Das Festiv-Unternehmen Weise war zum zweiten Mal ­insolvent und setzt nun mit drei neuen Eigentümern die Arbeit fort. Childhood Business sprach mit der neuen geschäftsführenden Gesellschafterin Ursula Lindl.

Childhood Business: Frau Lindl, Weise ist nun zum zweiten Mal insolvent. Wie kam es erneut dazu? 

Bei Weise zunächst vom Insolvenzverwalter eingesetzt, ist Ursula Lindl nun eine der drei neuen Gesellschafter und Geschäftsführerin. Nach Stationen jeweils in der Geschäftsführung bei Vedes, der Edeka AG und der Metro AG war sie zuletzt als Unternehmensberaterin tätig.
Bei Weise zunächst vom Insolvenzverwalter eingesetzt, ist Ursula Lindl nun eine der drei neuen Gesellschafter und Geschäftsführerin. Nach Stationen jeweils in der Geschäftsführung bei Vedes, der Edeka AG und der Metro AG war sie zuletzt als Unternehmensberaterin tätig.

Ursula Lindl: Diese erneute Insolvenz erfolgte nicht marktbedingt, sondern basierte auf internen Problemen. Sie war für alle eine große Überraschung, denn weder die Mitarbeiter noch die langjährigen Geschäftspartner oder Kunden sahen irgendwelche Anzeichen. Vor gut zehn Jahren wurde sie im Rahmen einer familieninternen Übergabe abgehandelt. Damals übernahm der Sohn der Gründerfamilie, Ulf Weise, das Unternehmen. Bei der Neugründung ist die Familie nicht mehr beteiligt. Die Geschäftsleitung bildet zusammen mit einem externen Partner die neue Gesellschafterstruktur.

CB: Welche Auswirkungen hat das alles auf die Marktbearbeitung? 

UL: Für die Marktbearbeitung hat die Insolvenz keinerlei Bedeutung, denn wir konnten fortlaufend zuverlässig liefern und neue Kollektionen entwickeln. Wir starten also gut vorbereitet mit den neuen Kollektionen.

CB: Wer sind die neuen Eigentümer von Weise?

UL: Das Management setzt sich zusammen aus Zoran Banozic, dem bisherigen und neuen Prokuristen, einem langjährigen Mitarbeiter des Unternehmens, sowie dem Gesellschafter Gerhard Hammer, Investor und Managing Director eines Industrieunternehmens, der in der Region der Firma Weise verwurzelt ist. Ich selbst wurde vom Insolvenzverwalter als Restrukturierungsberaterin  geholt und werde die Position der Geschäftsführung übernehmen.

CB: Welches Potenzial sehen Sie als Gesellschafterin in Weise und in dem festiven Kindermodemarkt?

UL: Der festive Bereich ist eine positiv konstante Nische. Natürlich müssen wir hier um unsere Marktposition kämpfen. Allerdings ist der Kindermarkt auch einer der dankbarsten, denn der Bedarf unserer Kunden an Konfirmantions- und Kommunionkleidern wächst jährlich nach. Wir sind im festiven Segment mit den Marken BianCorella und Weise nach wie vor Marktführer und bekannt für Qualität sowie einen guten Kundenservice. Das ist ein Potenzial, das wir ausschöpfen möchten. Diese Position erfordert eine hohe Innovationskraft, die wir in der kommenden Saison verstärkt zeigen werden.

CB: Wird Weise weiterhin auf den festiven Messen vertreten sein?

UL: Ja, wir freuen uns sehr auf die bevorstehenden Messen und werden dort wie gewohnt mit unserem Verkaufsteam vertreten sein. Wir starten im Mai mit der Festive Kids in Wallau, sind danach in Neuss, Wien, München, Hamburg und in Hannover sowie auch auf den Brautmessen wie beispielsweise der Interbride in Düsseldorf vertreten.

CB: Sie haben bereits die neuen Kollektionen entwickelt. Welche Veränderungen erwarten uns?

UL: Richtig, wir haben mit viel Arbeit und einem wirklich tollen Team eine gelungene Kollektion hervorgebracht. Einige unserer Kunden haben uns bereits das Feedback gegeben, dass es die beste überhaupt sei. Wir haben in der Vorbereitung ausführliche Marktanalysen betrieben und intensiv an neuen Schnitten und Formen gearbeitet. Außerdem haben wir unsere beiden Marken noch stärker voneinander differenziert.

CB: Sie sagten, Weise sei bekannt für seinen herausragenden Service. Was verstehen Sie darunter? 

UL: Weise arbeitet sehr eng mit seinen Handelspartnern zusammen. Unser Innendienst kennt jeden unserer Kunden beim Namen und wir haben eine freundliche, aufmerksame Reklamationsabteilung, die sich aller Probleme wie Reparaturen annimmt. Auch unsere Messeteilnahmen sehe ich als einen Teil unserer Serviceleistung. Das ist heute kein Standard mehr.

CB: Wie charakterisiert sich die Festiv-Mode?

UL: Wir konzentrieren uns in erster Linie auf Kommunion, Konfirmation und im kleinen Rahmen zudem auch auf die Jugendweihe für Mädchen und Jungen in den Märkten der DACH-Region. Für uns gilt es hier, die regionalen Unterschiede zu berücksichtigen. Im Norden funktionieren schlichte Outfits, während der Süden es opulenter wünscht.