Gravitry war einer der Besteller von Ravensburger in 2018
Gravitry war einer der Besteller von Ravensburger in 2018

Die Ravensburger Gruppe teilte mit, dass der Umsatz der Gruppe im letzten Jahr um 4,3 Prozent, währungsbereinigt sogar um 4,9 Prozent, auf 491,2 Mio. Euro gewachsen ist. Das Unternehmen sieht sich gegenüber einem im Umfeld der allgemein stagnierenden internationalen Spielwarenmärkte im Aufwind.

Gerade Deutschland und in den USA, wo sich Ravensburger mit zwei Akquisitionen in den letzten Jahren eine stärkere Position aufgebaut hat, wuchs das Unternehmen besonders stark. Als besonderer Umsatzbringer erwies sich in 2018 die selbst entwickelte Kugelbahn „Gravitrax“, die nach ihrer Einführung in Deutschland auch international sehr gut angenommen wurde. Das Unternehmen sieht seine Innovationskraft in der Ende des Jahres erschienen interaktiven Spielzeugkonsole ohne Bildschirm „toi+“ bestätigt.
Vorstandsvorsitzender Clemens Maier ist sich vor dem Hintergrund der jüngsten Geschäftszahlen sicher: „Gerade in Zeiten der Digitalisierung vieler Lebensbereiche wird mehr haptisch gespielt. Menschen suchen das soziale und gemeinsame Spielerlebnis als Entspannung vom digitalen Alltag. Unsere Ravensburger Marken sind hier relevanter denn je.“
In Deutschland stieg der Umsatz der Ravensburger Spielwaren 2018 um 6,9 Prozent auf 141,9 Millionen Euro. Um den gleichen Wert stieg ihr Abverkauf aus dem Handel – und damit stärker als der deutsche Spielwarenmarkt, der laut NPD Eurotoys um zwei Prozent wuchs. Ravensburger steigerte seinen Marktanteil und steht nach Angaben des Unternehmens an dritter Stelle im deutschen Spielwarenmarkt. Bei den für Ravensburger wesentlichen Warengruppen Spiele, Puzzles und Kreativprodukte sein das Unternehmen Marktführer in Deutschland.
Deutscher Topseller der Ravensburger Gruppe in 2018 war die Kugelbahn Gravitrax, die schon Knie 2017 im Weihnachtsgeschäft durchstartete. Weitere Bestseller sind das 3-D-Puzzle „Porsche 911 R“, und „Tiptoi Create“, eine Neuauflage des audiodigitalen Lernstifts „Tiptoi“, der jetzt auch Stimmen und Geräusche aufnehmen kann. Auch seit Jahren erprobte Kinderspiele wie die „Kakerlakak“-Reihe erreichten sechsstellige Absatzzahlen.
Aktuell präsentiert das Unternehmen auf der Nürnberger Spielwarenmesse: Die bildschirmlose Spielzeugkonsole „toi+“, eine Eigenentwicklung, die Ende 2019 in den Handel kommt. Kernstück ist der „Core“, ein knapp handtellergroßer Kern mit Sensoren, Prozessor und Lautsprecher, der in verschiedene Spielzeuge vom Bewegungsspiel bis zum Logiktrainer eingesteckt wird.

Ausbau des USA-Geschäfts trägt Früchte

Im Ausland legten Ravensburger Spielwaren um 3,9 Prozent auf 276,3 Millionen Euro zu. Dabei litt die positive Entwicklung unter dem teilweise schwachen Marktumfeld in Europa. Dafür erzielte das Unternehmen starke Steigerungen in den USA. Dafür trugen insbesondere die Akquisitionen von zwei amerikanischen Spieleherstellern bei. So landete die Marke Wonder Forge mit ihrem neuen Brettspiel „Disney Villainous“ in den USA einen Verkaufserfolg von rund 250.000 verkauften Exemplaren. Und die Denkspielmarke Thinkfun trug mit Titeln wie „Gravity Maze“ und „Rush Hour“ ebenfalls zum Wachstum des Ravensburger USA-Geschäfts bei.
Der deutsche Kinder- und Jugendbuchmarkt legte im vergangenen Jahr laut Media Controlum 3,2 Prozent zu. Deutlicher wuchs das Ravensburger Buchgeschäft mit einem Plus von 7,7 Prozent auf 68,7 Millionen Euro.

Ravensburger strukturiert sich neu

Da die Spielwaren- und die Buchmärkte im Wandel begriffen sind und immer mehr Konsumenten Spielwaren und Bücher im Internet suchen und kaufen, konzentriert sich die  Handelslandschaft weiter. Daher hat die Ravensburger Gruppe ihre Strategie neu ausgerichtet und formiert seine Vertriebe um. So beabsichtigt das Unternehmen, die bislang getrennten Vertriebsorganisationen für Spielwaren und Bücher zu einer gemeinsamen Organisation zusammenzuführen. Der Vertrieb soll künftig marken- und produktübergreifend ausgerichtet werden. Dieser Schritt verschafft Ravensburger im Handel ein größeres vertriebliches Gewicht und verschlankt zugleich die durch Firmenzukäufe komplex gewordene Ravensburger Organisationsstruktur. In fast allen Standorten im Ausland sind die Vertriebsorganisationen bereits zusammengefasst.