So elegant kann Elternschaft sein: Mit schicken Kinderwagen wie hier von Moon vergisst man schnell den Alltagsstress.
So elegant kann Elternschaft sein: Mit schicken Kinderwagen wie hier von Moon vergisst man schnell den Alltagsstress.

E-Kinderwagen waren 2018 eine der Besonderheiten, die man gesehen haben sollte. Wer das verpasst hat, kann auch in diesem Jahr noch einmal schnuppern. Denn aus ihren Startblöcken sind sie noch nicht so recht herausgekommen. Die meisten Hersteller konzentrieren sich daher aufs Brot-und-Butter-Geschäft.

Auf der Kind + Jugend debütierten im letzten Jahr gleich zwei Unternehmen mit unterschiedlichen Konzepten, den herkömmlichen, meist über Gewicht, Faltmechanismen und Fabrics definierten Kinderwagen durch die Integration eines elektrischen  Antriebs in eine neue Ära führen. Trotz der Reviermarkierungen im Jahr 2018 – hier hieß es „der erste“, dort „der erste intelligente“ – hat das Thema E-Kinderwagen noch keinen entwicklungstechnischen Flächenbrand ausgelöst. So präsentieren sowohl Cybex als auch Emmaljunga ihre zusammen mit einem hier ungenannten Joint-Venture-Partner und dort mit dem namhaften Automotive-Parter Bosch entwickelten Modelle „E-Priam“ und „NXT90e“ in diesem Jahr im Grunde noch ein zweites Mal, um den Handel nicht nur von den technischen Vorzügen (selbst auf dem flachen Land), sondern auch von den besonderen Chancen für den Fachhandel zu überzeugen. Beiden ist es nicht gelungen, ihre Modelle in den letzten zwölf Monaten in den Markt einzuführen.

Bei solch innovativen Konzepten dürfen die Pioniere ruhig etwas klappern, solange sie am Ende liefern. Doch was man noch nicht auf Herz und Nieren testen konnte, lässt sich auch nicht in der Branche diskutieren. Denn welche Komponenten in Zukunft einen E-Kinderwagen auszeichnen, ist noch gar nicht ausgemacht. Die Chance, bei Cybex wie Emmaljunga die Hand anzulegen, sollte man sich also nicht entgehen lassen. Und sollten andere Hersteller künftig auf diese Technologie aufspringen wollen, gilt es schon heute entweder in diese Entwicklung zu investieren oder auf das von Bosch entwickelte Konzept  zu vertrauen, eines Tages als Branchenplattform draufsatteln zu können. Die große Frage, die heute noch niemand beantworten kann, wird lauten: Wie werden die Verbraucher auf die Kategorie E-Kinderwagen reagieren? Lässt sich an den E-Trend bei Fahrrädern, Rollern, Scootern und Autos anschließen? Oder sind diese Produktvorzüge für nur eine kleine Zielgruppe relevant und für alle anderen zu teuer? 

Man darf also gespannt sein auf die weitere Entwicklung und auf die Reaktionen der Wettbewerber. Ein Unternehmen aber will in diesem Teich bereits mitfischen und verfolgt dabei einen anderen Ansatz. In der Start-up-Area präsentiert das französische Label Kiddyboost zwar keinen eigenen E-Stroller, dafür aber für vorhandene Kinderwagen ein zusätzlich montierbares Rad, das durch einen elektrischen Motor angetrieben wird. 

Verheißen uns die neuen E-Kinderwagen beim Schieben weniger Kraftaufwand, so stellen andere Hersteller bei anderen Alltagsproblemen ihre Hilfe in Aussicht. Dem Thema „Schonung des Rückens“ hat sich Gesslein mit seinem neuen „FX4 Life“ angenommen. Statt wie bereits bei vielen Kinderwagen standardmäßig nur den Griff höhenverstellbar zu machen, lässt sich die Sitzeinheit hier in der Höhe anpassen: Bücken ade! Viele Anbieter setzen auf leichte, kompakte Lösungen für den urbanen Raum: Der „Metro Compact City Stroller“ von Ergobaby trägt es bereits im Namen. Der „Limbo“ von ABC Design weist einen besonders schmalen Radstand auf, um durch enge Türen wie zum Beispiel in der Bahn zu kommen. Ein weiterer New­comer für die Stadt ist der „Eagle 4S“ von Hauck, der mit seinem Gewicht von nur 6,9 Kilogramm abgespeckt hat, damit er beim Treppensteigen einen ganz schlanken Fuß macht. 


An alles gedacht

Das Modell „Harvey2 Premium“ der Marke Easywalker (www.easywalker.nl) aus den Niederlanden überzeugt durch hochwertige, elegante Bezüge, einen sportlichen Look und besonders viel Stauraum im Korb unter der Sitzeinheit.

Alltagsheld

Mit den Modellen von Wonderfold Wagon (www.wonderfoldwagon.com) gibt es für Mehrlingseltern, Tagesmütter und Erzieher ein einfaches, aber praktisches Transportmittel, bei dem die Kids versammelt unter einem Dach sitzen. Mit einem UVP von rund 360 Euro sind die Wagen eine preisgünstige Alternative.

Komfort für Eltern und Kind

Beim neuen Modell „FX4 Life“ von Gesslein (www.gesslein.de) lässt sich die Sitzeinheit in zwei Höhen auf dem Gestell fixieren. Kinder können in der hohen Position rückenschonend herausgehoben werden. Größere Kids steigen bei der Tiefstellung bereits selbstständig ein und aus.

Im Doppelpack

Der „NXT Twin“ ist der brandneue Geschwister­kinderwagen von Emmaljunga (www.emmaljunga.de). Mit einem Gewicht von 22,2 Kilogramm und einem UVP von 1.499 Euro kommt er im November 2019 in die Läden. Durch ein Mix-’n-Match-Konzept passen Aufsätze anderer Modelle des Hauses, was Kosten spart. Zudem können beide Kinder jeweils bis zu 22 Kilogramm wiegen. Robust!


Cover der Ausgabe, aus dem der Beitrag stammt. Der eben gelesene Beitrag
New in the streets in 2020­
erschien in der gedruckten Ausgabe 09-10 / 2019 von Childhood Business vom 19.09.2019 auf Seite 38

Hier geht es zu ausgewählten Beiträgen aus der Ausgabe. Nicht alle Inhalte sind Online zu lesen. Die komplette Ausgabe können Sie im Shop hier bestellen.