Während Hersteller mit ihrer Teilnahme haderten, hat die Koelnmesse dieses Jahr nicht gezaudert: Die Messe findet statt. Als „Special Edition“ mit gerade mal 250 Ausstellern, dafür aber auch digital für alle „@home“. 

Mit Spannung ist die Entscheidung der Koelnmesse zur Ausrichtung der Kind + Jugend in 2021 erwartet worden. Denn hinter den Kulissen hatte bereits eine ganze Reihe zunächst angemeldeter Anbieter angedeutet, zum 9. Juni, dem letzten Zeitpunkt, zu dem ein kostenloses Storno möglich war, doch noch absagen zu wollen. Doch nun steht fest: Die Kind + Jugend geht mit einer „Special Edition“ den Re-Start der Baby- und Kleinkindausstattungsbranche an.

Ausgehend von einem fokussierten Branchenevent, das coronakonform nur in Halle 10 des Kölner Messegeländes stattfinden wird, setzt die Kind + Jugend damit im Übergangsjahr 2021 einen wichtigen Impuls für Hersteller und Handel hochwertiger Baby-­­ und Kleinkindausstattung. 

Dabei nahm die Anzahl potenzieller Teilnehmer zuletzt Woche für Woche ab. Noch Ende Mai wies die vorläufige Ausstellerübersicht 331 Firmen auf. Anfang Juni sank diese Zahl bereits trotz dreier Neuanmeldungen um 13,6 Prozent auf 286 und ging dann bis zum Zeitpunkt des kostenlosen Ausstellerstornos mit einem weiteren Minus von 28 Prozent noch einmal kräftig auf zuletzt 206 Aussteller zurück. Von den zunächst 49 aus Deutschland angemeldeten Anbietern zogen sich schlussendlich 20 zurück, darunter ABC Design, Avova, Odenwälder Babynest und Paidi. Ebenso stiegen jene oberfränkischen Anbieter aus, die schon 2020 mit dem Babyevent Oberfranken (BEO) eine Hausmesse organisierten, die im Juli 2021 erneut stattfindet.

Und dennoch: Geplant ist nun eine Präsenzmesse der Kind + Jugend als „Special Edition“, die laut Koelnmesse am Ende mit knapp 250 deutschen und europäischen Ausstellern realisiert und durch digitale Elemente angereichert wird. 

„Der Branche fehlt ihr jährlicher Treffpunkt in Köln“, erläutert Oliver Frese, Geschäftsführer der Koelnmesse. „Gemeinsam mit den angemeldeten Unternehmen sind wir überzeugt davon, dass der Re-Start im September wichtige Impulse für die Branche bieten wird“, so Frese weiter. 

Letztes Jahr noch fiel die Entscheidung des Veranstalters anders aus. Dabei wäre eine Durchführung im September durchaus möglich gewesen. Doch in 2020 hatte man noch eine Rumpfveranstaltung vermeiden wollen, die bei deutlich weniger Ausstellern das übliche Messeerlebnis der weltweit bedeutendsten Messe in dem Sektor vermissen lassen würde.

Dieses Jahr ging die Abwägung anders aus. Dabei dürften weniger Ertragserwägungen eine Rolle gespielt haben als die Notwendigkeit, die Kontinuität nicht ganz abreißen zu lassen. Und wenn auch das Ausstellerfeld deutlich verringert ist, setzt das Festhalten an der Ausrichtung in 2021 ein starkes Zeichen. Die Veranstalter der Kind + Jugend bieten damit jenen Unternehmen, die unter den ungewöhnlichen Umständen im Rahmen eines ausgefeilten Hygienekonzepts den Zugang zum Markt suchen, eine Plattform und lässt sie nicht allein. 

Respekt für die Kehrt­wende

Das Interesse an der Kind + Jugend sei gerade auch auf Seiten des Handels da, wie eine aktuelle, aber nicht repräsentative Befragung der Fachbesucher durch den Veranstalter ergeben habe. So plane rund die Hälfte der Händler aus den europäischen Staaten einen Besuch der Kind + Jugend auch in 2021 ein.

Auf Nachfrage zur Anzahl der Besucher aus Europa teilte die Pressesprecherin Christine Hackmann mit, dass 2019, zur letzten Kind + Jugend vor dem großen Coronaeinschnitt, etwa 24.000 Fachbesucher aus 133 Ländern verzeichnet wurden. Etwa 18.000 davon stammten aus Deutschland und Europa.

Durch den Fortschritt der Impfkampagnen besonders in den europäischen Staaten und die schrittweise Aufhebung von Reisebeschränkungen erwacht auch das Interesse an Geschäftsreisen und Messebesuchen wieder deutlich. In der Folge erweitern Fluggesellschaften kontinuierlich ihre Kapazitäten und Angebote. 

Man sei zudem im intensiven Austausch mit den angemeldeten Unternehmen und lote derzeit die Möglichkeiten einer Präsentation auf der Messe aus. Geplant sind im Setting der „Special Edition“ in diesem Jahr unter anderem auch Vorträge und Trendberichte im Rahmen des „Trendforums“. 

Unternehmen, die der Messe in diesem Jahr fernbleiben müssen, haben durch das Programm „Remote Booth Plus“ die Möglichkeit, sich dennoch mit einem eigenen Stand zu präsentieren. Die Buchung dieses Standmodells enthält zahlreiche Serviceleistungen inklusive Standpersonal, das die unternehmenseigenen Produkte betreut und den direkten Draht in die Branche gewährleistet. 

Die Kind + Jugend „Special Edition” wird in der Halle 10 unter Beachtung aller gesetzlichen Corona-Verordnungen durchgeführt. Die Koelnmesse hat dazu ein umfassendes Maßnahmenpaket entwickelt, das unter dem Namen „#B-SAFE4business“ lückenlos und zuverlässig das Miteinander auf der Messe regelt.

Für alle anderen: Kind + Jugend @home

Außerdem arbeitet die Koelnmesse unter dem Titel Kind + Jugend @home an einem digitalen Angebot. Dieses startet mit der Vor-Ort-Veranstaltung am 9. September 2021 und wird über deren Ende am 11. September hinaus bis zum 30. Oktober im Netz erreichbar sein. Unternehmen können digitale Showrooms buchen, die folgende Features bieten:

  • Interaktives Ausstellerprofil mit Kontaktdaten und Produktgruppeneinträgen
  • „Talk to me“-Funktion für den direkten Austausch mit den Besuchern
  • Öffentlicher Text-, sowie Audio- und Video-Raum
  • Einfache Auffindbarkeit über die Suchfunktion im Bereich „Aussteller/Produkte“
  • DSGVO-konforme Lead-Generierung durch umfassende Nutzer-Statistik
  • Direkte Verlinkung zu Product-Stage-Slots und Conference Room

Die Preise für die Teilnahme an der Plattform reichen von 1.525 Euro (Paket „Plus“) bis zu 4.200 Euro (Paket „Premium“). Aussteller, die auf der Messe vor Ort ausstellen, können diese Pakete für 365 Euro beziehungsweise 3.040 Euro dazubuchen. 


Cover der Ausgabe, aus dem der Beitrag stammt. Der eben gelesene Beitrag
Einfach ein Statement!
erschien in der gedruckten Ausgabe 06-07 / 2021 von Childhood Business vom 23.06.2021 auf Seite 38

Hier geht es zu ausgewählten Beiträgen aus der Ausgabe. Nicht alle Inhalte sind Online zu lesen. Die komplette Ausgabe können Sie im Shop hier bestellen.

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Als Chefredakteur hat Martin Paff die Branchenmagazine "Childhood Business" und "Childhood Shoes" gegründet. Die Zeitschriften bieten eine Plattform, um die Akteure und Experten im Bereich der Kindermode, Kinderschuhe sowie Erstausstattung miteinander zu vernetzen, relevante Themen aufzubereiten und diese attraktiv zu vermitteln. Als Vater eines Sohnes kennt er viele Aspekte aus eigener Anschauung.