Aus für die stationären Geschäfte der Familienbande

Ankündigung des Übergangs der Hamburger Familienband zu Babyone.
Ankündigung des Übergangs der Hamburger Familienband zu Babyone.

Nach einer Meldung von Babyone, der zufolge die stationären Shops der Familienbande den Münsteranern angeboten worden sind, stehen die Vor-Ort-Geschäfte der kleinen Filialkette Familienbande vor dem Aus. Zwei der Standorte, in Hamburg und in Köln, übernimmt Babyone und überführt sie in das neue LuettenLaden-Konzept. Das Konzept setzt auf kleinere Flächen in Innenstadtlagen und bietet einen urban ausgerichteten Ausschnitt aus dem Gesamtprogramm von Babyone.

Die Mitarbeiter der beiden Standorte, die an Babyone gehen, werden übernommen, wie das Unternehmen mitteilte. Auch Gewährleistungspflichten, Garantieansprüche und gekauften Gutscheine behalten ihre Gültigkeit.

Der Übergang des Hamburger Geschäfts erfolgt nach einer Ankündigung auf der Website des Hamburger Familienbande-Shops zum 31. Mai 2019. Ab den 7. Juni öffnet der Laden neu unter dem Label “LuettenLaden”.

Kurz vor dem Wechsel - aus Familienbande wird LuettenLaden von Babyone. Quelle: Babyone.
Kurz vor dem Wechsel – aus Familienbande wird LuettenLaden von Babyone. Quelle: Babyone.

Die Website des Kölner Geschäfts hingegen zeigte Anfang Juni 2019 noch keinen Hinweis auf den bevorstehenden Wechsel.

Die Familienbande betrieb auch Geschäfte in Berlin, Freiburg und Rastatt.

Wirtschaftliche Schwierigkeiten der Familienband bezeichnete sich ab

Die zunächst als Löwenherz GmbH firmierende Unternehmung hatte das Ziel, mit einem Premium-Konzept die Branche der Kinder- und Babyausstatter zu erobern. Die erste, rund 300 Quadratmeter große Filiale wurde im Mai 2013 unter dem Namen Familienbande in Freiburg in Breisgau eröffnet. Das Unternehmen legte den Fokus auf qualitativ hochwertige Produkte bei einer bewusst klein gehaltenen Markenvielfalt.

Dass die Geschäfte der Familienbande alles andere gut liefen, hatte bereits in den letzten Jahren ein Blick in die Bilanzen des Unternehmens verraten. Aus den Jahren 2013 und 2014 stammten Fehlbeträge in Höhe von fast 95 Tausend Euro beziehungsweise knapp 145 Tausend Euro. In 2015 wurde der Firmenmantel in Familienbande GmbH umbenannt. Doch ein Wechsel der Entwicklung stellte sich nicht ein, insofern das Jahr mit einem erneuten Fehlbetrag von fast 175 Tausend Euro endete.

Ein Ausreißer stellte das Jahr 2016 dar, das ein Plus von 21 Tausend Euro liefert. Vermutlich stammt dieser aus Sondereffekten, denn bereits in 2017 stieg das Jahresdefizit erneut, dieses Mal auf fast 345 Tausend Euro.

Zum 31. Dezember 2017 addierte sich der nicht durch Eigenkapital gedeckte Fehlbetrag auf stattliche 946 Tausend Euro. Verbindlichkeiten bestanden in Höhe von fast zwei Millionen Euro. Die Familienbande gab an, 23 Mitarbeiter zu beschäftigen.

Die Familienbande soll künftig als Online-Shop (www.familienbande.com) weiter operieren.

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