Steht zu Lande und zu Wasser.

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Träumt man vom Sommer, so denkt man an Sonne, Sand und Strand. Ein strahlender Himmel, heiße Tage und die Abkühlung im Nass, ganz gleich ob im See oder Meer, drängen sich automatisch mit dazu. Und künftig vielleicht auch Salt-Water Sandals.

Fast zu schade und doch dafür geschaffen:
Salt-Water Sandals sind nicht nur schicke Sommerschuhe, sondern lassen sich trotz Leder im Strandurlaub im Wasser tragen.

Seit einigen Jahren steht mit Salt-Water Sandals eine richtig schöne Sommermarke für den Handel bereit. Hier ist der Name Programm, denn die Sandalen sind aus Leder und lassen sich beim Strandurlaub auch im Wasser tragen. Ein Extrapaar Badelatschen muss also nicht mit ins Reisegepäck. Und das Beste: Die Designs der Modelle lehnen sich eben nicht an nützliche, aber gesichtslose Strandutensilien an, sondern gefallen durch ihre klassischen Ausführungen mit einer nostalgischen Farbpalette. Salt-Water Sandals sind also perfekte Urlaubsbegleiter, die sowohl tagsüber als auch beim abendlichen Flanieren schmücken. Entdeckt hat das Label Rachael Lainé. Wie bei vielen Gründerinnen im Bereich Mode und Schuhe war die Mutterschaft und die Auseinandersetzung mit Produkten für die Kinder der Auslöser, sich selbstständig zu machen. Doch statt eines eigenen Labels entschied sie sich, mit Craftymothers einen Vertrieb für die entdeckte Schuhmarke aus den USA zu gründen. Und das mit Erfolg: Mittlerweile wird Salt-Water Sandals in über 35 Ländern verkauft, von denen Lainé 28 gemeinsam mit lokalen Vertriebspartnern wie Annika Fröhlich von der Minime Sales Agency in Hamburg verantwortet.

Childhood Business: Salt-Water Sandals gibt es schon seit Jahrzehnten und wirken doch so frisch. Wie kann das gelingen?

Rachael Lainé: Die Marke ist mit ihrer unaufdringlichen Ästhetik in der Tat zeitlos und passt perfekt zu allen Outfits wie auch Altersgruppen. Ob jemand Jeans oder eine Designerjacke, Shorts oder ein Blumenmädchenkleid trägt – Sandalen sind einfach wunderbar neutral. Ich finde, Salt-Water ist einfach ein i-Tüpfelchen für jedes Outfit. Das Label bringt nicht jedes Jahr eine komplett neue Kollektion heraus, sondern ergänzt das Angebot durch wenige neue Trendfarben, die zu den aktuellen Farbpaletten in der Mode passen. Jeden Sommer kann der Kunde aus fast 90 Kindermodellen ein frisches Design wählen.

Rachael Lainé entdeckte Salt-Water Sandals, als sie mit ihrem zweiten Kind im Mutterschaftsurlaub war. Für den Vertrieb der wasserfreundlichen Ledersandalen mit ihrer nostalgischen Ästhetik gründete sie 2010 in Großbritannien Craftymothers – und ist seit 2013 für Europa und seit 2014 auch für Asien zuständig.

CB: Sandalen gehören zum Sommergefühl. Doch wie viel Emotion ist erlaubt und wie wichtig sind funktionale Aspekte?

RL: Sandalen sollen bequem sein und nicht erst eingetragen oder mit Socken kombiniert werden müssen. Unsere Produkte eignen sich, direkt aus dem Schuhkarton heraus Lauffreude zu bereiten. Und unsere Fachhändler bestätigen uns immer wieder, dass viele Kunden die Schuhe gleich nach dem Kauf noch im Laden anziehen. Für mich sollten Sandalen keinen ausgeprägten Absatz haben, sondern sich so anfühlen, als würde man gar nichts tragen. 

CB: Salt-Water Sandals versprechen, dass das Spielen am Strand und auch das Eintauchen ins Wasser kein Problem ist. Da Ihre Sandalen aus Leder sind, wie stellen Sie sicher, dass der Schuh nicht gebrochen wird?

RL: Die originalen Sandalen wurden aus Altleder hergestellt, das für die Herstellung von Militärstiefeln verwendet wurde. Diese Stiefel mussten im Schlamm marschieren, im Regen stehen und durchs Wasser waten, ohne sich zu dehnen oder zu reißen. Das gleiche Leder wird für diese Sandalen verwendet, sodass sie mehr als fähig sind, im Meer zu spritzen oder in Pfützen zu springen.

CB: In Deutschland spielt Nachhaltigkeit und das Thema der Gerbung bei sorgsamen Eltern eine Rolle. 

RL: Da Salt-Water Sandals auch nass werden und das aushalten müssen, lässt sich das eingesetzte Leder leider nicht vegetabil gerben. Daher können wir nicht behaupten, organisch zu sein. Aber wir haben vor Kurzem alle Kunststoffe aus unseren Verpackungen verbannt und die Silica-Trockenmittelbeutel durch Sticker ersetzt. Unsere Schachteln sind leimlos und fallen für Schuhkartons recht klein aus, da wir möglichst wenig Papier verwenden wollen. Das kommt dem Fachhandel übrigens entgegen, da so weniger Regal- und Lagerfläche beansprucht wird.

CB: Die Marke stammt ja aus den USA. Wie unterscheidet sich der dortige Kinderschuh-Markt von Europa?

RL: Der Absatz von unabhängigen Fachhändlern über eigene Online-Shops ist in Europa viel fortschrittlicher als in den USA, wo Amazon wirklich dominant ist. Wir sehen außerdem große Unterschiede bei der Farbwahl der Kunden. Uns erscheint in dieser Hinsicht der europäische oder asiatische Konsument viel mutiger als der Amerikaner. Hier werden wir in 2019 die Farbtöne Senf und Olive vorstellen, was in den USA nicht vorstellbar ist. Olive wird sicherlich zu einer Kernfarbe in Europa.

CB: Wie ist eigentlich Ihre genaue Rolle? Sie fungieren als Berater, als Distributor und auch als Stimme der Marke in Europa.

Sandalen werden, zumindest bis zu einem bestimmten Alter, auch von Jungen gern getragen. Die Farbpalette von Salt-Walter Sandals eignet sich für beiderlei Geschlecht. Und so mancher Junge findet sogar an den farbenträchtigeren Modellen seine Freude.

RL: Sie haben recht. Meine Aufgaben sind in der Tat vielfältig. Ich würde sagen, ich bin in der Region der Sachwalter der Marke. So kümmere ich mich um die Erstellung aller Marketing-Assets und auch darum, wie die Marke in Image-Bildern dargestellt wird. Zudem achte ich auf das Pricing, damit wir mit unseren Produkten in der Branche konkurrenzfähig sind. Und ich verantworte den Vertrieb. Derzeit investiere ich in mehr Personal und in ein sehr robustes Supply-Chain-System, um auf das Wachstum zu reagieren. Aktuell wollen wir ein eigenes Lager auf dem europäischen Festland mieten, da der kontinentale Absatz wächst und wir Umsatz wie Distribution gegen den Brexit absichern müssen.

CB: Wie viele Geschäfte führen die Marke in Deutschland? 

RL: Unser erster Kunde stammt aus 2012. Derzeit sind wir bei etwas über 40 Händlern präsent. Weitere Interessenten sollten sich bei Annika Fröhlich von der Minime Sales Agency melden. Gern würden wir auch mehr Damenboutiquen und Kaufhäuser als Partner gewinnen. 

CB: Können Sie die Kollektion noch etwas beschreiben? 

RL: Salt-Water Sandals produziert nur ein Sortiment pro Jahr. Für Kinder gibt es 89 Modelle und für Erwachsene übrigens 51, seit diesem Jahr ab Größe 34. Wir produzieren bis zu 17 Farben.

CB: Sind Sandalen für Sie nur ein Thema für Mädchen?

RL: Wir trennen das gar nicht so streng nach Mädchen und Jungen. Wir haben nur einen Stil, der sicherlich etwas mehr für Mädchen als für Jungen ausfällt. Denn wir beobachten, dass Jungs ab einem bestimmten Alter einfach keine Sandalen mehr tragen wollen. Wie stark das ausgeprägt ist, hängt auch vom Lebensstil der Eltern ab. Mein Sohn trägt noch mit zwölf Jahren Sandalen. Wir verkaufen am stärksten die neutral gegerbten Modelle und die in Marinefarben in allen Stilrichtungen und das durchaus an beide Geschlechter. Unsere Nummer eins unter den Kindersandalen ist die einfache Two-Straps-Sandale „Surfer“. Aber wir kennen auch Jungen, die Rot, Grün oder Gelb tragen. Was wir als „mädchenhafte“ Farben ansehen, verkauft sich in einigen Märkten ebenso an Jungen. 

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