Wie kann eine Marke bekannt werden und das Vertrauen der Kunden gewinnen, wenn sich die eigentliche Zielgruppe in kurzen Abständen immer wieder komplett erneuert? Birgit Meyer, Marketing Director bei Nuk, erzählt, wie das Unternehmen seinen guten Ruf immer wieder aufs Neue verteidigt.

Childhood Business: Welche Rolle spielt die Bekanntheit einer Marke und wie wichtig ist für die Konsumenten der Preis? 

Birgit Meyer, selbst dreifache Mutter, ist bereits seit 2002 bei Mapa. Bei der Marke ist sie für das nationale Marketing verantwortlich.
Birgit Meyer, selbst dreifache Mutter, ist bereits seit 2002 bei Mapa. Bei der Marke ist sie für das nationale Marketing verantwortlich.

Birgit Meyer: Wir feiern 2016 unser 60-jähriges Markenjubiläum. Natürlich spielt die langjährige Marktpräsenz von Nuk ebenso wie das Wissen und die Erfahrung aus all diesen Jahren eine wichtige Rolle für uns. Und ebenso wichtig ist die ständige Weiterentwicklung unserer Produkte und Angebote. Dabei erneuert sich unsere Zielgruppe regelmäßig: Kinder wachsen aus dem Nuk-Alter heraus und neue Kinder werden geboren. Daher müssen wir in unserer Branche ständig das Vertrauen neuer Kunden gewinnen. Die hohe Qualität unserer Produkte ist der Grundstein dafür. Um diese Qualität jederzeit gewähren zu können, ist uns ein angemessener Preis für unsere Produkte wichtig.

CB: Auf welche Weise schafft es Nuk, im „Relevant Set“ der Konsumenten zu bleiben? 

BM: Um im Relevant Set der Konsumenten zu bleiben, pflegen wir den engen Kontakt zu den Eltern, beispielsweise auf Verbrauchermessen, über die Marktforschung und über den Austausch auf Social-Media-Kanälen. Darüber hinaus gibt es natürlich gezielte Kampagnen zu Fokus­themen und Neuprodukten. Diese Kampagnen beziehen alle für uns relevanten Kanäle ein – von Social Media und Empfehlermarketing über Printmagazine bis hin zur Kommunikation am POS.

CB: Wie entwickeln Sie die Produkte immer wieder fort?

BM: Die Zusammenarbeit mit Experten spielt für uns in der Weiterentwicklung bestehender Produkte und in der Schaffung neuer Sortimente seit jeher eine wichtige Rolle. Das sind zum Beispiel Wissenschaftler, Mediziner und Hebammen. Auch Produktdesigner und Materialexperten tragen mit ihren Anregungen dazu bei, dass Nuk-Produkte immer den höchsten Ansprüchen genügen. Und nicht zuletzt sind auch all unsere Kunden Experten für das Leben mit einem Baby. Die Anregungen, die wir von Müttern und Vätern aus dem Familienalltag erhalten, spielen für uns eine bedeutende Rolle, um unser Angebot immer weiter zu optimieren.

CB: Mit welchen Maßnahmen binden Sie den Einzelhandel an Ihre Marken? 

BM: Uns ist es wichtig, individuell auf unsere Partner einzu­gehen – zum Beispiel in Form von Kooperationen oder Exklusivangeboten.  Im Herbst/Winter  2016 bringen wir zum Beispiel das „Nuk Welcome Set“ auf den Markt, das exklusiv im Babyfachhandel erhältlich sein wird. Darin ist erstmals der „My first Nuk“-Schnuller im Handel zu kaufen, der bisher nur als Willkommensgeschenk und im Nuk-Online-Shop erhältlich war. Dieser Artikel wurde bei uns zum Beispiel über die Social-Media-Kanäle stark nachgefragt. Solche Strömungen nehmen wir auf und geben sie an den Handel weiter, wo es möglich ist. Auch wenn Nuk bei vielen großen Ketten vertreten ist, ist der Fachhandel für uns unverzichtbar. Schließlich beginnt dort die Markenbindung. Darum ist die gute Unterstützung der kleineren Händler äußerst wichtig.

CB: Gibt es Trendthemen im Bereich der Schnuller und Babyflaschen? 

BM: Genau wie in der Mode ist die Individualität ein wichtiges Kriterium. Eltern wollen mit Baby­accessoires einem persönlichen Stil und der Persönlichkeit ihres Babys Ausdruck verleihen. Ein Trend geht aus unserer Sicht daher zu personalisierten Produkten, wie wir sie zum Beispiel mit der Namensgravur auf Cups und Schnullern in unserem OnlineShop bereits anbieten.

CB: Vor einem Jahr haben Sie Ihre Produktpalette mit „Mom’s Daily“ um einen Vitamindrink erweitert. Wie kam es zu dieser Idee? 

BM: Unser Sortiment geht ja schon lange über Fläschchen, Schnuller und andere Baby-Accessoires hinaus. Zum Beispiel unterstützen wir Mütter mit unserem Stillsortiment und speziellen Pflegeprodukten. Durch gezielte Marktforschungen haben wir herausgefunden, dass junge Mamas ihren neuen „Full­time-Job“ als wunderschön empfinden – aber auch als sehr anstrengend. Viele von ihnen vermissen ihre frühere Vitalität. Da war es für uns ein logischer Schritt, unsere Unterstützung weiter auszubauen und einen Drink anzubieten, der mit sieben Vitaminen und drei Mineralien auf die Bedürfnisse von Müttern zugeschnitten ist. Mit der Kampagne #starkeMütter ist es uns gelungen, diese Unterstützung auch über die sozialen Medien zu transportieren.