Wickeltaschen sind kein leichtes Pflaster. Die Shops sterben aus, die Einkäufer werden weniger. Doch Mara Mea überzeugt durch ein leichtes und ausdrucks­starkes Design sowie durch ein attraktives Produktangebot.

Doppelt mutig und im dritten Jahr erfolgreich:
Die beiden Gründe­rinnen Dorina Hartmann (r.) und Maren Will (l.) haben ihre Kenntnisse aus der Welt der Kinder- und Damenmode zusammengelegt. Herausgekommen ist Mara Mea, ein Label (nicht nur) für Schwangere.

Vor drei Jahren taten sich die beiden Berliner Designerinnen Dorina Hartmann und Maren Will zusammen. Das Ziel: die Gründung eines eigenen Labels. Das Ergebnis: Mara Mea. Sie starteten mit Umstandsmode und Wickeltaschen und schufen einen modernen Stil für selbstbewusste junge Frauen. Im Sommer 2018 werden sie bereits die siebte Kollektion auf hiesigen und internationalen Messen präsentieren. Zum Jubiläum hat Childhood Business mit Gründerin Dorina Hartmann  über den Werdegang und die Weiterentwicklung des Labels gesprochen.

 

Dorina Hartmann gründete 2015 zusammen mit ihrer Geschäftspartnerin Maren Will das Label Mara Mea. Sie hat an der ESMOD in Berlin studiert und war mehrere Jahre lang als Freelance Fashion Designer für Marken wie Nike tätig.

Childhood Business: Woher kam die Inspiration zur Gründung des Labels und mit welchen Produkten sind Sie gestartet?

Dorina Hartmann: Zunächst hatte Maren die Idee, ein Kinderlabel zu gründen. Da ich aus dem Womenswear-Bereich komme, konnte ich damit zunächst nicht allzu viel anfangen. Wir haben recherchiert und sehr schnell festgestellt, dass es im Kindermodebereich bereits extrem viele tolle Labels gibt. Das machte also nicht so wirklich Sinn. Unsere Berufserfahrung, Feedback aus dem Bekanntenkreis sowie dem Rechercheprozess haben uns dann relativ schnell fragen lassen, weshalb es eigentlich nichts Cooles für Mamas gibt. Wickeltaschen mit Bärchen, Blümchen und Schleifen müssen nicht sein. Frausein, das steht bei Mara Mea im Mittelpunkt! Und so entstand die Idee zu einem Produktsortiment, welches die Bedürfnisse einer Mutter zu gleichen Teilen wie die einer Frau befriedigt. So gründeten wir vor ziemlich genau drei  Jahren  unser Label „Mara Mea“ mit dem Ziel, fantasievolle Designs für Mamas und Eltern anzubieten. Dabei steht das Design auch ganz klar im Fokus, ohne dabei die Funktionalität zu vernachlässigen. Mara Mea hat eine klare Vorstellung, wie Wickeltaschen und Accessoires für Frauen und Eltern beschaffen sein sollten: tägliche multifunktionale Begleiter mit hohem Designanspruch vor, während und nach der Wickelzeit.

„Gypsetter“-Wickeltasche in schwarz, UVP 119 Euro

CB: Was waren die größten Herausforderungen, nachdem Sie sich mit dem eigenen Label selbstständig gemacht hatten?

DH: Wir haben einfach „gemacht“ und uns sämtlichen Herausforderungen gestellt, die uns auf dieser Reise begegnet sind. Zu jedem Problem musste es eine Antwort oder Lösung geben. Wir haben so lange gesucht, entwickelt, gemacht, bis wir das Problem gelöst hatten. Und das machen wir auch heute noch so. Zu Beginn des Gründungsprozesses haben wir zum Beispiel extrem viel Zeit in die Entwicklung unseres Classic-Wickel­taschenmodells investiert. Generell ist die Produktentwicklung ein sehr wichtiger Punkt, weil wir immer an die Multifunktionalität und Lang­lebigkeit eines Produktes denken.  

CB: Haben Sie Ihre Ziele wie erwartet umsetzen können? Und sind Sie bereits aus den Anfangsproblemen heraus oder gibt es Potenziale und Aufgaben, die Ihnen noch bevorstehen? 

DH: Unsere gesteckten Ziele haben wir bis heute definitiv erreicht. Allerdings glauben wir beide an stetige Weiterentwicklung und es wird sicherlich nie den Zeitpunkt geben, an dem es keine neuen Herausforderungen mehr gibt. Man lernt tagtäglich dazu und mit Wachstum ergeben sich auch immer wieder neue Aufgaben, die gemeistert werden müssen. Genau das macht ja auch alles so spannend und abwechslungsreich.

CB: Ihr Sortiment reicht von Umstandsmode und Wickeltaschen über Interieur-Produkte bis hin zu Kindertaschen. War diese Mischung von Anfang an Ihr Ziel oder wie kam es zu dieser Entwicklung? 

DH: Mara Mea ist bewusst als Mode- und Lifestylemarke eingetragen. Unsere Idee war es aber nicht von Anfang an, so viele Produktgruppen wie möglich zu integrieren, sondern das, was wir machen, erst einmal gut zu machen, bevor wir das Sortiment erweitern. Erst wenn wir ein Produkt lang genug ausgearbeitet haben, kommen nach und nach neue Produkte hinzu. An Ideen für neue Produktkategorien mangelt es bei uns nicht.

„Soulful Spirits“, UVP 129 Euro

CB: Ihre Produkte sind in gut 50 deutschen und ebenso vielen internationalen Shops zu bekommen. Für wen eignet sich Ihr Label? 

DH: Das Schöne an Mara Mea ist, dass wir mit unserem Produktsortiment in die unterschiedlichsten Shops passen und dort auch vertreten sind. So zählen wir Kids-Boutiquen, Concept-Stores, ausgewählte Online-Shops, Umstandsmodeläden sowie Kinderwagen- und Babyfachgeschäfte zu unseren Kunden.

CB: Wie haben Sie Ihren Vertrieb organisiert? 

DH: In der Anfangszeit haben wir das alles noch selbstgemacht. Seit gut eineinhalb Jahren arbeiten wir mit Agenten für Deutschland, Österreich und die Schweiz. Alle anderen Länder, außer Japan, betreuen wir aktuell noch inhouse.

CB: Sie besuchen neben der Kind + Jugend auch Konzeptmessen wie die Playtime Paris oder die Playtime New York. Überfordern so viele Märkte ein kleines Label nicht? 

DH: Uns war von Anfang an klar, dass wir den Markt international bedienen möchten, und so haben wir zum Produktsortiment passende Messen angesteuert. Im Juli 2015 standen wir mit unserer ersten Kollektion gleich auf der Playtime Paris. Und diesen Sommer zeigen wir dort unsere nun schon siebte Kollektion. Auch wenn Paris eine internationale Messe ist, sind hier neben internationalen Einkäufern auch interessante potenzielle Kunden  aus Deutschland, Österreich und der Schweiz unterwegs. Für uns ist das die perfekte Mischung. Wir sind jede Saison aber sowohl auf deutschen Messen wie der Supreme Kids, Kindermoden Nord, Kids Now als auch auf internationalen Messen wie in Paris oder New York vertreten. Anfangs mussten wir natürlich erst austesten, welche Messen für uns am besten funktionieren. Mit der Zeit haben sich die für uns stärksten Messen herausgeschält und diese besuchen wir regelmäßig. Der deutsche Markt war gegenüber Mara Mea von Anfang an sehr offen und ist immer noch unser stärkster Markt. 

CB: Welche nächsten Ziele haben Sie sich gesetzt? 

„Colour me pretty“, UVP 129 Euro

DH: Unser Produktsortiment erweitern wir stetig. So wird es schon zur AW-18/19-Saison einige Produktneuheiten geben. Aktuell arbeiten wir für die SS-19-Kollektion an Neuheiten. Außerdem möchten wir das internationale Geschäft stärker ausbauen. Neben den Vereinigten Staaten sind für uns gerade auch die Vereinigten Arabischen Emirate interessant. Und natürlich gibt es noch sehr viel Potenzial in Europa.

CB: Worauf wird sich die kommende Kollektion konzentrieren? Gibt es Schlüsselelemente oder eine besondere Inspiration? 

DH: Der Name der neuen AW-18/19-Kollektion lautet „Tibetan Diary“ und erzählt vom Reisen an diesen geheimnisvollen Ort. Auch als „Dach der Welt“ bekannt, verzaubert Tibet durch seine Reinheit, seine Spiritualität und die unendliche Naturschönheit. Vor allem die Farbwelt Tibets inspirierte uns zu einer außergewöhnlichen Farbpalette und unverwechselbaren Mustern.  Zur Herbst/Winter-Saison wird es außerdem zahlreiche Produktneuheiten geben. Mit unseren neuen Kids-Room-Accessoires, zum Beispiel Storage-Körben oder einer Messlatte für das Kinderzimmer, wollen wir nach und nach immer mehr die Wohnungen Boho-verliebter Eltern erobern. Aber auch im Bereich der Kinderwagen- und Tragehilfe-Accessoires werden ab August einige Neuheiten hinzukommen. 

CB: In der Umstandsmode gibt es große und viele kleine Labels. Wo haben Sie hier Ihre Nische?

DH: Vergleicht man den Umstandsmodemarkt mit dem der Kinder- oder Damenmode, merkt man schnell, dass er doch noch sehr überschaubar ist und damit durchaus Platz für neue Ideen bietet. Aus diesem Grund haben wir – da Maren aus dem Kindermodebereich kommt und ich aus der Damenmode – unsere Expertisen zusammenfließen lassen und multifunktionale, langlebige, aber dennoch trendige Produkte für moderne Frauen entwickelt. Denn für Mara Mea ist die Mutter nicht nur Mutter, sondern in erster Linie Frau. Eine moderne Frau mit Ansprüchen an Design, Funktionalität und Tragbarkeit. Für diese Bedürfnisse entwickeln wir mit Mara Mea zeitlose und trotzdem trendige Produkte, welche Frauen dank ihrer Wandelbarkeit in jeder Lebenslage unterstützen. Vor allem unser typischer Mara-Mea-Style, ein Mix aus Hippie und Moderne, unsere inhouse entwickelten Prints und Stickereien, unsere sehr eigenen Farbwelten und die Bildsprache in Kombination mit der Multifunktionalität unserer Produkte heben uns von der Konkurrenz ab. 

MerkenMerken


Cover der Ausgabe, aus dem der Beitrag stammt. Der eben gelesene Beitrag
Mit Beharrlichkeit zum eigenen Label: 3 Jahre Mara Mea
erschien in der gedruckten Ausgabe 04-05 / 2018 von Childhood Business vom 11.01.2018 auf Seite 28

Hier geht es zu ausgewählten Beiträgen aus der Ausgabe. Nicht alle Inhalte sind Online zu lesen. Die komplette Ausgabe können Sie im Shop hier bestellen.