Als die Kleine Fabriek ihre Tore schloss und damit eine über viele Jahre etablierte Fachmesse für Kindermode in den Niederlanden wegbrach, stießen gleich zwei Events in die Lücke. Am gleichen Standort Amsterdam hatte das Fachion-Center WFC die Just Kidz wiederbelebt. Die gleichnamige Veranstaltung hatte im WFC stattgefunden, wurde aber Jahre zuvor aufgrund der steigenden Bedeutung der Kleinen Fabriek eingestellt. Immerhin knapp 100 Marken kamen daher Ende Januar 2018 zusammen, um anstelle der Kleinen Fabriek den Amsterdamer Messeplatz zu besetzen.

Deutlich kleiner mit nicht einmal 50 Marken hatte Rob de Vos parallel dazu Mitte Januar 2018 in Utrecht ein gänzlich neues Format gestartet, die Sunday School. Amsterdam oder Utrecht, etablierte Order-Location oder cooles Fabrikareal, 100 Auftaktmarken oder die Hälfte davon – so lassen sich die Ausgangsdaten zusammenfassen. Hinter den Kulissen aber gelten noch weitere Parameter wie Ausstellerpreise, Atmosphäre und Besucherfrequenz aufgrund von Besuchermarketing.

Und nur ein halbes Jahr später ist das Rennen zwischen den beiden Formaten bereits entschieden: Die Just Kidz ist tot und die Sunday School wächst zur zweiten Ausgabe auf nunmehr rund 140 ausgestellten Marken an. Die Lücke zu den zuletzt gut 190 Marken der Kleinen Fabriek ist also nicht mehr groß. Und wenn sich das Veranstalterteam künftig auch noch stärker um internationale Marken bemühen sollte und den bisher recht niederländischen Charakter abschüttelt, dann könnte die von der Kleinen Fabriek hinterlassene Lücke erstaunlich schnell wieder gefüllt sein.

Die Sunday School demonstriert, dass mit dem Aus der Kleinen Fabriek, der Kid Paris und der Bubble London kein generelles Messesterben eingeläutet wurde, sondern dass ich mit veränderten Konzepten Preisen und auch Standorten neue Impulse ergeben. In Paris gibt es mit der Kid Paris zwar keine Satellitenveranstaltung zur Playtime Paris mehr, aber dem Standort tut das keinen Abbruch. Im Gegenteil steigt die Anzahl der ausgestellten Marken auf ein Allzeithoch. Und auch London hat zwar die Bubble London verloren, aber zu der Dot to Dot London gesellt sich mit der The Childrenswear Show Mitte Juli 2018 gleich ein neues Ersatzformat.

Anfang Juli 2018 also reist die niederländische Kindermodeszene nach Utrecht. Die Veranstaltung öffnet nur einen Tag, am Sonntag, dafür aber ab 9.30 Uhr eine halbe Stunde früher als Anfang 2018. Zwei Fashion-Shows gehören zu den Höhepunkten des Programms. Organisiert werden sie von Roel Ruyten, der nach einer Zeit bei der Kleinen Fabriek zu den Schauen auf der Children’s Fashion Cologne stieß. Ruyten versuchte zudem, unter dem Label Showstylekids eine europaweite Website für Kindermodemessen aufzubauen, die aber bereits 2016 wieder eingestellt wurde.

Zu den Ausstellern der Sunday School zählen unter anderem Vingino, Petrol Industries, Demonstration, Return Denim sowie Converse, Franklin & Marshall, Je ne sais quoi!

Die Attraktivität des Events zeichnet sich auch dadurch aus, dass nicht nur Orderbuden ausgerichtet werden, sondern mit Food Trucks, Straßenkünstlern und DJs am ganzen Sonntag für Stimmung gesorgt wird. Anders als viele andere Fachordertage wird von den Besuchern, auch den Einkäufern, Eintritt verlangt, der bei 17,50 Euro an der Tageskasse oder 12,50 Euro im Vorverkauf liegt.