Die Bubble London bot immer auch ein umfangreiches Rahmenprogramm.
Die Bubble London bot immer auch ein umfangreiches Rahmenprogramm.

Heute hat der Veranstalter der Bubble London bekanntgegeben, dass die bisherige Leitmesse für den britischen Markt nach über zehn Jahren mit sofortiger Wirkung eingestellt wird. Der Termin im Sommer 2018, der für Mitte Juli angesetzt war, wird nicht mehr stattfinden. Mit dieser Einstellung bricht nach der Kleinen Fabrik aus den Niederlanden bereits die zweite Messe binnen eines Jahres aus dem europäischen Messekalender für Kindermode weg.

Der Veranstalter der Bubble, die ITE Moda, gab bekannt, nach sorgfältiger Überlegung sämtliche Aktivitäten rund um die Bubble London einzustellen. Als Grund wurden die allgemeinen Veränderungen in der Kinderbekleidungsindustrie im Vereinigten Königreich als insbesondere auch die immer weiter steigenden Herausforderungen in der englischen Handelslandschaft benannt .

Am Rande eines Gesprächs vom Anfang des Jahres 2018 mit Lindsay Hoyes, der Event-Direktorin der Bubble, schilderte sie, dass die Anzahl der relevanten Händler deutlich gesunken ist und sich im Vergleich zu Deutschland auf einem viel niedrigeren Niveau befindet. Zugleich seien über 1.000 Marken in Großbritannien präsent und die Liste der potentiellen Kontakte für die Messe umfasse rund 1.500 Ansprechpartner.

Aber offenbar reichte die Gemengelage nicht mehr aus, eine erfolgreiche und auch wirtschaftlich lukrative Messe in der teuren Londoner Metropole zu unterhalten. Dabei hatten die Veranstalter durch die enge Zusammenarbeit mit dem zur gleichen Gruppe gehörenden Branchenmagazin CWB, vergleichbar mit Childhood Business, die Möglichkeit, die Veranstaltung umfangreich zu bewerben und redaktionell zu pushen.

Homepage von CWB - wirbt nicht mehr für die Bubble London, sondern die IndX Kidswear.
Homepage von CWB – wirbt nicht mehr für die Bubble London, sondern die IndX Kidswear.

Am Tag des Abgesangs auf die Bubble prangte auf der Homepage von CWB passenderweise gleich einmal Banner-Werbung für die verbleibende Konkurrenz, der IndX Kidswear in Shirley, Solihull.

Wie kritisch die Lage bereits in den letzten Jahren gewesen sein muss, lässt sich aus dem unentspannten Umgang mit der viel kleineren Konkurrenz am Standort, der Dot to Dot London, ableiten. Nicht nur die Messeleitung reagierte gereizt und bat auch unsere Redaktion mit Nachdruck (vergeblich), bei einer Berichterstattung zur Bubble London tunlichst die Dot to Dot London nicht zu erwähnen. Auch das Magazin CWB erwähnte die von der Playtime Paris inspirierte Off-Veranstaltung nie. Doch es half alles nicht: die große Bubble ist am Ende und die kleine Dot to Dot flattert weiter.

Aussteller der letzten zwei Veranstaltungen beklagten ihrerseits sehr hohe Kosten und viel zu wenige Besucher. Dadurch kamen gerade Newcomer oft nicht zum zweiten Mal zur Folgeausgabe.

Welche Optionen sich den etablierten Marken in Großbritannien bieten wird, ist noch offen. Die Dot to Dot ist vom Konzept her anders gestrickt, kleinteiliger, kreativer, designerlastiger – und auch organisatorisch vermutlich zu klein. Die beiden Gründerinnen Nicole Frobusch und Carly Gledhill betreiben den Event nebenberuflich. Aussteller sind bereits mit einigen Hundert Euro pro Stand dabei, woraus sich weder Marketing noch eine professioneller Location finanzieren ließe. Doch Carly gibt sich hoffnungsvoll, die Chance nutzen zu können und zusätzliche Aussteller für den nächste Veranstaltung im Juni 2018 zu gewinnen. 

Die IndX Kidswear hingegen ist sehr kommerziell, aber hat den Charakter einer Orderveranstaltung, weniger den einer Messe – und liegt deutlich jenseits der Londoner Metropole. Anspruchsvollere Labels waren bereits auf der Pitti Bimbo zu Gast, aber eine Alternative ist sie natürlich nicht, um den britischen Heimatmarkt zu bearbeiten. Es wird also spannend.

Die ITE Moda will sich hingegen auf andere Events der Gruppe konzentrieren, wozu Jacket Required, Moda and Scoop zählen.

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Als Chefredakteur hat Martin Paff die Branchenmagazine "Childhood Business" und "Childhood Shoes" gegründet. Die Zeitschriften bieten eine Plattform, um die Akteure und Experten im Bereich der Kindermode, Kinderschuhe sowie Erstausstattung miteinander zu vernetzen, relevante Themen aufzubereiten und diese attraktiv zu vermitteln. Als Vater eines Sohnes kennt er viele Aspekte aus eigener Anschauung.