Mit der viel gerühmten Playtime wird im Juli 2017 eine weitere Orderveranstaltung in Berlin starten. Stimmen aus einer kleinen Rundfrage.

Foto: Playtime Paris

Im Juli 2017 wird die Playtime Berlin zum ersten Mal ihre Pforten während der Fashion­ Week in der Hauptstadt öffnen. Rund 80 Aussteller standen Anfang April bereits fest und mehr als 100 sollen bis zum Start dabei sein, um einen inspirierenden Mix aus Kindermode, Interior, Spielzeug und Accessoires zu präsentieren. 41 der bisher 82 gemeldeten Marken bringt die Playtime aus Paris mit. Bei 16 gibt es Überschneidungen mit der Supreme Kids, soviel wie mit keinem anderen Ordertag. Daher sehen Marktteilnehmer bei einem erfolgreichen Start der Playtime Berlin starke Konkurrenz für den Münchener Standort.

Eine zentrale Messe in Deutschland wünschen sich viele. So meint stellvertretend Tanja-Maria Werner von Lottas Lable: „Eine Kindermesse, die alle Bereiche eines Lebens mit Kind abdeckt, wäre gut. Ich hoffe, dass die Playtime genau diese Hoffnungen erfüllt.“

Aber die bisherigen Versuche führen auch zu Bedenken – wie bei Stephan Brunsteiner, Commercial Vicedirector von Mayoral: „Eine schöne Image-Messe wäre natürlich toll. Aber wenn, wie zum Beispiel auf der CFC [Children’s Fashion Cologne; die Red.] seinerzeit in Köln, kaum Besucher kommen, hat das leider wenig Sinn.“

Für Kathrin Ternes, Head of Wholesale & Brand Retail von Review Kids & Teens, wären eine Bündelung der etablierten Formate, aber auch neue Impulse wünschenswert: „Grundsätzlich denke ich nicht, dass weitere Messen zwingend erforderlich sind. Eher sollten die bestehenden Messen soweit sinnvoll gebündelt werden, dass sie aussagekräftige Plattformen sind. Statt der regionalen Messen wäre in der Saison ein stärkerer überregionaler Fokus wünschenswert und hilfreich; gerne auch stärker ausgebaut mit klaren Themenschwerpunkten und Storytelling. Sicherlich kann man die Messen noch interessanter machen, indem Tools etablierter Plattformen, wie zum Beispiel Modeschauen, aufgegriffen werden.“

Ähnlich bewertet Karin Grosche von Ewers Strümpfe die Situation: „Für den Händler und Produzenten wäre eine große Messe als Austauschplattform der Branche sehr vorteilhaft. Meine Erwartungen an die Playtime Berlin sind allerdings sehr gering.“

Pragmatisch argumentiert Nicole Timm von der Modeagentur Timm aus Hamburg und München: „Deutschland braucht eine internationale Messe. Allerdings sollte diese für alle Aussteller bezahlbar sein, um eine gute Markenauswahl bieten zu können. Es bringt nichts, wenn sich nur die vertikalen und großen Marken diese Messe leisten können. Dann ist das Angebot für die Besucher nicht interessant genug. Das haben wir von dem Magazin Luna und der CFC gelernt. Die regionalen Messen sind sehr wichtig, um die Kunden optimal bedienen zu können. Die Messen sollten aber auch noch weitere Features wie Modenschauen, Austausch mit Fachleuten und Anregungen anbieten.“

Géraldine De Mey von Bonjour Maurice weist auf die Sicht aus dem Ausland hin: „Wir sind französischsprachig und kennen die Playtime, aber keine deutsche Veranstaltung.“

Die Preise für die Aussteller sind im Vergleich zu den deutschen Ordertagen sehr hoch. So wird die Playtime Berlin zum Start in Deutschland vor allem ein Fenster ins Ausland. Dabei bucht die Hälfte der Aussteller zum ersten Mal einen Playtime-Event. Deutschland ist also attraktiv. Die Gretchenfrage lautet: Kommen die Einkäufer nach Berlin?

 


Cover der Ausgabe, aus dem der Beitrag stammt. Der eben gelesene Beitrag
Neue Messe in Deutschland: Playtime Berlin
erschien in der gedruckten Ausgabe 04 / 2017 von Childhood Business vom 21.04.2017 auf Seite 95

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