Durch die Pandemie ist der Verbrauch in Deutschland 2020 erheblich gesunken. Niedrige Inzidenzen und Lockerungen bringen die Bundesbürger wieder in Kauflaune, wie eine aktuelle Studie des Institut der deutschen Wirtschaft (IW) mit The Conference Board (TCB) zeigt

Der private Konsum kam im vergangenen Jahr kräftig unter die Räder. Durch die Pandemie gingen schätzungsweise 150 Milliarden Euro an Konsumausgaben verloren. Im ersten Quartal 2021 dürften weitere rund 50 Milliarden ausgefallen sein.

Eine neue Umfrage des IW lässt nun auf Besserung hoffen: Das Verbrauchervertrauen ist von knapp 97 Punkten im ersten Quartal 2021 auf rund 106 Punkte im zweiten Quartal gestiegen. Damit übertrifft es sogar das vor der Coronakrise im vierten Quartal 2019 erreichte Niveau von 103 Punkten.

Trotz verbleibenden Pandemie-Risiken und steigender Preise scheinen die Verbraucher derzeit weniger verunsichert.

Wieder gute Jobaussichten

Ein wichtiger Grund für den Konsumoptimismus ist die bessere Beschäftigungsperspektive. Fast 50 Prozent der Bundesbürger schätzen diese als positiv ein.

Eine weitere Ursache für die steigende Konsumlaune ist die als besser empfundene Finanzlage: Die Zahl der Befragten, die ihre finanzielle Situation als gut einschätzen, stieg im Vergleich zum Anfang des Jahres um fast fünf Prozentpunkte auf rund 30 Prozent und damit auf einen neuen Höchststand.

Besonders in den Einkommensklassen mit hohen Konsumanteilen ließ sich das beobachten. Die Neigung zur Neuanschaffung ist ebenfalls gestiegen und erreicht das Niveau von vor der Krise.

Realisierung der Konsumpläne ungewiss

Während das Vertrauen nach dem Absturz wieder zurück ist, sehen die IW-Ökonomen noch gewisse Hindernisse auf der Angebotsseite.

Einschränkungen wie Mindestabstände und Teilnehmerbeschränkungen sowie möglicherweise niedrige Impfraten belasten die Veranstaltungsbranche und die Gastronomie weiterhin. Auch die niedrigeren Produktionskapazitäten der Unternehmen könnten den Nachfrageimpuls wieder eindämmen.

Gleichzeitig bleibt die finanzielle Zurückhaltung bestehen: So wollen 46 Prozent der Bundesbürger ihr Geld weiterhin sparen – vor der Krise lag der Anteil zwischen 25 und 29 Prozent.

Ob sich der Optimismus der Konsumenten in der zweiten Jahreshälfte so kräftig realisiert wie das Verbrauchervertrauen momentan signalisiert, ist deshalb noch nicht ausgemacht.

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Als Chefredakteur hat Martin Paff die Branchenmagazine "Childhood Business" und "Childhood Shoes" gegründet. Die Zeitschriften bieten eine Plattform, um die Akteure und Experten im Bereich der Kindermode, Kinderschuhe sowie Erstausstattung miteinander zu vernetzen, relevante Themen aufzubereiten und diese attraktiv zu vermitteln. Als Vater eines Sohnes kennt er viele Aspekte aus eigener Anschauung.