Was für ein Trompe-l‘Œil: Die Apartment-Schau auf der Pitti Bimbo bot diesen Januar einen Augen­schmaus der Sonderklasse.
Was für ein Trompe-l‘Œil: Die Apartment-Schau auf der Pitti Bimbo bot diesen Januar einen Augen­schmaus der Sonderklasse.

Manchmal braucht es das Spektakel, um aufgerüttelt zu werden und die eigene Position zu überdenken. Wer daraufhin klarsieht, kann nachjustieren und mit neuer Motivation durchstarten.

Es ist immer hilfreich, seinen Blickwinkel von Zeit zu Zeit zu verändern. Messen bieten dazu eine gute Gelegenheit, um sich mit neuen Eindrücken aufzuladen und den eigenen Alltagshorizont ein wenig weiter zu öffnen. Wer dieses Jahr die Pitti Bimbo besuchte, konnte Zeuge eines ganz besonderen Ereignisses werden. 

Dass in Italien die Kindermode wirklich noch gefeiert wird, weiß jeder, der sich schon einmal nach Florenz begeben hat. Für die Messe hübschen sich die Hersteller gehörig auf und Messestände dienen weithin sichtbar dazu, die DNA einer Marke zu präsentieren. Hier wird willkommen geheißen und geherzt. Und mitten im Geschehen geben sich die Patrons oder Designerinnen selbst die Ehre, ihren wichtigsten Verbündeten bei allen Saison für Saison nötigen Anstrengungen um die Gunst der Käufer, ihren Respekt zu zollen. Die Rede ist von den Facheinzelhändlern.

In diesem seit 44 Jahren gepflegten und durch immer neue Anstrengungen seitens der Messeleitung jedes Halbjahr aufs Neue genährten Messetreiben gedeihen seit jeher auch die Laufstegschauen, die den Kleinen und Kleidern eine gebührliche Bühne bieten. Dabei handelt es sich nicht etwa um halb gare Defilees, sondern um ausgemacht professionelle Unternehmungen, um der Mode für Knirpse und Knappen eben jene Möglichkeit der Präsentation zu verschaffen, die die Designerinnen und Designer verdienen.

Und manchmal schafft es eine solche Schau, wie in diesem Jahr jene für die Aussteller der Apartment-Sektion der Pitti Bimbo, dass sie mehr als nur ein stimmungsvoller Programmpunkt ist. Das hier inszenierte Modehaus Europa hob die Begeisterung für die Branche in eine wahrlich neue Dimension. Und wer über ein feines Sensorium verfügt, verspürte eine starke Verheißung für das eigene Tun, eine Motivation für das tägliche Handeln und eine Hoffnung, dass sich Herausforderungen durch die Verschiebung von Perspektiven ganz anders wahr- und annehmen lassen, als es der Alltag für gewöhnlich suggeriert.