Vielen ist das Unternehmen Müller & Partner kein Begriff. Eigentümer Thomas Müller will lieber, dass seine Marke Salt and Pepper im Vordergrund steht. Zudem garantiert er sichere Liefertermine und gute Preise. Mit einer neuen Outerwear-Linie will das Haus wachsen. Key-Accounter Timo Meier stellt das Vorhaben im Gespräch mit Childhood Business vor.

Childhood Business: Sie haben eine Outerwear-Kollektion gestartet. Wie ist die Idee dazu aufgekommen und was deckt die Kollektion ab? 

Timo Meier: Um den veränderten Anforderungen unserer Kunden Rechnung zu tragen, welche zurzeit mehr denn je auf der Suche nach verlässlichen Partnern sind, die pünktlich und in adäquater Qualität funktionierende Kollektionen ausliefern, haben wir uns entschieden, zukünftig wieder Vollsortimenter zu werden, der von der Mütze bis zur Hose alles anbieten kann. Im ersten Step launchen wir ab Januar 2019 ein Regenbekleidungsprogramm in Größen von 80 bis 140 auf NOS-Basis, das mit einem starken Preis-Leistungs-Verhältnis aufwartet. Zum Herbst/Winter 2019 liefern wir dann zum ersten Mal unsere neu ausgerichtete Outerwear-Linie unter dem Namen „Salt and Pepper Outdoor“ im Größenbereich 62 bis 140 aus. Diese Linie startet zunächst mit 14 Styles und wird in den kommenden Saisons stetig erweitert.

CB: Welche Materialien verwenden Sie für die Outdoor-Bekleidung? 

Timo Meier wechselte 2018 von Lego Wear zum Textilhersteller und -großhändler Müller & Partner, der im Handel für seine Marken Baby Glück sowie Salt and Pepper bekannt ist.
Timo Meier wechselte 2018 von Lego Wear zum Textilhersteller und -großhändler Müller & Partner, der im Handel für seine Marken Baby Glück sowie Salt and Pepper bekannt ist.

TM: Leichte, aber robuste Materialien stehen im Vordergrund. Die erste Kollektion steht im Zeichen von „Urban Outdoor“. Die Kinder sollen vor allem auf dem Schulweg und in der Freizeit vor Wind und Wetter geschützt werden. Daher sind die meisten Modelle winddicht, atmungsaktiv und zum Teil wasserfest bis 5.000 Millimeter Wassersäule.

CB: Sie kommen von Lego Wear und kennen die Anforderungen an das Segment. Welche Herausforderungen sehen Sie aktuell im Bereich von Outerwear?

TM: Im Markt spielen viele Spezialisten mit, die aber zumeist eher im Sportfachhandel zu Hause sind. Dazu kommen gerade in Norddeutschland einige skandinavische Marken, die ihren Fokus meist aber auch auf den dortigen Markt haben. Salt and Pepper ist bei unseren Kunden ein Begriff für ein gutes Preis-Leistungs-Verhältnis und punktgenaue Lieferungen mit kurzen Kommunikationswegen. Dies sind wohl die Hauptgründe dafür, dass sich so viele Einkäufer an uns gewandt und gebeten haben, dass wir im Outerwear-Segment wieder mehr machen.

CB: Das Segment „Jacken und Mäntel“ hat sich in 2018 besonders schwergetan. Ist das der rechte Moment, gerade in diesen Markt hineinzustarten?

TM: Anspruchsvolle Wetterlagen und schleppende Absätze aufgrund spät einsetzender Kältephasen gab es schon immer und wird es auch zukünftig immer wieder geben. Den „richtigen“ Zeitpunkt für einen solchen Start kann man daher wohl gar nicht ausmachen. Trotzdem werden nach wie vor Jacken eingekauft und natürlich auch verkauft. Mit den bereits genannten Stärken sind wir aber sicher, vom Kuchen ein gutes Stück abzubekommen.

CB: Welche Preislage wollen Sie bedienen? 

TM: Wir bedienen wie bisher den Bereich der unteren Mitte, also Preislagen, die sowohl im Kinderfachhandel als auch in den Modehäusern dieser Welt am stärksten nachgefragt werden. Zum Start sind unsere Modelle preislich zwischen 39,95 und 79,95 Euro angesiedelt.

CB: Reflektierende Elemente an Jacken werden immer wieder kritisiert. Würden Sie einen Oeko-Tex-Check unbeanstandet überstehen? 

TM: Gerade im Outerwear-Bereich gehören unserer Meinung nach Reflektoren zwingend dazu, um die Kinder im Straßenverkehr besser sichtbar zu machen. Unsere Artikel werden auf Schadstoffe und Haltbarkeit getestet und unterliegen strengen Kontrollen, teilweise von eigenen Mitarbeitern in den Produktionsländern. Alle bisher getesteten Artikel durchliefen den Prozess ohne Beanstandung. 

CB: Auf welchen Orderveranstaltungen präsentieren Sie in dieser Saison die neue Kollektion?

TM: Wir werden wie bisher zu den regionalen Kinderorderveranstaltungen ausstellen. In München zur Supreme Kids im MTC, parallel zur 4-Kidz.eu in Neuss zur Step by Step im Haus Paris, auf der neuen Kids World Eschborn, in Schkeuditz zur Quarterkids über die Agentur Zwarg, auf der JOT Juniormode in Salzburg über die Agentur Trendspace und neu zur TMC Kids in Zürich über die Agentur Peer sowie zur Kindermoden Nord auf der Lollypop im Modecentrum Hamburg, wo wir seit Dezember 2018 unsere neue, neben München zweite dauerhafte Präsenz eingeweiht haben. Wir gehen somit davon aus, dass wir mit vereinter Kraft kommenden Herbst gut 100 Kunden mit Jacken bedienen werden.

CB: Sie waren Aussteller auf der Kids Now, die es jetzt nicht mehr geben wird. Was sagt das über die Situation im Markt aus?

TM: Der Markt ist im Wandel und sowohl vor Händlern als auch vor Lieferanten und Events macht dieser Wandel keinen Halt. Wallau als Messestandort wurde in den vergangenen Jahren mehr und mehr zwischen anderen Ordermöglichkeiten zerrieben. Viele Händler fahren nach München oder nutzen die Showrooms in Eschborn. Somit war es ein nötiger und konsequenter Schritt der Häuser der Mode, ein Format mit den vorhandenen Mietern und Ausstellern als Basis zu kreieren.