geschäftsführer Martin Stadler keinen Luftbefeuchter fand, der seinen ästhetischen Ansprüchen genügte, baute er kurzerhand selber einen. Mittlerweile beliefert Stadler Form allein in Deutschland, Österreich und der Schweiz rund 500 Geschäfte.
Weil Geschäftsführer Martin Stadler keinen Luftbefeuchter fand, der seinen ästhetischen Ansprüchen genügte, baute er kurzerhand selber einen. Mittlerweile beliefert Stadler Form allein in Deutschland, Österreich und der Schweiz rund
500 Geschäfte.

Martin Stadler: Die beiden Gerätekategorien sind von einander zu unterscheiden. Luftreiniger filtern alle Schadstoffe wie eben auch die Pollen aus der Luft. Kinder, die unter Allergien leiden, können in einem Raum mit gereinigter Luft nach einiger Zeit wieder frei atmen. Diese Wirkung haben Luftbefeuchter nicht, auch wenn sie Linderung verschaffen. In trockener Luft schweben die Pollen länger. Bei feuchter Luft hingegen fallen sie schneller zu Boden, wo sie keine Belastung mehr darstellen.

CB: Kinder, die beispielsweise viel im Heu spielen, stärken damit ihr Immunsystem. Kann eine gereinigte Raumluft auch schädlich sein?

MS: Der Raum mit der gereinigten Luft ist ja nur ein Ort, an dem sich Kinder aufhalten. Sie gehen in den Kindergarten oder in die Schule, sie spielen draußen und sind viel unterwegs. Sie kommen also ganz automatisch viel mit der Natur in Kontakt. Darum kann gar keine schädliche Wirkung auszumachen sein.

CB: Profitieren auch Kinder, die nicht unter Allergien leiden, von diesen Geräten?

MS: Im Winter, wenn geheizt wird, gibt es mit einem Luftbefeuchter definitiv eine angenehmere Luft. Die Haut trocknet weniger aus, auch die Atemwege fühlen sich nicht so trocken an. Bei Luftreinigern kommt es auch stark auf den Wohnort an. Bei guter Landluft ist die Nutzung solch eines Gerätes nicht angebracht, aber in der Stadt, wo viel Feinstaub in der Luft liegt, ist es absolut ratsam, diese feinen Partikel herauszufiltern. Und: Wir Schweizer lieben ja unser Käsefondue. Daher profitieren auch wir Erwachsenen davon, wenn dessen Geruch vom Luftreiniger nach dem Essen schnell beseitigt wird.

CB: Sollten diese Geräte also zur Erstausstattung gehören?

MS: Luftreiniger nur dort, wo die Luft belastet ist. Bei Luftbefeuchtern ist es auch abhängig von Faktoren wie der Bausubstanz oder dem Heizverhalten. Wird aber eine zu trockene Raumluft mit einer Feuchtigkeit von unter 45 bis 55 Prozent festgestellt, sollte ein solches Gerät nicht fehlen.

CB: Wie sehen Sie die Potenziale der Produkte im Babyfachhandel?

MS: Sehr groß. In Europa ist der Markt noch lange nicht ausgereizt, in anderen Ländern schon eher. In Amerika beispielsweise haben wir auf den Babyfachmessen wie der ABC Kids Expo in Las Vegas ein extrem positives Feedback bekommen. Wir sind dort auch in den großen Ketten wie Buy Buy Baby oder Babies“R“Us gelistet. Aber auch in der DACH-Region wird Luftqualität spürbar zum Thema. Die Kunden sind immer aufgeklärter und wissen um den Nutzen.

CB: Gibt es saisonale Spitzen im Verkauf?

MS: Die Luftreiniger verkaufen wir ganzjährig, die Spitzen liegen allerdings in der Allergiezeit von März bis Juli. Luftbefeuchter gehen eindeutig im Winter am besten.

CB: Über welche weiteren Kanäle werden die Geräte vertrieben?

MS: Hauptsächlich über den Elektronikfachhandel, auch über die größeren Ketten. In Apotheken und Drogerien werden sie ebenfalls verkauft. Unsere Produkte, bei denen auch die Gestaltung im Vordergrund steht, verkaufen wir auch in designorientierten Geschäften und in anspruchsvollen Warenhäusern.

CB: Wie wichtig ist das Design bei solchen sonst eher auf Funktionalität ausgelegten Geräten?

MS: Das Design folgt bei uns der Funktion. Wir wollen Geräte anbieten, die sich gut in die Wohnung integrieren lassen. Das wird meiner Ansicht immer wichtiger. Haushaltsgeräte werden vermehrt als Einrichtungsgegenstände wahr­genommen. Aber wir legen auch viel Wert auf gute Technik. Wir haben viel investiert, um diese zu verbessern und beispielsweise die Stromeffizienz zu optimieren.


Cover der Ausgabe, aus dem der Beitrag stammt. Der eben gelesene Beitrag
„Luftqualität wird spürbar zum Thema.“
erschien in der gedruckten Ausgabe 04 / 2016 von Childhood Business vom 17.03.2016 auf Seite 73

Hier geht es zu ausgewählten Beiträgen aus der Ausgabe. Nicht alle Inhalte sind Online zu lesen. Die komplette Ausgabe können Sie im Shop hier bestellen.