Showrooms wie von Petra Jost machen den Besuch Münchens noch lohnenswerter
Showrooms wie von Petra Jost machen den Besuch Münchens noch lohnenswerter

Die Ordertage Supreme Kids in München bieten einen der wenigen Lichtblicke in der Kindermodebranche. Als eines der regional orientierten Orderevents hat es sich inzwischen zu der attraktivsten Veranstaltung der Branche gemausert. Professionell organisiert haben sich drei Tage im Juli 2018 als stabil gezeigt, und das in einem Messeumfeld, das sich in den letzten Jahren und erneut auch in diesem Sommer als zurückgehend beschreiben lässt.

Niemand in der Branche möchte auf die Supreme Kids verzichten. Dafür funktioniert sie zu gut und konnte sich gegen alle Versuche von Drittanbietern, einen zentralen Event in Deutschland zu schaffen wie in Köln (Children’s Fashion Cologne) oder Berlin (Cookies Show, Playtime Berlin), stets behaupten. Chapeau!

Mit so viel Fahrwasser unter dem Kiel, wundert es nicht mehr so sehr, dass die Veranstalter ihre Veranstaltung in Superlativen feiern. Immerhin lockten sie in den letzten Saisons mehrfach mit über 600 Marken, deren Kollektionen zu sichten wären. Die im aktuellen Abschlussbericht genannten 450 oder auf der Website aufgeführten 400 Kollektionen stellen aber mitnichten einen starken Rückgang dar, sondern nähern sich einfach nur den im Katalog der Ordertage gelisteten rund 350 Brands an.

Auch die Besucherfrequenz wird in diesem Sommer mit „performt stark“ beschrieben. Schade ist, dass Zahlen auch auf Nachfrage nicht zu erhalten sind. Messen wie die Pitti Bimbo oder Playtime Paris liefern diese, ganz gleich, ob die Besucherzahlen zulegen oder nachlassen. Denn im Grunde sind sie nur Gradmesser und sollten für Messeveranstalter, die jeden Quadratmeter, Tisch und Stuhl, Stromanschluss oder gar Parkschein abrechnen, als Maßzahl für die eine Messeteilnahme begründende Gegenleistung „Besucher“ selbstverständlich sein. 

Denn obgleich in diesem Sommer der Zuspruch nicht im Widerspruch zu den anderen bereits ausgerichteten Messen stand, also subjektiv durchaus als schwächer wahrgenommen wurde, sind ja neben der Quantität die Qualität der Einkäufer von Bedeutung. Und mehr kommt es Ausstellern am Ende einfach auf interessante Gespräche, neue Kontakte und konkrete Ordervolumina an. Und hier kann eine Messe mit der Branchenentwicklung konform gehen, zugleich aber wie die Supreme Kids an der Spitze aller Events in Deutschland stehen.

Jeder Aussteller kann seine Wahrnehmung selbst gegen die von der Supreme Kids vermeldete „konstant starke Besucherfrequenz an allen drei Messetagen, insbesondere am Freitag“ subjektiv prüfen. Nur eines kann er nicht: die genaue Anzahl der Besucher objektiv ermitteln.

Für Aussteller wie Kirsten Bille, Managing Director von Bille Fashiontrading, die unter anderem Petrol vertritt, kommt es in jedem Fall auf die Qualität der Kunden an: „Die Supreme Kids ist für uns ein verlässlicher Partner. Zu den Einkäufern zählen große Häuser und weitere sehr gute Kunden, die nur nach München kommen.“

Und ebenso lässt sich Handelsvertreter Peter Novacek. zitieren: „Wir sind in Deutschland nur auf der Supreme Kids vertreten. Diese Messe deckt alles ab, was unsere Einkäufer benötigen. Daher haben wir Kunden aus Österreich, aber auch aus Hamburg, Sylt und Hannover.“

Im Grunde ist sich die Branche einig: Die Supreme Kids ist wichtig und unverzichtbar. Da der Standort fest etabliert ist, wundert es sogar, dass sich neue Veranstalter laufend nach Berlin orientieren – und scheitern. Das haben die im Prisco Haus zusammengekommenen Aussteller mit ihren rund gut 60 Marken im Premium- und Luxury-Segment besser gemacht. Mit dem Event Prisco Project Kids hat sich zusätzlich zu der Supreme Kids ein attraktiver Termin ergeben.

Hier stimmten die Zutaten: Top-Marken, die auch bisher in externen Showrooms ausgestellt wurden, eine attraktive Altbau-Location, die Einladung zur gemeinsamen Feier mit fetziger Modeschau und ein Get-together fürs Networking mit Gästen aus den deutschsprachigen Ländern, Italien, Frankreich, Polen, um nur einige zu nennen.

Auch wenn mit beiden Events eine gewisse Konkurrenz entsteht, sind sie für die Branche ein Segen. Sie machen den Besuch Münchens nur noch lohnenswerter und sichern den Standort im Wettbewerb der zahlreichen Termine ab.

Die nächste Ausgabe der Supreme Kids ist angekündigt für den 25. bis 27. Januar 2019.