Ausgabe 09-10(2022 zur Kind + Jugend 2022

Was war das in früheren Jahren für eine Zeit vor der Kind + Jugend. Es war einfach klar, dass jedes Unternehmen von Rang und Namen und jedes Start-up mit Ambitionen nach Köln kommt.

Denn mit dem langjährigen Ruf als „Weltleitmesse“ der Babybranche konnte man sicher sein, dass aus der ganzen Welt zahlreiche Fachbesucher an den Rhein reisten. Geschäftlich ließen sich so Kontakte zu nahezu jedem relevanten Winkel der Erde herstellen. Den Heimatmarkt hat eigentlich jedes Unternehmen gut im Griff.

Die weltweite Vernetzung ist einer der USPs einer internationalen Messe. Daher waren die intensiven Wochen vor dem Start immer geprägt von Messevorbereitungen, der Finalisierung von Produkten, der Gestaltung des Stands und der Erstellung von Produktinformationen und Pressematerialien.

All das war in den letzten zwei Jahren nicht mehr zu spüren. Auch in 2022 führte man mehr Gespräche darüber, warum ein Unternehmen noch einmal aussetze wolle, obgleich es sich natürlich zur Messe bekenne, als über anstehende Neuheiten. Für viele scheint der Druck raus zu sein, zum Messestart in Köln neue Produkte vorzubereiten und vorweisen zu können.

Zugleich ist aufseiten der Messeveranstalter viel zu wenig Bewegung zu verspüren. Die Kosten sind unverändert hoch bei veränderten Besucherzahlen. An Werbung für die Veranstaltungen wird zugleich gespart. Und die Eventformate ändern sich kaum.

Doch auch die Kind + Jugend ist ein gutes Beispiel dafür, dass sich die Messewelt in einem tiefen Wandel befi ndet. Dabei ist es nicht einmal die Digitalisierung, die das Fundament zu erodieren droht. Die Menschen wollen schon endlich wieder Messe, endlich wieder persönliche Treffen, selbst in unserer durchdigitalisierten Welt.

Doch Messen müssen mehr bieten als Hallen und Flächen. Sie müssen endlich auch ein ausgereiftes digitales Angebot zur Vernetzung liefern. Sie sollten die Kosten nicht noch weiter steigern und kommen nicht umhin, die emen Umwelt, Abfall und Klima zu fokussieren.

Nicht zuletzt sollten gerade die Apologeten des Networkings ihre Partner konsequenter vernetzen. Das gilt übrigens auch für die Pressearbeit. Denn Fachjournalisten tragen dazu bei, mittels ihrer Berichterstattung über Unternehmen, dass diese ihre Messeteilnahme als erfolgreich empfinden.

Unabhängig davon: Wir freuen uns auf alle Produktneuheiten und auf das, was wir aus Köln für unsere „Best of“-Ausgabe mitnehmen werden!

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