Die Windeln.de SE bemüht sich nach wie vor, in die schwarzen Zahlen zu kommen. Das 2010 gegründete und seit Mai 2015 börsennotierte Unternehmen weist trotz des in 2017 auf 211,9 Millionen Euro gewachsenen Umsatzes (+8,8 %) ein bereinigtes EBIT-Ergebnis von -24,9 Millionen Euro (nach -26,7 Millionen Euro in 2016) auf. Auf China entfällt ein Umsatz von 105,6 Millionen Euro (+18,2 %). In der DACH-Region fiel der Umsatz um 18,9 % auf 44,2 Millionen Euro.  Begründet wird die Entwicklung damit, dass der Fokus auf eine bessere Profitabilität gerückt wurde und reduzierte Marketingaufwendungen zum Umsatzrückgang geführt haben. „Um die Profitabilität in Deutschland zu verbessern, haben wir bewusst unrentable Umsätze gekürzt. Aber wir wollen mittelfristig in unserem Heimatmarkt wieder wachsen und sind überzeugt, dies mit den richtigen Produkten, Inhalten und Dienstleistungen zu erreichen“, erklärt Jürgen Vedie, COO und Mitglied des Vorstands. 

Durch rund 2,6 Millionen neue Stammaktien, die im Februar 2018 begeben wurden, flossen dem Unternehmen rund 5,2 Millionen Euro als Brutto­emissionserlös zu. Damit verfügt Windeln.de
über eine Nettoliquidität von weniger als 30 Millionen Euro. Aktionäre müssen dabei eine gehörige Portion Optimismus aufbringen, hat die Aktie sich doch seit 2016 von der Entwicklung des DAX entkoppelt und seit der Erstzeichnung bis dato gut 86 % des Wertes verloren. Vom Emissionskurs von 18,50 Euro sackte die Notierung auf rund zwei Euro (Mitte April 2018). Das Unternehmen hatte schon Mitte 2016 ein umfassendes Optimierungsprogramm aufgelegt, das sukzessive seine Wirkung entfalten und 2019 den Break-even ermöglichen soll.

Erst im Februar 2018 wurden weitere Kostensenkungsmaßnahmen angekündigt, die auch den Abbau von Arbeitsplätzen von derzeit 387 auf rund 250 bis Jahresende beinhalten. Das Geschäft soll auf weniger Länder konzentriert werden. Daher will sich das Unternehmen von der Tochter Feedo trennen, die mit rund 86 Mitarbeitern in Tschechien, der Slowakei und Polen präsent ist und seit 2015 zur Gruppe gehört. Feedo erzielte in 2017 einen Umsatz von 24 Millionen Euro. Der vor drei Jahren gestartete italienische Online-Shop Pannolini.it wurde bereits geschlossen. Auch die Multi-Shop-Strategie des Hauses in der Schweiz wird beerdigt. In Kürze werden die Shops Kindertraum.ch und Toys.ch heruntergefahren und auf Windeln.ch umgeleitet. So sollen die Komplexität und der Verwaltungsaufwand sowie die Marketingkosten verringert werden. Die Unternehmensleitung kündigt an, durch Kosteneinsparungen und Optimierung Anfang 2019 erstmals schwarze Zahlen zu schreiben. 

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Cover der Ausgabe, aus dem der Beitrag stammt. Der eben gelesene Beitrag
Windeln.de weiterhin mit hohem Defizit – durch Einsparungen mehr Profitabilität
erschien in der gedruckten Ausgabe 04-05 / 2018 von Childhood Business vom 11.01.2018 auf Seite 33

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