Mit sieben Mitarbeitern und einem Netzwerk an weltweiten Verkaufs­repräsentanten ent­wickeln die Macher der Playtime ihren digitalen Marktplatz Playologie.

Für viele Einkäufer wie Hersteller zählt die Playtime zum wichtigsten internationalen Ausstellungs­format. Seit zehn Jahren ist sie mit drei Ausgaben in Europa, Asien und den USA auf den wichtigsten Märkten der Welt präsent. Die Macher haben mit ihrem Gespür für die Bedürfnisse der Branche einen digitalen Marktplatz geschaffen. Die ganzjährige Präsenz, Zugang zu Kollektionen und Einkäufern sowie Tools zur Abwicklung von Ordern stehen im Vordergrund.

Childhood Business: Herr de Hutten, die Playtime existiert seit nunmehr zehn Jahren und hat sich fest etabliert. Mit der Website Playologie haben Sie auch einen digitalen Marktplatz entwickelt. Wie kam diese Idee auf? 

Sébastien de Hutten: Durch unseren engen Kontakt mit vielen Ausstellern haben wir festgestellt, dass eines ihrer größten Probleme jeweils deren Isolation ist. Sie arbeiten meist mit nur wenigen Mitarbeitern und sind die meiste Zeit mit einer hohen Arbeitsbelastung überladen. Sie fokussieren sich auf das Design und die Produktion und finden kaum Zeit, noch die richtigen Hilfsmittel für das Marketing zu finden. Messen wie die Playtime lösen diese Probleme teilweise durch den Zugang zu Tausenden von Besuchern aus aller Welt. Aber die Zeit zwischen zwei Messen gestaltet sich für viele – zumindest was das Marketing und die Kommunikation anbelangt – als schwarzes Loch. Vor diesem Hintergrund entstand die Idee zu „Playologie“. Unsere Website lässt sich als eine Plattform verstehen, auf der die Marken einen eigenen privaten Ausstellungsbereich haben, aber zugleich das ganze Jahr international sichtbar sind.

CB: An wen richtet sich die digitale Plattform hauptsächlich? 

SDH: Playologie hat sich bisher auf die Bereiche der Kinderbekleidung, der Inneneinrichtung und der Umstandsmode ausgerichtet. Damit folgte sie unserer Messe und was diese heute als Ausstellerumfeld abbildet. Aber es zeigt sich, dass sich das langsam weiter öffnet. Und wir verzeichnen immer mehr Einkäufer, die es sonst nicht auf eine unserer Messen schaffen.

CB: Wie viele Firmen und Einkäufer nutzen Playologie derzeit aktiv? 

SDH: Zurzeit präsentieren sich rund 150 Marken dem Interesse von etwas mehr als 2.000 Einkäufern. Wir stellen übrigens durch einen qualifizierten Registrierungsprozess sicher, dass es sich bei den Einkäufern um real existierende und aktive Akteure handelt.

CB: Welche Kosten entstehen bei der Nutzung des Marktplatzes? 

SDH: Für Einkäufer ist die Nutzung der Plattform selbstverständlich kostenfrei. Finanziert wird sie von den Herstellern durch eine Jahresgebühr. Sie beinhaltet einen unlimitierten Zugang zu allen Einkäufern und orientiert sich an der Anzahl der Items einer Kollektion. Weitere Gebühren wie Verkaufsprovisionen entstehen nicht.

CB: Die Anzahl der Messebesucher bezifferten Sie zuletzt im Januar auf rund 7.500. Da ist für Playologie ja noch Luft nach oben. Woher kommen die Online-Einkäufer?

SDH: Die Playtime feiert in diesem Sommer ihren zehnten Geburtstag. Und sie ist allein aufgrund dieser langen Präsenz etablierter als jede andere Kinder- oder Umstandsmodemesse beziehungsweise -plattform. Trotz des jungen Alters der Playologie konnten wir bereits über 2.000 Einkäufer aus aller Welt an uns binden. 51 Prozent davon kommen aus Europa, 16 Prozent aus Amerika, 27 Prozent aus Asien und sechs Prozent aus dem Rest der Welt. Die Marken wiederum stammen zu 80 Prozent aus Europa, zu zehn Prozent aus Amerika und zu je fünf Prozent aus Asien und dem Rest der Welt.

Digitale Showrooms: Wer nicht zur Playtime reisen kann, hat auch online Zugang zu vielen Marken.
Digitale Showrooms:
Wer nicht zur Playtime
reisen kann, hat auch online Zugang zu vielen Marken.

CB: Wie geht es künftig weiter? 

SDH: Zum Oktober 2016 machen wir einen großen Sprung nach vorn und integrieren auf der dann relaunchten Website die gesamte Fashionwelt, also DOB, HAKA und KOB, und die Designwelt. Wir wollen damit eine ein-malige Life­style-Plattform werden, die die Bedürfnisse des Marktes abbildet. Zusätzlich können Marken ihren Versand und die Rechnungsstellung direkt über die Plattform managen.

CB: Warum sollten deutsche Hersteller oder Einkäufer mitmachen? 

SDH: Neue Zeiten, neue Herausforderungen! Wir stehen doch alle vor dem gleichen Phänomen: Alles verändert sich so schnell und es gilt, seine Produkte auf unterschiedliche Weise zu präsentieren und neue Kollektionen zu entdecken. Playologie liefert eine ganzjährige Präsenz in acht Sprachen. Gerade die deutschen Einkäufer sind es gewohnt, ihre Orders auf lokalen Fachmessen zu platzieren. Playologie gibt ihnen die Möglichkeit, Zugang zu Kollektionen aus Europa und der ganzen Welt zu erhalten. Herstellern bieten wir durch unsere Messen ein weltweites Netzwerk an Einkäufern. Und wie keine andere Messe kombinieren wir die besten Messeformate mit digitalen Tools und einer internationalen Sichtbarkeit.


Cover der Ausgabe, aus dem der Beitrag stammt. Der eben gelesene Beitrag
Play and Order
erschien in der gedruckten Ausgabe 07 / 2016 von Childhood Business vom 23.06.2016 auf Seite 14

Hier geht es zu ausgewählten Beiträgen aus der Ausgabe. Nicht alle Inhalte sind Online zu lesen. Die komplette Ausgabe können Sie im Shop hier bestellen.