Cover der Ausgabe 07/2019
Cover der Ausgabe 07/2019

Mit dem Start der Auslieferung des e-Priams von Cybex beginnt mit großer Wahrscheinlichkeit eine neue Ära. E-Kinderwagen könnten der Branche auf die Sprünge helfen, die bei den Preisen aktuell nur eine Richtung kennt, nämlich die nach unten. Sollte sich der Erstausstattungs-Fachhandel analog zum Bike-Business entwickeln, könnten höhere Preise und attraktive Margen winken. Doch: Ein „E“ im Programm garantiert keine automatische Entwicklung in diese Richtung. Es braucht außerdem etwas Extraeinsatz aller Beteiligten. 

Manche geben sich noch skeptisch und fragen, wofür denn ein E-Stroller gut sein soll, wenn man nicht in den Bergen lebe. Dazu sei der Hinweis erlaubt, dass auch E-Bikes auf dem platten Land geradelt werden und E-Scooter gerade bei der jungen Generation hoch im Kurs stehen. Wer würde heute noch behaupten, er brauche kein Smartphone, da man doch auch mit einem alten Nokia-­Knochen telefonieren könne?

Die erste Generation von E-Kinderwagen wird nicht die letzte bleiben. Doch bieten diese Modelle schon jetzt nicht nur elektrische Antriebs­unterstützung jenseits der Horizontalen, sondern auch Support in der Ebene, was bei einer Nutzung immer größerer Einkaufskörbe sowohl beim
Shopping als auch auf Spaziergängen und Ausflügen dankbar angenommen werden wird. Kommen dann noch wie bei Emmaljunga, dem zweiten Innovator der Branche, zahlreiche Features hinzu, die sowohl die intelligente Aussteuerung als auch über eine App nutzbare Funktionen umfassen, würde es doch sehr verwundern, wenn E-Stroller nicht einen vergleichbaren Zuspruch fänden, wie sie E-Bikes, E-Scooter und E-Roller erfahren. Zumal diese elektrisierenden Gefährte immer mehr das Straßenbild bevölkern und auch durch Sharing-Konzepte in der neuen Elterngeneration nahezu eine Alltäglichkeit werden.

Die Branche sollte die Chance und der Handel die Möglichkeit nutzen, E-Stroller-Experten zu werden. Denn Kunden, die ein solches Gefährt erstehen, werden künftig durch Service, Wartung und Scheckheftpflege enger an den Fachhandel gebunden bleiben. Es wäre doch wunderbar, wenn die Bons nicht nur höher ausfielen und die Margen stiegen, sondern wenn der Kunde auch viel öfter durch die Ladentür hereinspazierte. In diesem Sinne: Viel Erfolg der E-Zukunft.