Pflicht und Kür

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Mit jedem Kunden, den ein Babyausstattungsgeschäft an sich binden kann, sichert sich der Händler einen bis zu vierstelligen Umsatz.

Kleines Kind, große Kosten: Die vielen Ausgaben summieren sich schnell zusammen, wie unser beispielhafter Kassenbon verrät.

Kleines Kind, große Kosten: Die vielen Ausgaben summieren sich schnell zusammen, wie unser beispielhafter Kassenbon verrät.

Im Durchschnitt geben Eltern für die Erstausstattung des ersten Kindes einen Betrag von rund 3.000 Euro aus, Tendenz steigend. Im Jahr 2013 waren das nach Angaben des Instituts für Handelsforschung  (IFH) durchschnittlich 2.976 Euro, was einem Zuwachs von 4,3 Prozent gegenüber dem Vorjahr entsprach. In den ersten drei Jahren nach der Geburt sind noch weitere Anschaffungen für den Nachwuchs zu erwarten. Im Jahr 2014 wurden nach Angaben des Statistischen Bundesamtes durchschnittlich 1.058 Euro für Baby- und Kinderausstattung ausgegeben. Hierbei werden „unsichtbare“ Ausgaben wie steigende Strom- und Wasserkosten, Verdienstausfälle oder Kosten für eine Betreuung nicht berücksichtigt. Dabei stellen diese Werte natürlich rein statistische Durchschnittswerte dar. Die Investitionen können von Familie zu Familie erheblich variieren. Je nach verfügbarem Einkommen, Einstellung und Vorlieben liegen die konkreten Budgets teilweise deutlich unter oder über den Mittelwerten. Auch wenn schon Kleinkinder im Haushalt vorhanden sind, entfallen gewisse Anschaffungen, die bei einem ersten Kind noch nötig sind. Eine Reihe von Anschaffungen sind allerdings unvermeidlich. Und selbst wenn vor allem preiswerte Produkte oder Secondhandartikel gekauft werden, werden die notwendigen Ausgaben in vielen Internetforen noch immer auf rund 1.000 Euro beziffert.

Zusätzliche Kauf­anreize

Ganz gleich, mit welchem Budget Kunden einkaufen gehen: Es finden sich viele eher funktionale Pflichtausgaben auf einem Einkaufszettel für die Erstausstattung. Was den Einkauf dann aber zu einem freudigen Erlebnis macht, sind die vielen vielleicht nicht zwingend notwendigen Anschaffungen. Während Windeln, Fläschchen und Badethermometer schnell im Einkaufswagen landen, sorgen hübsche Artikel wie Mobiles, besondere Heimtextilien oder Spielwaren nicht nur für eine längere Verweildauer im Geschäft, sondern auch für eine emotionale Bindung und schaffen so die Basis für weitere Besuche und auch Folgeeinkäufe.

Darum können im Beratungsgespräch ganz beiläufig auch ergänzende Artikel vorgestellt werden. Um in diesen ergänzenden Produktsegmenten immer wieder neue Anregungen zu erhalten, empfiehlt sich nicht nur die alljährliche Kind + Jugend in Köln, sondern auch ein Besuch von Messen wie beispielsweise der Frankfurter Tendence, der Hamburger Nordstil oder der Nürnberger Spielwarenmesse, auf denen jeweils eine sehr große Auswahl an potenziellen Sortimentsergänzungen vorgestellt wird.

Gerade auch kleinere Fachgeschäfte können sich durch ein persönlich liebevoll zusammengestelltes und immer wieder wechselndes sowie Überraschungen bietendes Gesamtsortiment Vorteile gegenüber den standardisierteren Ketten oder nicht vergleichbar kuratierten Online-Shops verschaffen.

(ch)

Cover der Ausgabe, aus dem der Beitrag stammt. Pflicht und Kür
erschien in der gedruckten Ausgabe von Childhood Business:
Ausgabe 04 / 2016 vom 17.03.2016 auf Seite 66
Hier geht es zu weiteren Beiträgen aus der Ausgabe.

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