[Vorspann]Das Bayerische Unternehmen Paulina steht seit November vergangenen Jahres unter neuer Führung. Nadine Lacher bleibt weiterhin als Geschäftsführerin und Designerin tätig und erklärt, wie sich der
Eigentümerwechsel gestaltet, wo die umsatzstärksten Märkte liegen und wie Paulina mit der Nischenposition
von Umstandsmode umgeht.[/Vorspann]

Childhood Business: Im November des vergangenen Jahres gab es bei Paulina einen Eigentümerwechsel, von dem nicht viel nach außen drang. Carsten Karkowski und Holger Lärl sind nicht nur die neuen Inhaber von Paulina, sondern neben Ihnen auch die neuen Geschäftsführer. Welchen Hintergrund haben die neuen Partner?

Die ausgebildete Scheiderin Nadine Lacher absolvierte ihr Designstudium an der Deutschen Meisterschule in München. Vor acht Jahren kam sie aus der Herrenoberbekleidungsbranche zu Paulina, weil ihr dort die Farben und die Viel­seitigkeit fehlten.
Die ausgebildete Scheiderin Nadine Lacher absolvierte ihr Designstudium an der Deutschen Meisterschule in München. Vor acht Jahren kam sie aus der Herrenoberbekleidungsbranche zu Paulina, weil ihr dort die Farben und die Viel­seitigkeit fehlten.

Nadine Lacher: Richtig, der Wechsel lief relativ unaufgeregt ab. Herr Karkowski war Unternehmensberater bei einer der großen Beratungsfirmen und zuletzt als Marketing Director und Geschäftsführungsmitglied bei einem führenden Telekommunikationsunternehmen beschäftigt. Zudem hat er die Entwicklung von Start-up- Unternehmen hin zu profitablen Organisationen begleitet. Herr Lärl war nach seinem Studium bereits als Geschäftsführer für eine Textil­firma aus dem Bereich DOB tätig. Danach bekleidete er verschiedene ebenfalls führende Positionen im Telekommunikationsbereich, bevor auch er Unternehmensberater und Privatinvestor wurde.

CB: Wie verteilen sich zukünftig die Aufgaben und wird es bei Paulina Veränderungen geben?

NL: Herr Carsten Karkowski wird verstärkt den Bereich Marketing wie auch Sales übernehmen und Herr Holger Lärl den Bereich Finanzen und Expansion. Paulina ist von Anfang an sehr schnell gewachsen, wir werden daher das ein oder andere neu strukturieren und uns in Zukunft noch stärker dem internationalen Markt öffnen und Präsenz zeigen.

CB: Wie stark ist die Marktpräsenz von Paulina bisher? In wie vielen Ladengeschäften sind Sie vertreten und welche Märkte spielen für Sie eine Rolle?

NL: Wir sind neben unseren vier eigenen Filialen weltweit in bis zu 30 weiteren Geschäften vertreten. Besonders stark sind wir auf den Märkten in der Schweiz, Österreich und den Beneluxländern. Man findet Paulina Umstandsmode aber auch in Boutiquen in Russland, Amerika und Asien.

CB: Verkauft sich Umstandsmode besser stationär oder online, und was sind die Bestseller?

NL: Nach wie vor offline. Wir decken 70 Prozent des Verkaufs auf der Fläche ab. Umstandsmode ist für viele Frauen ein komplett neues Thema. Hier wird die Beratung vor Ort sehr geschätzt. Wir möchten unsere Kundinnen in dieser neuen Situation auffangen und ihnen beratend zur Seite stehen, denn gerade in der Schwangerschaft, wenn sich der Körper einer Frau sehr schnell verändert, sind manche Kundinnen etwas verunsichert. Nichtsdestotrotz ver­suchen wir online viel Unterstützung zu leisten, unter anderem durch Produktvideos und erklärende Grafiken.

CB: Was verkauft sich bei Ihnen am besten, sind es die Basics oder die modischen Kollektionsteile?

NL: Als Erstausstattung greifen Schwangere häufig zu Basics wie zum klassischen T-Shirt und zur Umstandsjeans, da natürlich zuallererst die Problematik der kneifenden Hose oder des zu kurzen T-Shirts behoben werden muss. Weiterführend wollen wir unseren Kundinnen jedoch das Gefühl vermitteln, dass der Spaß an der Mode auch während der Schwangerschaft nicht verloren geht und eine Frau auch in „anderen Umständen“ nicht auf modische Highlights verzichten muss.

CB: Ist Schwangerschaftsmode eine Nische und, wenn ja, wie gehen Sie mit dem Nischendasein um?

NL: Ja, Schwangerschaftsmode ist sicherlich ein Nischenmarkt. Das bedingt sich fast schon aus der Situation, denn eine langjährige und dauerhafte Kundenbindung ist in dieser Branche nicht ganz einfach. Man verliert die Kundinnen spätestens dann, wenn die Kinderplanung abgeschlossen ist. Allerdings rücken natürlich auch immer wieder Neukunden nach. Der Vorteil einer Nische liegt jedoch auch immer darin, das sie immer viel Raum für Möglichkeiten bietet. Außerdem ist unsere Nische eine ganz besondere, da wir das Glück haben, unsere Kundinnen in einer der spannendsten und schönsten Zeit ihres Lebens begleiten zu dürfen.


Cover der Ausgabe, aus dem der Beitrag stammt. Der eben gelesene Beitrag
„Keine Schwangere sollte auf modische Highlights verzichten müssen.“
erschien in der gedruckten Ausgabe 05 / 2016 von Childhood Business vom 21.04.2016 auf Seite 36

Hier geht es zu ausgewählten Beiträgen aus der Ausgabe. Nicht alle Inhalte sind Online zu lesen. Die komplette Ausgabe können Sie im Shop hier bestellen.