Rofu Kinderland: Vereinbarung zur Fortsetzung mit unbekannter Investorengruppe getroffen

Die Rofu Kinderland Spielwarenhandelsgesellschaft GmbH meldet, dass für das Unternehmen drei Monate nach dem Insolvenzantrag und der Eröffnung des Eigenverwaltungsverfahrens am 1. April 2026 eine Investorenvereinbarung mit der neuen Kids & School Holding abgeschlossen wurde. Gesellschafter ist die Top Locc GmbH. Der geschäftsführende Gesellschafter Achim Weniger verfügt als ehemaliger Vedes-Vorstand über jahrzehntelange Branchenerfahrung. Zusammen mit einer Investorengruppe werden die Voraussetzungen geschaffen, um Rofu finanziell zukunftsfähig und wirtschaftlich erfolgreich aufzustellen. 

Rofu Kinderland befindet sich seit dem 19. Januar 2026 in einem Eigenverwaltungsverfahren, das auf den langfristigen Erhalt des Unternehmens abzielt. Dabei bleibt das Management im Amt und wird von Sanierungsspezialisten unterstützt. Marcus Katholing von der Pluta Management ist als Sanierungsgeschäftsführer tätig und setzte zuletzt zentrale Restrukturierungsmaßnahmen um.

Das Amtsgericht Idar-Oberstein bestellte Rechtsanwältin Annemarie Dhonau von der Kanzlei Schiebe und Collegen zur Sachwalterin, die das Verfahren im Interesse der Gläubiger begleitet.

Insolvenzplanlösung in Arbeit

Die Verantwortlichen haben den Kaufvertrag bereits unterzeichnet. Die Investorenlösung wird im Rahmen eines Insolvenzplans umgesetzt. Rofu Kinderland wird gemeinsam mit dem Pluta in den nächsten Wochen einen Insolvenzplan erstellen und strebt damit einen Vergleich mit den Gläubigern an.

Mit Annahme des Insolvenzplans durch die Gläubigerversammlung können die Investoren den Geschäftsbetrieb und wesentliche Vermögenswerte übernehmen. Dazu wird ein sogenannter Erörterungs- und Abstimmungstermin einberufen, der im Sommer stattfinden soll.

Wenn die Gläubiger der Insolvenzplanlösung mehrheitlich zustimmen, kann die Transaktion vollzogen werden und das Verfahren wird anschließend aufgehoben. Geplant ist, dass Rofu Kinderland ab August 2026 wieder eigenständig handeln kann.

Die Investorenvereinbarung sieht vor, dass 77 Filialen von Rofu Kinderland fortgeführt werden. Dort sind 1.035 Mitarbeiter tätig, die vom Investor übernommen werden.

27 Standorte sind nicht Teil des Erwerberkonzepts. Diese Filialen werden voraussichtlich bis zum Juli einen Räumungsverkauf durchführen. Anschließend werden die Filialen an die Vermieter zurückgegeben. Rund 330 Mitarbeitern – mehr als drei Viertel davon Teilzeitkräfte und Aushilfen – in den betroffenen Filialen wird gekündigt werden.

Auch in der Zentrale am Hauptsitz in Hoppstädten-Weiersbach wird es im Rahmen des Erwerberkonzepts einen Personalabbau geben. Insgesamt werden dort nur gut 80 der rund 360 Mitarbeiter übernommen.

Das Außenlager in Rammstein mit rund 60 Mitarbeitern wird geschlossen. Durch die Investorenlösung bleiben also rund 1.120 Arbeitsplätze erhalten. 

„Die Investorenvereinbarung im Rahmen eines Insolvenzplans bietet die Chance, das Unternehmen Rofu zu erhalten. Auch für die Gläubiger erreichen wir damit die bestmögliche Lösung. Der Abbau von Arbeitsplätzen ist schmerzhaft, aber leider unvermeidbar“, erklärt Rofu-Geschäftsführer und Pluta Sanierungsexperte Marcus Katholing.

Eine langfristige Fortführung des Unternehmens sie nur durch diese Lösung möglich. Ansonsten hätte die Einstellung des gesamten Betriebs beschlossen werden müssen. so Katholing weiter. Mit der künftig verschlankten Aufstellung würden die Strukturen an die Marktgegebenheiten angepasst.

Erfahrener Investor mit Branchenexpertise

Achim Weniger von der der Kids & School Holding sagt: „Wir freuen uns sehr, dass wir mit unserem Konzept überzeugen konnten. Wir sehen großes Potenzial, das Unternehmen Rofu weiterzuentwickeln und als wichtigen stationären Marktpartner in der Spielwarenbranche dauerhaft zu positionieren. Mit gezielten Maßnahmen und dem vorgestellten Restrukturierungsplan wollen wir Rofu wieder profitabel machen und in eine positive Zukunft führen. Der Fokus liegt auf effizienten Prozessen und strategischen Partnerschaften, um die Filialen wirtschaftlich zu betreiben. Das traditionsreiche Familienunternehmen mit einem großen Filialnetz bietet tolle Sortimente für Kinder und Familien, umfassende Services und Beratung vor Ort.“ 

Unklar bleibt zum Zeitpunkt der Mitteilung, welche Investoren hinter der Kids & School Holding stehen und wer damit schlussendlich für die Finanzierung des weiteren Geschäfts einsteht.

Der Geschäftsbetrieb in den über 100 Filialen von Rofu Kinderland lief in den vergangenen Monaten vollumfänglich weiter. Zudem verbesserte das Unternehmen die Prozesse und arbeitete daran, die Bestands- und Flächensteuerung effizienter zu gestalten und die partnerschaftliche Zusammenarbeit mit den Lieferanten zu intensivieren.

Auch im eröffneten Verfahren läuft der Geschäftsbetrieb weiter. Die Gehälter der Mitarbeiter werden aus den laufenden Einnahmen bezahlt und alle Fachmärkte bleiben mit ihrem attraktiven Sortiment zu den gewohnten Zeiten geöffnet. Auch im Online-Shop können die Kunden wie gewohnt ihre Bestellungen aufgeben. 

Der Rofu-Geschäftsführer Michael Fuchs wird dem Unternehmen in den kommenden Wochen noch zur Verfügung stehen und nach der geplanten Übertragung an die Investoren verlassen. Geschäftsführer Michael Edl ist bereits Anfang April aus der Geschäftsführung ausgeschieden.

Rofu Kinderland ist bisher eine der führenden Spielwaren- und Babyfachmarktketten im Südwesten Deutschlands. Seit über 40 Jahren verkauft das Unternehmen Spielwaren aller bekannten Marken. Kinderbücher, Schulhefte, Bastelsets sowie Puzzle und Gesellschaftsspiele runden das Sortiment ab.

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