Mauryn Plog, Sales Manager bei dem Stillspezialisten Lansinoh, verrät im Interview, worauf beim Verkauf von Stillprodukten zu achten ist und welche Vorteile der Fachhandel gegenüber der Drogerie oder den Internet-Anbietern hat.

Mauryn Plog ist seit dem vergangenen Jahr bei Lansinoh als Sales Manager tätig. Als Vater eines zweijährigen Sohnes weiß er aus eigener Erfahrung, welche Fragen und Sorgen Eltern haben.
Mauryn Plog ist seit dem vergangenen Jahr bei Lansinoh als Sales Manager tätig. Als Vater eines zweijährigen Sohnes weiß er aus eigener Erfahrung, welche Fragen und Sorgen Eltern haben.

Childhood Business: Wie beratungsintensiv ist der Bereich der Stillprodukte?

Mauryn Plog: Auch wenn die meisten Produkte von Lansinoh unkompliziert in der Handhabung sind, sollten sie einer jungen Mutter vor der ersten Verwendung von einer geschulten Person erklärt werden. Der Babyfachmarkt hat hier einen wichtigen Vorteil gegenüber dem Online-Versandhandel, da er im Beratungsgespräch auf alle Fragen und Bedürfnisse persönlich eingehen kann. Unser Tipp ist ganz klar: Hören Sie gut zu. Denn so erfahren Sie als beratender Händler, was die Wünsche und Bedenken der Mütter sind, und können genau das empfehlen, was wirklich benötigt wird. Interessant wird es auch, wenn nach Unterschieden zwischen den vielfältigen Produkten auf dem Markt gefragt wird. Genau hier beginnt ein kompetentes Beratungsgespräch, denn die Qualitätsunterschiede sind unglaublich groß und das richtige Produkt kann am Ende über eine zufriedene und möglichst lange Stillzeit entscheiden.

CB: Wie gut haben sich werdende Eltern heute bereits vorab informiert?

MP: Wir stellen fest, dass sich die werdenden Eltern oft sehr detailliert zum Thema Geburt informiert haben und genau wissen, wie und wo sie ihr Kind auf die Welt bringen möchten. Ohne Frage ist eine gut geplante Geburt wichtig, aber am Ende ist es nur ein kurzer Abschnitt im Vergleich zu dem, was dann folgt. Denn zum Thema Stillen entscheiden die Mütter häufig nur, ob sie grundsätzlich stillen möchten oder nicht. Damit ist die Angelegenheit oft schon abgehakt. Wir möchten keine Ängste schüren. Dennoch gibt es Stillhürden, über die man schon im Vorfeld informiert sein sollte. Es ist empfehlenswert, schon schwangeren Kundinnen im Beratungsgespräch Hinweise und Tipps zu geben, welche Stillhilfen in ihre Kliniktasche gehören, damit einem erfolgreichen Stillbeginn nichts im Wege steht.

CB: Was sind die häufigsten Fragen, die gestellt werden?

MP: Neben den Fragen zu den besten Stillpositionen gibt es immer wieder Gesprächsbedarf: Wie oft und wie lange sollte gestillt werden und natürlich auch, wie anfängliche Stillschwierigkeiten in den Griff zu kriegen sind. Hier kann häufig mit ganz einfachen Dingen Abhilfe geschaffen werden: Beanspruchten Brustwarzen hilft unsere HPA Lanolinsalbe, die direkt auf die schmerzende Brustwarze aufgetragen wird. Beim Milcheinschuss, Milchstau oder bei Brustentzündungen können kühlende oder wärmende Kompressen Linderung verschaffen. Viele Mütter haben Angst, dass ihr Baby nach dem Abpumpen nicht mehr an die Brust zurückkehren möchte. Auch diese Befürchtung kann genommen werden, indem man den Einsatz spezieller Flaschensauger empfiehlt.

CB: Was ist außer einer guten Beratung notwendig, um im Bereich der Stillprodukte für zufriedene Kunden zu sorgen?

MP: Der Babyfachmarkt hat die Chance, sich vom Drogeriemarkt abzuheben, indem er Zusatzangebote bietet. Ein Wickelraum oder eine ruhige Stillecke sind heute Standard. Aber knüpfen Sie auch Kontakte zu Hebammen oder Stillberaterinnen, die in Ihrem Markt eine Stillsprechstunde anbieten. Sie können den jungen Müttern Stillfragen beantworten und geben Praxistipps zu Techniken oder Produkten. Oder laden Sie eine Ernährungsberaterin ein, die Rezepte und Produkte zur Beikosteinführung erklärt. Es gibt Möglichkeiten, auf die Entwicklungsphasen des Kindes abgestimmt junge Eltern immer wieder in die Fachmärkte zu locken.

CB: Gibt es besondere Innovationen oder Weiterentwicklungen, die das Stillen erleichtern?

MP: Erkenntnisse und die vorherrschende öffentliche Meinung zum Stillen entwickeln sich ständig weiter. Während noch vor wenigen Jahren empfohlen wurde, Babys nach einem strikten Vier-Stunden-Rhythmus zu füttern, gilt diese Meinung heute als überholt. Babys werden nach Bedarf gestillt, so oft und so lange, wie es Baby und Mutter wünschen. Und auch heute noch gibt es unschöne Geschichten über wunde Brustwarzen, die angeblich durch besonders langes Saugen an der mütterlichen Brust entstehen. Auch hier weiß man inzwischen, dass diese in den allermeisten Fällen durch die falsche Anlegetechnik entstehen. In unseren Schulungen klären wir unsere Handelspartner über all diese Dinge auf und informieren über neueste Erkenntnisse und Studien, damit der Fachhandel optimal beraten kann.