Illustration:Pressten Verlag/IC4 Design
Illustration:Pressten Verlag/IC4 Design

Malen ist wieder „in“: Die Kleinen tun es eh gern und auch die Erwachsenen hat es wieder gepackt.

Ein weltweites Phänomen greift um sich: Erwachsene greifen wieder immer öfter zu Stift und Papier. Aber nicht um herkömmliche Briefe zu schreiben, sondern um zu malen. Oder genauer: auszumalen. Daher gibt es einen Boom an Malbüchern für Erwachsene, die immer mehr einem Hobby frönen, das sie mit ihren Kindern gemeinsam haben. So sind in den USA die Verkaufszahlen für Ausmal­bücher für Erwachsene von einer Million Exemplaren in 2014 auf geschätzte zwölf Millionen in 2015 hochgeschossen. Auch in Deutschland steigt das Angebot an Malbüchern insgesamt. So verzeichnet Buchhandel.de für 2013 insgesamt 156 Titel, die in 2014 auf 260 Titel und über 539 Titel in 2015 auf bis 856 Titel in 2016 gestiegen sind.

Und da ja beim Ausmalen Farbe auf das Papier gehört, haben die traditionellen Buntstiftehersteller weltweit Probleme, der so plötzlich gestiegenen Nachfrage nachzukommen. Der nach eigenen Angaben weltgrößte Hersteller von Holzbuntstiften Faber-Castell vermeldet zweistellige Zuwachsraten beim Verkauf der Zeichenstifte und muss in Deutschland zusätzliche Produktionsschichten fahren, um die Nachfrage zu befriedigen. Die australische Tochter des deutschen Anbieters Staedtler vermeldet zweistellige Wachstumsraten und das Unternehmen investiert bereits in zusätzliche Produktionskapazitäten. Auch Stabilo vermeldet eine deutlich erhöhte Nachfrage. Und offenbar handelt es sich um einen weltweit zu verzeichnenden Trend. Kürzlich berichtete The New York Post, dass es in Brasilien zu Engpässen bei der Buntstiftversorgung kam.

Wer eine deutsche Buchhandlung aufsucht oder auch nur am Bahnhof durch das Angebot an Reiseliteratur stöbert, wird auf zahlreiche Malbücher für Erwachsene stoßen.

Doch das, was die Erwachsenen aktuell offenbar neu für sich entdecken, ist bei Kindern Gang und Gebe. Ein Blatt Papier und ein paar Stifte reichen und schon geht es im Alter von drei bis vier Jahren los. Für die ersten Malübungen kann das Papier gar nicht groß genug sein, denn Grenzen nehmen die Kleinen noch gar nicht wahr. Stifte sind zu Beginn natürlich dicker und damit gut zu greifen. Je nach Talent und vor allem Übung lassen die Zeichnungen schon bald die etwas abstrakt geratene Phase hinter sich und Häuser, Autos, Sonne, Himmel, Bäume und Blumen bevölkern die kleinen Kunstwerke.

Childhood Business stellt eine Anzahl aktueller Malbücher für Kinder vor, die sich von den klassischen und meist auch etwas billig aufgemachten Zeitvertreiber angenehm unterscheiden, sei es durch die Idee und Ausstattung oder durch besondere Maleffekte.

 


Cover der Ausgabe, aus dem der Beitrag stammt. Der eben gelesene Beitrag
Groß und klein im Malfieber
erschien in der gedruckten Ausgabe 09-10 / 2016 von Childhood Business vom 12.09.2016 auf Seite 126

Hier geht es zu ausgewählten Beiträgen aus der Ausgabe. Nicht alle Inhalte sind Online zu lesen. Die komplette Ausgabe können Sie im Shop hier bestellen.