Cover der Ausgabe 03 2017 von Childhood Business
Cover der Ausgabe 03 2017 von Childhood Business

Der Jahresstart ist immer etwas anstrengend. Denn die Messen und Ordertage allein im Kindermodenbereich drängen sich in einem Zeitraum von rund fünf Wochen eng aufeinander. Im Sommer hingegen verteilen sich die gleichen Veranstaltungen auf gut zwei Monate. Hinzu kam in diesem Jahr, dass die ersten Pforten bereits ganz früh im Januar öffneten, und keine Woche ohne ein oder zwei weitere Termine verstrich.

In dieser Ausgabe haben wir Ihnen eine erste Auswertung der internationalen Modemessen aufbereitet. Rund 1.500 Marken zählten wir allein auf den Messen in Dänemark, Frankreich, Großbritannien, Italien und in den Niederlanden – darunter zahlreiche Klassiker, etablierte Marken und kommerzielle Anbieter. Noch zahlreicher hingegen sind die Newcomer und die Youngtimer. Vergleicht man die Entwicklung der gemeldeten Marken über die letzten fünf Jahre, ist trotz der fluktuationsbedingten Einstellung von Labels netto die Anzahl der Anbieter gestiegen.

Das Angebot wird immer größer, heterogener und fraktionierter, ohne dass im gleichen Maße die Anzahl der Händler oder Online-Shops steigt. Die lauten Erfolgsmeldungen der Messen beziehen sich daher zumeist auf die Summe der ausgestellten Marken. Zum einen, weil diese natürlich das Objekt der Begierde fachkundiger Einkäufer sind, zum anderen aber auch, weil diese Zahl die der Aussteller hinter den Marken teilweise deutlich übersteigt. Sehr still wird es hingegen, wenn die Veranstalter Auskunft über die Entwicklung und Zusammensetzung der Besucherzahlen geben sollen. Vorbildlich agieren hier die Pitti Bimbo und die Playtime Paris. Beide Veranstalter geben detaillierte Reports heraus, die vielleicht nicht direkt miteinander vergleichbar sein mögen, aber zumindest eine grobe Einschätzung und vor allem eine Betrachtung auf der Zeitachse erlauben.

Hingegen gibt es auch auf Nachfragen zum Beispiel aus Dänemark und aus den Niederlanden keine derartigen Angaben. Dabei jubilieren deren nicht mit Daten unterlegten Nachberichte Jahr für Jahr in hohen Tönen. Aussteller sollten konkrete und belastbare Daten abfordern. Immerhin geht es auch um die objektive Beurteilung der Messeinvest-ments, die für viele Labels einen großen Posten in deren Vertriebs- und Marketingbudgets beanspruchen. In einer Branche, die derart zahlengetrieben ist wie der hart kalkulierende Modebereich, müsste für Dienstleister, die Quadratmeter verkaufen und Besucher versprechen, eigentlich ein Nachweis der abgerechneten Leistungen Pflicht sein. Und hier sind nicht die Kilowattstunden des Stromzählers oder die verbrauchten Megabytes über das WLAN der Messe gemeint.

Zum Glück aber hat ja jeder Aussteller eine unmittelbare, subjektive Rückkopplung über die Kontakte, Follow-ups und Ordern, die er macht. Im Austausch mit den Kollegen ergibt sich ein ungefähres Gesamtbild. Und die gute Nachricht zum Jahresstart ist, dass sich die Stimmung im Markt gebessert hat.

Ich lade Sie ein, unser Destillat von zwölf Looks aus 150 ausgewählten internationalen Marken zu sichten. Außerdem ist der Gesamtauflage das Sonderheft zur „Kids-Selected“-Aktion der Kids Now beigefügt. Und von der Spielwarenmesse haben wir zahlreiche Anregungen für ein 40-seitiges Toys-Special mit einigen Spritzern an Care-Mixes mitgebracht.

Viel Freude mit Childhood Business!

Interesse an der Ausgabe? Einfach hier bestellen.