Ein Signal: Die IMM Cologne soll Anfang 2021 stattfinden.
Ein Signal: Die IMM Cologne soll Anfang 2021 stattfinden. Foto: Koelnmesse / imm cologne / Fatboy , Grüner Wohnen, im Januar 2020

Mit der Absage der diesjährigen Kind + Jugend, die für den September 2020 angesetzt war, fehlt der Baby- und Erstausstattungsbranche eine wichtige Plattform, um nicht nur nationales, sondern auch internationales Geschäft zu machen. Einer der wichtigsten Bereiche mit der größten Anzahl an Ausstellern stellt der Möbelbereich dar. Und zumindest für diesen bietet sich am Standort Köln wenige Monate später mit der IMM Cologne eine Chance, zu einer neuen Normalität zurückzufinden. Denn heute hat die Messeleitung bekanntgegeben, dass die internationale Möbelmesse Mitte Januar 2021 stattfinden soll.

„Wir wollen mutig zusammen mit der Branche den Weg in die neue Normalität gehen“, fasst Matthias Pollmann, Geschäftsbereichsleiter Messemanagement der Koelnmesse, die Aufgabe mit Blick auf die IMM Cologne zusammen. Es gelte, der Branche eine sichere Plattform zu bieten, um die Position am internationalen Markt zu behaupten und die Aktualität des Themas Wohnen zu bedienen. 

Am 18. Januar 2021 werden die IMM Cologne und LivingKitchen ihre Tore öffnen. Das steht für Pollmann und Claire Steinbrück als Director der internationalen Einrichtungsmesse IMM Cologne fest. Aktuell seien rund 70 Prozent der Hallenfläche belegt.

„Das können wir unter den derzeitigen Rahmenbedingungen als einen wirklich sehr guten Anmeldestand werten“, erklärt Pollmann. „Aktuell können wir gegenüber den Vormonaten insgesamt auch ein gestiegenes Interesse an der Durchführung von Präsenzmessen erkennen. Immer mehr setzt sich die motivierende Erkenntnis durch, dass reale Begegnungen von Menschen zum Auf- und Ausbau von Geschäftsbeziehungen unverzichtbar sind“, so Pollmann weiter. 

Hinzu komme dass aus Konsumentensicht das Thema „Wohnen“ als Gewinner aus der Krise hervorgeht. Ähnlich wie in den Lebensbereichen „Campen“, „Homeoffice“ und „Digitalisierung“ sowie den einrichtungsrelevanten Themen „Outdoor Living“, „Kochen & Essen“ sowie „Home Spa“ gehört die Wohnungseinrichtung zu den Segmenten, deren Bedeutung für die Menschen durch die Pandemieerfahrung gestiegen ist und die eine zum Teil deutlich gesteigerte Nachfrage verzeichnen. Selbst wenn die Erwartungen an den Eventcharakter von Messen sicherlich nicht so hoch sind wie in den vergangenen Jahren – die der Konsumenten an das Erlebnis Wohnen sind es dafür umso mehr. 

Die Aussteller erwartet eine Messe mit hohem Sicherheitsstandard für alle Teilnehmer. „Leider existiert aber durch die immer wieder neu auftretenden Hot Spots in Europa noch eine Verunsicherung in der Branche. Deshalb bin ich der festen Überzeugung, dass wir jetzt damit beginnen müssen, die ’neue Normalität‘ zu leben. Wir dürfen nicht darauf warten, dass alte Zeiten wiederkehren, sondern müssen zusammen mutig die Zukunft gestalten“, so der Geschäftsbereichsleiter. 

Für die Sicherheit der Aussteller und Besucher hat die Koelnmesse ein Konzept erarbeitet und mit den Behörden abgestimmt, in dem alle hygienischen, medizinischen und organisatorischen Maßnahmen berücksichtigt sind. Darüber hinaus hat die Koelnmesse ein Hygiene- und Infektionsschutzkonzept erarbeitet, welches die aktuell geltenden Bestimmungen der Coronaschutzverordnung des Bundeslands und den Anforderungen des zuständigen Gesundheitsamts entspricht. So wird zum Beispiel in den Messehallen die verbrauchte Luft nach außen abgeführt und zu 100 Prozent neue Frischluft zugeführt, sodass sich Aerosole über unsere Lüftungsanlagen nicht verbreiten können. 

Ziel ist es, der Branche mit dem Messedoppel IMM Cologne und LivingKitchen im Januar 2020 eine leistungsfähige und zuverlässige Plattform zu bieten, damit die deutsche und europäische Möbel- und Küchenindustrie im internationalen Wettbewerb nicht an Boden verliert. „Aus meiner Sicht ist es für einen erfolgreichen Re-Start nicht zwingend notwendig, ausschließlich Innovationen zu zeigen – entscheidend ist, mit seinen Produkten auf der Messe präsent zu sein. Besonders im Einrichtungsbereich, wo das ‚Touch and Feel‘ und das reale Erleben der Produkte einen besonders hohen Stellenwert einnimmt, ist durch die Absage vieler Branchenmessen bei den Fachbesuchern der Bedarf nach einem Messebesuch wieder da“, beschreibt Pollmann die Stimmung. 

Dass Messeteam geht mit Zuversicht in die Besucherakquise. „Natürlich hängt die Besucherfrequenz von der Situation im Flugverkehr, bei der Bahn und im ÖPNV ab, sowie davon, inwieweit Reisebeschränkungen aufgehoben werden. Jedoch erreichen wir trotz der derzeit bestehenden Reiserestriktionen bereits rund 90 Prozent unserer Fachbesucher“, heißt es von Seiten der Organisatoren.  

„Nicht nur der traditionell hohe Anteil europäischer Interessenten nährt unsere Hoffnung auf eine zufriedenstellende Fachbesucherfrequenz“, resümiert Steinbrück. „Nach der Absage der Orgatec rechnen wir auch damit, dass vor allem Architekten, die diese Messe besuchen wollten, nun alternativ zur imm cologne kommen werden.“ 

Dass Messeteam entwickelt zusätzlich für die nicht vor Ort anwesenden Teilnehmer ein hybrides Veranstaltungsformat. „Wir werden auf die digitale Erweiterung der Reichweite setzen und dabei von unseren digitalen Formaten des kommenden Herbstes – der Gamescom und der Dmexco – lernen“, zeigt sich Pollmann offen. „Natürlich liegt es in der Natur der Einrichtungsbranche, dass die Produkte digital schwerer zu vermitteln sind als zum Beispiel Games. Dennoch sehen wir gute Ansätze, einige Events der imm cologne zu streamen, ebenso wie hochkarätige Kongressveranstaltungen. Zusätzlich werden Aussteller die Möglichkeit haben, ihre Produkte digital zu präsentieren und somit ihre Reichweite zu erhöhen. In Ergänzung mit unseren digitalen Matchmaking-Möglichkeiten erweitern wir nicht nur die Business Opportunities unser Aussteller, sondern erreichen auch ein breites Spektrum an Besuchern.“