Für das Jahr 2016 vermeldet der Schuhhersteller Kavat einen Umsatz von 11, 5 Millionen Euro. Das Umsatzwachstum lag damit im zweistelligen Prozentbereich. Um sich noch besser aufzustellen, investiert das Unternehmen in einen neuen und mit 5.000 Quadratmetern auch größeren Produktionsstandort in Bosnien und Herzegowina.

Das Werk vom schwedischen Schuhhersteller Kavat, das in 2017 in Novi Travnik errichtet wurde.
Das Werk vom schwedischen Schuhhersteller Kavat, das in 2017 in Novi Travnik errichtet wurde.

Im Juli 2017 begann der schrittweise Umzug der aktuell 160 Mitarbeiter aus den bisherigen Räumlichkeiten in Travnik in das neue Gebäude im nur knapp zehn Kilometer entfernten Novi Travnik. Ziel ist es, die  Schuhfertigung aus eigener Hand auszubauen und auch künftig die Produktion komplett aus einer Hand verantworten zu können. Kavat setzt dabei auf lokale Zulieferer und kurze Transportwege.

Die neue Fabrik bietet Kapazitäten für die Produktion von jährlich rund 500.000 Paaren. Das entspricht einer Steigerung von über 60 Prozent im Vergleich zur aktuellen Produktionskapazität.

„Wir freuen uns über den Erfolg und sind sehr stolz auf die neue Fabrik“, sagt Geschäftsführer Magnus Ericson. „Hier können wir auch bei der steigenden Nachfrage für nachhaltig gefertigte Schuhe einen noch größeren Teil unserer Produkte am eigenen Standort produzieren. Damit bieten wir eine kontrollierte, transparente und flexible Fertigung und müssen weniger auf externe Partner zurückgreifen. Wir arbeiten mit lokalen Lieferanten aus Bosnien und Herzegowina, Kroatien und Italien zusammen und halten die Transportwege für Material und Bestandteile kurz.“

Ericson erklärt weiter: „Die neue Einrichtung ist außerdem hochmodern: Mit einem umweltfreundlichen Heizsystem, Klimaanlage und der Nutzung von erneuerbaren Energien schafft sie nicht nur ein angenehmes Arbeitsklima für unsere Mitarbeiter, sondern entspricht auch unserer Philosophie von Nachhaltigkeit.“

Der Standort Bosnien und Herzegowina ist fest verankert in der Geschichte des Unternehmens. Während der Balkankriege in den 1990er Jahren stellte Kavat viele Flüchtlinge ein, die nach Schweden gekommen waren. 2009 verlagerte das Unternehmen die Produktionsstätte nach Bosnien und Herzegowina, in eine Region, die auf eine lange Tradition des Schuhmacherhandwerks zurückblickt. Dort fand das Unternehmen  die Strukturen, die in Schweden fehlten: gut ausgebildete Handwerker, qualifizierte Vertragspartner und eine optimale Infrastruktur für die Schuhproduktion. In Travnik startete Kavat mit rund 70 Personen – unter der Führung der Mitarbeiter, die in den neunziger Jahren als junge Flüchtlinge nach Schweden gekommen waren.

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