Die Vormachtstellung von Carrera im sogenannten Slotcar-Segment ist derart hoch, dass das Unternehmen dieses nahezu alleine bedient. Damit geht auch eine große ­Verantwortung einher.

Das grundlegende Slotcar-Prinzip der Carrera-Bahn ist simpel und seit über 50 Jahren nahezu unverändert: In der Fahrbahn befinden sich zwei Spuren mit einem Metallleiter, durch den Strom fließt. Durch einen zur Bahn gehörenden Drücker wird die Stromzufuhr reguliert. Je kräftiger gedrückt wird, desto schneller fährt der Wagen auf der Bahn. Per Knopfdruck kann zudem an speziellen Bahnabschnitten die Spur gewechselt werden. Nur mit zwei Fingern sind spektakuläre Aktionen möglich: riskante Überholmanöver, Drifts um enge Kurven und Hochgeschwindigkeitsrennen auf gerader Strecke. Mit diesem einfach zu erlernenden System zählt die Carrera-Bahn zu den ganz wenigen Spielwaren, bei denen sich die Spielenden aus allen Altersklassen auf einer Ebene begegnen. Viele Eltern, vor allem natürlich viele Väter, fühlen sich beim Anblick einer Carrera-Bahn zudem an die eigene Kindheit erinnert. Auch die Nostalgie ist ein nicht unerheblicher Verkaufsfaktor.

Global unangefochten

In den 1980er-Jahren geriet der Hersteller Neuhierl wegen des seinerzeit sinkenden Interesses an Autorennbahnen ins Schlingern und musste schließlich Konkurs anmelden. Seit 1999 gehört Carrera zu Stadlbauer Spiel- und Freizeitartikel. Heute ist Carrera wieder in der Gewinnzone, auch dank zahlreicher Innovationen und eines gelungenen Marketings. Carrera ist global gesehen der Weltmarktführer im Bereich der Slotcar-Bahnen. Im deutschsprachigen Raum liegt der Marktanteil nach Unternehmensangaben bei 96 Prozent. Über eine Million Basissets und fast drei Millionen Autos werden jährlich verkauft. Gründe für diesen Erfolg sind einerseits natürlich der hohe Spaßfaktor und die erwähnte Fähigkeit, die Generationen an einer Rennbahn zu vereinen. Andererseits bietet Carrera aber auch die Vorteile eines sehr zuverlässigen und erprobten Systems. Weil die Produkte von Carrera in der DACH-Region flächendeckend im Fachhandel zu finden sind, ist eine gute Kundenbetreuung sichergestellt und sind ergänzende Folgekäufe beziehungsweise die Beschaffung von Ersatzteilen problemlos möglich. Auch wenn Stadlbauer bestrebt ist, Carrera bei den Handelspartnern als ein Systemgeschäft mit zahlreichen Ergänzungssets zu platzieren, sind auch kleinere Abnahmemengen für Geschäfte, die ihr Sortiment nur punktuell oder testweise erweitern wollen, jederzeit möglich. Das Unternehmen hat aber auch ein ausgeklügeltes Partnerschaftsprogramm entwickelt. Besonders aktive Händler bekommen zusätzliche PoS-Materialien und eine Schaubahn gestellt, mit denen die Kunden im Geschäft die ersten Runden drehen können.cb06_2016-carrera-combined-s-95

Nur mittels einer konstanten Weiterentwicklung des Systems kann Carrera – und damit auch das Segment der Slotcar-Bahnen – im Wettbewerb bestehen. Weil die wenigen und nur kleinen Konkurrenten wie Scalextric und Ninco kaum Werbung finanzieren können, liegt es an Carrera, das Marktsegment immer wieder neu zu beleben. Auch deshalb wird ein so großer Wert auf die Zusammenarbeit mit dem Fachhandel gelegt, der es ist, der schlussendlich die Faszination immer wieder aufs Neue an seine  Konsumenten weitergibt.