In einem Gastbeitrag nimmt der ehemalige Geschäftsführer von Dorel Northern Europe und heutige Geschäftsführer des Bundesverband Deutscher Kinderausstattungs-Hersteller (BDKH) [CB_Person]Michael Neumann[/CB_Person] zur Ausrichtung der Kind + Jugend in dem durch die Corona-Pandemie geprägten Jahr 2020 Stellung.

Michael Neumann war nicht nur Managing Director Northern Europe bei Dorel, sondern auch Vorstandsmitglied des 2013 von ihm maßgeblich mitbegründeten Bundesverbands Deutscher Kinderausstattungs-Hersteller (BDKH). Heute ist Neumann als Geschäftsfüher des BDKH aktiv.

„Auch wenn es sich nicht so anfühlt – wir stehen wohl erst am Anfang dieser Pandemie. Aber wir können schon jetzt sagen, dass Corona auch in der Baby- und Kinderausstattung innerhalb kürzester Zeit einen dramatischen Wandel verursacht hat.

Das Virus und seine Folgen – Kontaktbeschränkungen, temporäre Geschäftsschließungen, Furcht vor Ansteckung – verändern die Lebenswirklichkeit aller damit verknüpften Player und Zielgruppen unserer Branche: Es stoppt Produktions- und Vertriebsprozesse der Hersteller, gefährdet Existenzen vor allem der stationären Händler und verändert das Kaufverhalten der jungen Familien – möglicherweise sogar bis in die Familienplanung hinein.

Im Zentrum dieses bereits lange vor Corona eingesetzten strukturellen und demographischen Umbruchs stehen unsere Branchenmessen. Allen voran im B2B-Bereich der Taktgeber Kind + Jugend der Koelnmesse, der das Jahr in „vor der Messe“ und „nach der Messe“ einteilt. So war das zumindest bis zum vergangenen Jahr.

Dieses Jahr blicken wir auf die aktuell magische Datumsgrenze 31. August. Bis dahin sind bundesweit Großveranstaltungen, darunter Messen, verboten. Taktgeber sind nun die einzelnen Landesregierungen und ihre Vorgaben. Für alle Beteiligten rund um die im September geplante internationale Fachmesse Kind + Jugend bedeutet dies Planungsunsicherheit, zu einem Zeitpunkt, an dem bereits viele Vorbereitungen getroffen werden müssten.

Wie darauf reagieren? Einige Hersteller haben ihre Teilnahme bereits abgesagt, sie fürchten wirtschaftliche und gesundheitliche Risiken. Andere warten und entwickeln Abstands- und Hygienekonzepte.

Es gibt viele offene Fragen, die derzeit niemand abschließend beantworten kann: Werden die weltweiten Reisebeschränkungen bis September überall aufgehoben sein oder erneut gelten? Wie viele der Besucher werden dieses Jahr auf „Köln“ verzichten? Werden die von vielen Experten vorausgesagten nächsten Infektionswellen die Durchführung der Messe überhaupt zulassen?

Es ist für unsere Mitglieder und alle potentiellen Aussteller wichtig, nun schnell Planungssicherheit zu haben, zumindest im Rahmen der derzeitigen Möglichkeiten.

Was wir jedoch jetzt schon wissen: Die Kind + Jugend ist die internationale Leitmesse und der unangefochtene Hotspot unserer Branche. Sie zu bewahren, ist unser Ziel. Sie wird im Jahr 2020 nicht die Messe sein, die wir kennen. Und auch die besten „digitalen Verlängerungen“ und Livestreams werden nicht das ersetzen können, was einen Branchenevent dieser Größenordnung ausmachen: der persönliche Kontakt, das Networking, die Informationsveranstaltungen, die Neuheiten selbst in Augenschein nehmen zu können.

Deshalb hoffen wir, dass die Kind + Jugend auch in diesem schwierigen Jahr als erfolgreiches Format stattfinden wird.“