Die Mühe lohnt sich: Für die meisten Hersteller von Baby­bekleidung ist die Kind + Jugend nicht mehr „the place to be“. Zu spät in der Saison, heißt es meist. Doch wer wie das Label Engel Natur ausstellt, trifft viele Einkäufer, die auf Ordermessen für Kids nicht zugegen sind.
Die Mühe lohnt sich: Für die meisten Hersteller von Baby­bekleidung ist die Kind + Jugend nicht mehr „the place to be“. Zu spät in der Saison, heißt es meist. Doch wer wie das Label Engel Natur ausstellt, trifft viele Einkäufer, die auf Ordermessen für Kids nicht zugegen sind.

Der Babyfachhandel ist der erste Anlaufpunkt werdender Eltern. Auch Babymode wird hier gekauft. Doch die Kind + Jugend bietet nur einen kleinen Ausschnitt der Branche. Klug ist, wer das für sich zu nutzen weiß.

Es ist eigentlich verwunderlich, dass der Bereich der Babybekleidung auf der Kind + Jugend nicht stärker vertreten ist. Immerhin dürfte nahezu jeder Babyausstatter entsprechende Produkte im Angebot haben. Und viele Eltern verwöhnen sich bereits mit den ersten Bodys, Swaddles und Schühchen, um sich in der Zeit der Schwangerschaft auf den Nachwuchs vorzubereiten. Auch handelt es sich bei Babytextilien um sehr beliebte Geschenkartikel. Hersteller berichten, dass sich speziell arrangierte Präsentboxen einer immer größeren Beliebtheit erfreuen. Hier greifen oftmals auch Freunde und Verwandte zu und die Sets umfassen Basics – gern in den traditionellen leichten Farben Rosa und Blau oder etwas unisexer in Grau. Und doch: Die an Anbietern nicht gerade arme Branche findet sich nur in Auszügen auf der Kind + Jugend ein. Viele im Facheinzelhandel für Kinderbekleidung beliebte und weit verbreitete Brands sind gar nicht vertreten.

Erstausstatter greifen meist nur auf ein engeres Anbieterumfeld zu, obgleich der Markt nicht nur zahlreiche weitere, sondern auch wirklich sehenswerte Alternativen bereithält. Fragt man die Anbieter, so führen sie zwei Gründe für ein Fernbleiben an: Zum einen findet die Messe zu spät statt und die Orderbücher sind Mitte September bereits geschlossen. Zum anderen sind die Quadratmeterpreise für die Branche zu hoch. Oft wird mit Wehmut an die Zeiten erinnert, als die Kind + Jugend noch zweimal jährlich ausgerichtet wurde und die gesamte Branche, so die kollektive Erinnerung, in Köln einen zentralen Anlaufpunkt hatte.

Auch das Label Kitz Heimat ist auf der Kind + Jugend vertreten.

Heute buhlen fast zehn regionale Termine halbjährlich um die Gunst der Händler. Doch sind viele der Einkäufer aus den Babyfachmärkten auf den Ordertagen selten zu sehen. So klafft eine Lücke, die sich Aussteller, und sei es mit einem NOS-Programm, in Köln erschließen. Zugleich schlummert ein Potenzial, das die Kind + Jugend für sich gewinnen könnte, wenn sie mit einer separaten Fläche und damit der Möglichkeit zu spezifischen Preisen aufwartete.

Auf der Kind + Jugend finden sich dieses Jahr im Bereich Baby- und Kindermoden rund 220 Aussteller zusammen. Neben nachhaltigen Manufakturen und kleineren Labels, darunter Engel Natur, Hobea oder Kitz Heimat, sind auch große Player wie Blue Seven, Playshoes, Zoggs oder die auf dem deutschen Markt beliebten Marken der skandinavischen Gruppen Utoft und By Green Cotton mit von der Partie.