Dirk Petermann (li.) überreicht dem Geschäftsführer Bernd Stocker von Spielwaren Kurtz zur Eröffnung des Marken-Stores einen Steiff-Glücksbären.

Seit dem 1. April 2022 gibt es einen neuen Steiff-Partnershop. Dieser wurde beim erst kürzlich wieder eröffneten Spielwaren Kurtz in der Sporerstraße 8 in Stuttgart eingerichtet. Das Spielwarengeschäft kann, lässt man die Insolvenz Ende 2021 außer acht, auf eine lange Tradition zurückblicken, die bis in das Jahr 1833 zurückreicht und die lange Zeiten für ein Spielwarenangebot in Stuttgart sorgte.

Der Steiff-Markenshop verfügt sich bei Spielwaren Kurtz neben einer Verkaufsfläche von rund 100 Quadratmetern über einen eigenen Eingang im Erdgeschoss des Gebäudes. Angeboten wird die gesamte Bandbreite von Steiff. So werden Teddybären und Plüschtieren, Steiff Baby- und Kindermode sowie exklusive Lizenzprodukte für Liebhaber des “Knopfs im Ohr” präsentiert.

Dirk Petermann, CEO von Margarete Steiff, überreichte dem Geschäftsführer von Spielwaren Kurtz, Bernd Stocker, und seinen Mitarbeitern zur Eröffnung einen Glücks-Teddybären aus dem Hause Steiff: „Ich bin sehr stolz und froh, dass wir diese Chance zusammen ergriffen haben und im engen Zusammenspiel mit unserem etablierten Shop im Dorotheen Quartier nun auch das ‘Spielwaren Traditionshaus Kurtz’ zu einem echten Steiff-Einkaufserlebnis für Groß und Klein machen. Besonders freut mich, dass wir damit unser großes Marken-Potential in der Metropolregion Stuttgart noch besser bedienen können, und [ich] wünsche dem gesamten Team von Bernd Stocker viel Erfolg“.

Spielwaren Kurtz blickt nicht nur auf eine lange, sondern auch zuletzt turbulente Geschichte zurück. Erst zum Ende 2021 gingen in dem Stuttgarter Traditionshaus nämlich die Lichter aus.

Begründet wurde das seinerzeit mit dem Hinweis auf die coronabedingten Schwierigkeiten im stationären Handel. So hätten rückläufige Frequenzen in der Innenstadt, einhergehend mit hohen Mietkosten und dem sich wandelnden Kaufverhalten der Konsumenten zugunsten des Online-Handels für die Probleme des Hauses gesorgt.

Doch vermutlich spielte auch die damalige Eigentümerschaft eine Rolle. Immerhin gehörten die Spielwarenhäuser der Kurtz GmbH der Kanz Financial Holding (KFH), die eine spektakuläre Insolvenz hingelegt hatte. Doch die gleichen Kanz’schen Akteure lösten über eine der wenigen, von der Insolvenz nahezu der gesamten Gruppe auf wundersame Weise nicht betroffenen Gesellschaften, der Bellybutton International GmbH, alle Spielwarenhäuser der Kurtz GmbH von der insolventen Kanz Financial Holding 2020 durch Übernahme heraus.

Fortan musste sich Spielwaren- und Textilsortimente die Handelsfläche teilen. Verantwortlich dafür war Harald Hepperle. Kritiker monierten, dass in der Folge das Spielwarensortiment weder in der Tiefe noch in der Breite mit früheren Zeiten vergleichbar war. Auch dürfte der Spielraum für Investitionen und Finanzierung eingeschränkt gewesen sein.

Selbst bei der ehemals sehr erfolgreichen und früher weithin reputierlichen Marke Bellybutton scheint der ehemals auch Online mögliche Handel in Bedrängnis geraten zu sein. So bietet die Website seit geraumer Zeit für Kunden keine Möglichkeit zum Shoppen an.

Die Unternehmensgruppe Kanz war übrigens auch für viele Jahre Lizenznehmer der Marke Steiff im Textilbereich. Die Auflösung des Lizenzvertrags durch das Haus Margarete Steiff wurde von Branchenbeobachtern als Anfang vom Ende der Kanz-Gruppe gewertet, da nach dem Wegfall der üppigen Gewinne aus der Lizenzmarke das Unternehmen Vermutungen zufolge strukturell defizitär war.

Die Trennung erfolgte alles andere als einvernehmlich und juristische Händel prägten die Zeit nach der Trennung der beiden lizenzbedingt ehemals eng kooperierenden Unternehmen.

So dürfte erst der jüngste Neustart von Spielwaren Kurtz den Weg eröffnet haben, dass das Haus Steiff jetzt wieder an diesem Standort den neuen (alten) Geschäftsführer Stocker durch einen Markenstore unterstützt.

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