Eine schier unendliche Auswahl an Spielwaren der verschiedensten Art wurde auf der Nürnberger Spielwarenmesse präsentiert. Um aus der Masse herauszustechen, haben einige Hersteller tief in die technische Trickkiste gegriffen.

Science-Fiction im Mittelalter: In der Spielwelt der „Nexo Knights“ von Lego treffen Ritter auf Computer.
Science-Fiction im Mittelalter: In der Spielwelt der „Nexo Knights“ von Lego treffen Ritter auf Computer.

Dass am riesigen Stand von Lego ein gewaltiger Andrang herrscht, hat fast schon Tradition auf der Spielwarenmesse. In diesem Jahr, vom 27.1. bis zum 1.2., gab es hier jedoch ganz besonders viel zu sehen. Schon auf dem Gang vor dem eigentlichen Stand konnten die Besucher die vielleicht größte Neuheit des dänischen Bausteingiganten erleben: Vor einem großen Bildschirm konnte man selbst in eine virtuelle Legowelt eintauchen. In der neuen Produktlinie „Nexo Knights“ verknüpft Lego das phyische und das digitale Spielerlebnis. Mit scanbaren Schildern der Figuren können in einer begleitenden App besondere Kräfte freigeschaltet werden, die dort den Fortschritt erleichtern. Die Schilder sind nicht nur in den verschiedenen Bausets enthalten, sondern können etwa auch in Zeitungen, einer begleitenden TV-Serie oder im Spielwarenhandel gefunden und eingescannt werden, sodass die Kinder auf vielen Kanälen an die Marke und die Spielwelt gebunden werden. Auch stilistisch spiegelt sich übrigens bei den Nexo Knights die Verknüpfung von „alter“ und „neuer“ Welt wider: Klassische Ritterelemente wie Burgen, Rüstungen, Schwerter und Schilde treffen in der Spielwelt auf Computer, Laser und sogar einen nur als Hologramm existierenden Zauberer namens „Merlok 2.0“.

Auch Brio hat das für die Marke typische Spielerlebnis in die digitale Welt transferiert: In einer App können die Kinder eigene Eisenbahnwelten mit den bekannten Schienen, Zügen und Charakteren aufbauen und dabei kurze, simple Missionen erfüllen. Wie bei den analogen Produkten sind auch die Bauteile in der App einfach funktional. Ein richtig platzierter Kran hebt beispielsweise die Baumstämme aus einem Sägewerk auf die Züge. Zusammenhänge und Kausalitäten werden so schnell begreiflich gemacht. Die digitale soll die echte Eisenbahnwelt allerdings nicht ersetzen, sondern eine zusätzliche gestalterische Freiheit eröffnen. Sie kann allerdings Begehrlichkeiten wecken: Das, was im virtuellen Raum gut ans Streckennetz passt, ist schließlich auch für das Kinderzimmer inte­ressant. Die App bietet eine sichere digitale Umgebung: Es gibt keine Möglichkeit, auf externe Links oder Webseiten zu gelangen oder innerhalb der App weitere Einkäufe zu tätigen.

Kindgerechte Technik

Smartwatch für Einsteiger: Die „kluge Uhr Kurio“ von KD bietet mit vorinstallierten Apps und Spielen viele Möglichkeiten zur Beschäftigung.
Smartwatch für Einsteiger:
Die „kluge Uhr Kurio“ von KD bietet mit vorinstallierten Apps und Spielen viele Möglichkeiten zur Beschäftigung.

Nicht nur Apps, sondern auch Hardware für Kinder hat KD vorgestellt. Neben den bereits bekannten Tablets für Kinder, die einerseits stabil gebaut, andererseits mit umfangreichen Kindersicherungen und speziellen Optionen für die Eltern versehen sind, präsentierte das Unternehmen in Nürnberg auch die „Kurio Smartwatch“. Diverse vorinstallierte Apps, Spiele, eine kleine Kamera für Selfies und Videos oder verschiedene Spiele sorgen für gute Unterhaltung. In einer Notfall-App können zudem Informationen zu Allergien und Blutgruppe sowie wichtige Kontaktdaten hinterlegt werden. Die Kommunikationsanwendungen funktionieren via Bluetooth, sodass die Kinder mit der Smartwatch nicht unkontrolliert ins Internet gehen können.

Gut versteckte Hightech: Die „Tonies“ ermöglichen es, ganz intuitiv die Lieblingshörspiele abzuspielen.
Gut versteckte Hightech:
Die „Tonies“ ermöglichen es, ganz intuitiv die Lieblingshörspiele abzuspielen.

Eine andere Verwendung von moderner Technik kommt bei der sogenannten „Toniebox“, entwickelt vom Düsseldorfer Start-up Boxine, zum Einsatz: Es handelt sich hierbei um einen bunten, weich gepolsterten und stoßfesten Würfel, der Musik oder Hörspiele abspielen kann, die aus dem Internet heruntergeladen werden. Der Clou: Um die Daten abzuspielen, muss nur die passende handbemalte Figur auf die Box gesetzt werden. Ein Ohrzupfer reicht und los geht’s.