„Für Mütter ist die Kommunikation über soziale Kanäle ein absolutes Muss“

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Als MAM, Hersteller von Schnullern und Babyflaschen, im April 2017 eine Instagram-Aktion startete, setze das Unternehmen auf Bauchgefühl. Von dem großen Erfolg ist Marketingmanagerin Marina Imbusch begeistert und verspricht für 2018 mehr.

Kick-off-Event: Zum Start der MAM-Social-Media-Aktion gestaltete die Illustratorin Sarah Neuendorf live im Berliner Monkind-Store sogenannte Milestone Cards.

Die sozialen Netzwerke erweitern die Möglichkeiten, mit Verbrauchern zu kommunizieren. Weder filtern hier Händler die Kundenresonanzen, noch steuern Medien den Zugang zur Zielgruppe. Owned Media ist eines der Schlagworte und beschreibt, dass Hersteller in eigener Regie durch ihre Website oder den Betrieb eigener Social-Media-Kanäle die Kommunikation mit an der Marke interessierten Verbrauchern steuern können.

Lange wurden diese Instrumente eher klassisch benutzt. Doch Social Media kann mehr, wenn man die User in Aktionen einbindet, zu Feedback ermuntert und die Rückmeldungen bei der weiteren Produktentwicklung einfließen lässt. Marina Imbusch, Marketingmanagerin bei MAM, berichtet von ihren Erfahrungen.

Childhood Business: Social Media ist heutzutage ein fester Bestandteil im Marketingmix vieler Unternehmen. Seit wann gibt es @mam_babyartikel auf Instagram? Und wie sieht die allgemeine Social-Media-Strategie Ihres Hauses aus?

Marina Imbusch ist die Social-Media-Expertin im Hause MAM. Bereits seit 2011 ist das Unternehmen auf Facebook aktiv und zählt hier 145.000 Fans.

Marina Imbusch: Absolut! Unsere Zielgruppe sind die jungen Mütter und für sie ist die Kommunikation über soziale Kanäle ein absolutes Muss. Deswegen ist Facebook bereits seit 2011 ein fester Bestandteil unserer Marketingstrategie. Auf unserem Instagram- Kanal haben wir unser erstes Foto am 24. April 2017 gepostet und seitdem kommunizieren wir regelmäßig über den Einsatz der Schwangerschafts-Meilensteinkarten, unsere Produkte und neue Motive auf unseren Produkten. 

CB: Mütter gelten als eine online sehr aktive Zielgruppe. Welche Chancen sehen Sie in der digitalen Kommunikation mit Ihren Kundinnen? 

MI: Das sind sie definitiv. In unserer täglichen Arbeit merken wir, dass unsere Zielgruppe vor allem auch mit uns kommunizieren möchte und keine Hemmungen zeigt, mit Unternehmen Kontakt aufzunehmen. Das begrüßen wir sehr, weil wir unsere Maßnahmen, Aktionen und vor allem unsere Produkte dadurch stets auf die Bedürfnisse der Mütter abstimmen und schnell reagieren können. Das schätzen unsere Follower an uns und macht uns „anfassbarer“.

CB: Mit #MAMmoments haben Sie im April 2017 eine Kampagne auf Instagram gestartet. Können Sie die Idee der Meilensteinkartensets erläutern? 

MI: Mit unserem Eintritt bei Instagram wollten wir etwas Besonderes machen und den Schwangeren und jungen Eltern, die uns folgen, etwas Schönes bieten, abseits unserer Produkte. Bei Instagram ist alles schnell und vieles schnell wieder vergessen. Meilensteinkarten sind bei Instagram zwar bereits sehr beliebt, aber dass die Karten diese emotionalen Momente aufzeigen, die eigentlich nur Schwangere nachvollziehen können, weil sie ein bestimmtes Gefühl beschreiben, macht sie zu etwas Einzigartigem. Und das wird geteilt!

Zudem haben wir die Kartensets zusammen mit sieben bekannten Mama-Bloggern in einem Kick-off-Event in Berlin gestaltet. Die Mama-Blogger sind bei unserer Zielgruppe bereits bekannt und dadurch haben wir von Beginn an auch von ihren Reichweiten profitieren können. #MAMmoments trifft genau den Geschmack unserer Zielgruppe und wir konnten sogar eine Begehrlichkeit wecken, was die große Nachfrage nach den Sets zeigt.

CB: Die Kartensets ließen sich nicht erwerben, sondern nur online gewinnen. Wer diese dann postete, konnte monatlich eines von drei „MAM Welcome to the World“-Sets gewinnen. Welche Posts fanden Sie am schönsten? 

MI: Da kann ich mich gar nicht entscheiden. Der Fantasie sind da keine Grenzen gesetzt und es gibt viele Schwangere und auch Paare, die sich ganz tolle Bilder haben einfallen lassen. Ein besonderer Moment ist es natürlich, wenn die erste Karte im Set benutzt wird, die „Jetzt bist du endlich kein Geheimnis mehr. Wir freuen uns so sehr auf dich“ lautet, denn damit lüften die Schwangeren ihrer Familie, ihren Freunden und ihrer Community ihr bisher gut gehütetes Geheimnis.

CB: Die Aktion lief im Dezember 2017 aus. Welche Bilanz ziehen Sie aus der Aktion und welchen Zuwachs an Followern konnten Sie auf dem MAM-Instagram-Account verzeichnen?

Erste Schritte noch vor der Geburt: Mit eigens kreierten Meilensteinkarten begleitet MAM aktive Mütter in den sozialen Netzwerken durch die Schwangerschaft. Oben: @maman_blouson, hier: @the.kaisers

MI: Wir sind unglaublich stolz darauf, wie sich der Kanal entwickelt hat, und das liegt nicht nur an der massigen Zunahme der Fanzahlen, sondern vor allem an der tollen Community, die sich auf dem Kanal entwickelt hat. Wir be­kommen sehr viel Re­sponse unserer Follower und sie kommunizieren sehr freundlich und offen miteinander.

Die Aktion kam wirklich sehr gut an, unser Hashtag #MAMmoments hat sich stark verbreitet und die Kartensets wurden stolz über verschiedene Profile in Szene gesetzt. Darüber hinaus konnten wir dadurch die Marke MAM auf Instagram in der Zielgruppe bekannt machen und auch viele Schwangere neu erreichen. Wir haben mittlerweile über 13.000 Follower und die Zahl steigt täglich weiter an.

CB: Hatten Sie Unterstützung bei der Umsetzung des Projekts?

MI: Ja, wir haben mit der Agentur Bauchgefühl aus Hamburg einen tollen Partner an der Seite, der uns von Beginn an ein wertvoller Rat- und Ideengeber gewesen ist und den Aufbau unseres Kanals hervorragend unterstützt hat.

CB: Und gibt es bereits weitere Pläne für Aktionen in 2018?

MI: Wir möchten natürlich gerne an den Erfolg aus 2017 anknüpfen und planen weitere inspirierende Aktionen zum Thema „Meilensteine“. Unsere Follower dürfen also gespannt sein, was sie 2018 erwartet.

Cover der Ausgabe, aus dem der Beitrag stammt. „Für Mütter ist die Kommunikation über soziale Kanäle ein absolutes Muss“
erschien in der gedruckten Ausgabe von Childhood Business:
Ausgabe 11-12 / 2017 vom 22.12.2017 auf Seite 74
Hier geht es zu weiteren Beiträgen aus der Ausgabe.
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