Das Unternehmen Gollnest & Kiesel produziert liebenswerte Holzspielwaren, von denen jedes einzelne das Zeug zum Lieblingsspielzeug hat. Doch dahinter steht nicht nur viel Herzblut, sondern auch ein starkes wirtschaftliches Unternehmen.

Die Welt wird spielbar:
Mit den liebevoll gestaltenen Figuren der Marke Goki kommt der Bauernhof ins Kinderzimmer.

Es klingt ziemlich einfach, wenn der in Güster, einem kleinen Ort vor den Toren Hamburgs, gelegene Hersteller von Spielzeug Goll­nest & Kiesel propagiert: „Wir wollen Dinge besser machen.“ Erreichen wollen die Geschäftsführer Gerhard Gollnest und Fritz-Rüdiger Kiesel dieses ambitionierte Ziel auf vielfältige Weise. Sie versuchen, die Welt der Kinder ganzheitlich zu betrachten, um Wünsche und Anforderungen zu erkennen und dieses Wissen in eine vielfältige Produktwelt umzusetzen. Gleichzeitig liegt ihnen der stationäre Einzelhandel am Herzen. Und damit immer noch nicht genug: Auch neue Wälder zu pflanzen und Schulen zu bauen ist Teil des Weges zu den „besser gemachten Dingen“.

Gute Geschäfte mit gutem Gefühl

Bei allem Idealismus sind Gerhard Gollnest und Fritz-Rüdiger Kiesel aber auch Geschäftsleute. Ihr Unternehmen beschäftigt heute weltweit 600 Mitarbeiter in den verschiedenen Produktionsstätten und am Firmensitz. Gollnest & Kiesel produziert im großen Stil. Die beiden Geschäftsführer wenden sich dennoch der Entwicklung jedes einzelnen Artikels sehr ausgiebig zu. Die Innovationsfreude, das positive Image und die gute Zusammenarbeit mit den Partnern sind an den Unternehmens­ergebnissen ablesbar. Die Umsatz­erwartung für das vergangene Jahr wurde erneut übertroffen. Gollnest & Kiesel konnte um rund acht Prozent zulegen und liegt damit abermals über dem Branchenschnitt. Das Unternehmen ist das größte Spielzeug­unternehmen Norddeutschlands.

Zugpferde des Erfolges sind insbesondere die Marken goki, Heimess und Holztiger. Die Spielfiguren von Holztiger haben um fast 20 Prozent zulegen können. Aber auch die neuen, erst im vergangenen Geschäftsjahr eingeführten Serien Susibelle und goki-nature sind von den Verbrauchern positiv angenommen worden.

Das Unternehmen erzielt rund 52 Prozent seines Umsatzes in Deutschland und exportiert in mehr als 70 Länder der Erde. Mit einer eigenen Niederlassung gehören Frankreich, aber auch Großbritannien, Spanien, Österreich und die skandinavischen Länder zu den umsätzstärksten Märkten. Geschäfte mit südamerikanischen Ländern entwickeln sich im Moment sehr vielversprechend.

Den Handel durch Vielfalt stärken

In Deutschland stehen in der Spielwarenbranche wenige große Hersteller einer Vielzahl kleiner oder mittlerer Produzenten gegenüber. Und auch der Handel ist im Unterschied zu vielen anderen Branchen noch recht fragmentiert, obgleich seit einigen Jahren ein erhöhter Konzentrationsprozess zu verzeichnen ist.

Die Konzentration geht zulasten der Vielfalt der Spielwaren, die bisher ein Aushängeschild der Branche war. Dieser Entwicklung will Gollnest & Kiesel auch in Zukunft durch ein weiterhin vielfältiges, eigenes Angebot entgegenwirken.

Neuzugang im Markenportfolio

Fünf Marken gehören zu Gollnest & Kiesel. Die traditionsreichste ist schon 135 Jahre alt, gehört aber erst seit sechs Jahren zur Unternehmensmutter: Anker-Steine wurden von den Gebrüdern Lilienthal 1876 erfunden. Sie brannten Bausteine aus Kreide, Quarzsand, Leinöl und Farb­pigmenten, mit denen sich Kinder als Architek­ten ausprobieren können. Die gebauten Häuser, Kirchen oder Burgen halten ohne Verkleben durch Reibung und ihr Eigengewicht. Die Steinbaukästen gelten als das erste Systemspielzeug der Welt, Milliarden von Steinen sind im Umlauf. Sie werden im thüringischen Rudolstadt hergestellt.

Heimess ist eine rund 60 Jahre alte Marke für Babyspielzeuge aus Holz. Schnullerketten und Greiflinge werden im baden-württembergischen Vaihingen an der Enz hergestellt.

Holztiger ist gut 15 Jahre alt. Es gibt mehr als 400 Spielfiguren wie Kühe, Schweine, Hunde, Drachen, Affen und auch Menschen für acht verschiedene Welten, die aus stabilem Ahornholz hergestellt werden.

Goki ist die Hausmarke des Unternehmens. Die Spielzeugmarke steht für liebevolles, funktionales Spielzeug zu einem attraktiven Preis. Auch sie ist inzwischen in aller Welt bekannt und genießt hohe Sympathiewerte.

Ganz neu im Markenportfolio ist Peggy Diggledey, entstanden durch eine Kooperation von Gollnest & Kiesel mit der Verlagsgruppe Oetinger. Peggy Diggledey ist ein kleines wildes Piratenmädchen. Die Marke ist entspechend stilistisch gekennzeichnet von Strand, Meer und maritimer Abenteuer-Stimmung. Zum Produktportfolio gehören unter anderem Holzpuzzles, Memoryspiele, Experimentier- und Bastelsets sowie Artikel für Kinderpartys.

Die ersten Resonanzen auf diese Marke sind ebenfalls vielversprechend ausgefallen. Zumal sich Peggy Diggledey in Schaufenstern als Hingucker für Groß und Klein eignet.

(ch)