Nichts erst durch die Auswirkungen der Corona-Pandemie im jahr 2020, sondern schon seit mehreren Jahren zeichnet sich ein Wandel im Babyfachhandel – sowohl auf Seiten der Hersteller als auch im Fachhandel. Der jüngste Coup: Im Bestreben, Marktanteile zu steigern, werden die EK/Servicegroup und Baby-Plus verschmolzen.

Diese Nachricht zeichnete sich bereits seit einigen Wochen ab, nachdem die Verbundgruppen zu ihren Generalversammlungen eingeladen hatte. Denn als genossenschaftlichen Organisationen bedarf es der Zustimmung der Mitglieder, um derartige Entscheidungen zu treffen.

Dass die beiden Verbundgruppen künftig gemeinsame Sache machen, wurde mit den Zustimmungen der Mitglieder möglich. Bereits am letzten Samstag kam dazu die Generlaversammlung der Würzburger Baby-Plus zusammen. Und nach dem dem Placet vom Wochenende kam gestern auch von der Vertreterversammlung der EK/servicegroup die Freigabe der Fusion zustande. Beide Gremien haben im übrigen einstimmig zugestimmt. Rechtlich handelt es sich nach Angaben des Unternehmens um eine Verschmelzung der unterfränkischen Babygruppe auf die EK Unternehmerplattform. 

„Die enge Zusammenarbeit mit mittelstandsorientierten Handelsorganisationen wie Baby-Plus ist fester Bestandteil unserer strategischen Ausrichtung. Wir werden die Idee des qualifizierten Wachstums zum Vorteil des Babyfachhandels ab sofort gemeinsam in die Zukunft tragen“, freut sich der EK Vorstandsvorsitzende Franz-Josef Hasebrink über die anstehende Verstärkung. 

Beide Gruppen sind seit Jahren im Austausch miteinander. Vor dem Hintergrund der Entwicklungen im Markt beurteilen auch die Baby-Plus-Verantwortlichen der Zusammenschluss als konsequent: „Die EK und wir haben nicht nur ähnlichen Strukturen, sondern vor allem die gleichen Werte und Ziele. Die Bündelung sämtlicher Aktivitäten, der Ausbau relevanter Leistungen und die Wahrnehmung durch die Konsumenten als gemeinsame Händlermarke wird die Wettbewerbsposition aller Anschlusshäuser spürbar stärken“, so Ralf Deschner, Vorstand bei Baby-Plus.

Potenziale bei Konditionen und Marktdurchdringung 

Zu Baby-Plus zählen aktuell rund 150 Mitglieder, vor allem in Deutschland, aber auch in der Schweiz und Österreich. Im Family-Bereich der EK/servicegroup, die nur einen kleinen Teilbereich der Verbundgruppe darstellt, sind nur knapp 40 selbständige Babyfachhändler als Konzeptpartner von HappyBaby, sondern insgesamt rund 160 Händler mit einer Babyabteilung, teilweise auch aus dem Möbelbereich, als Partner der Zentralregulierung zusammengeschlossen. Mit der Fusion entsteht damit eine Verbundgruppe, die rund 300 Babyfachhändler vereinigt.

Für Jochen Pohle, Bereichsleiter der für den Babybereich zuständigen Business Unit EK Home, hat die neue Verbindung nicht nur positive Auswirkungen auf den Wirkungsgrad gegenüber der Industrie bei Konditionsverhandlungen, sondern birgt gleichzeitig ein hohes Expansionspotenzial für die Markenstore-Lösung „HappyBaby“ der EK: „Die effiziente Marktdurchdringung unseres Erfolgskonzeptes mit zurzeit rund 40 Teilnehmern wird an Fahrt aufnehmen. Dafür werden wir uns weiterhin auf die Bedürfnisse der Zielgruppen konzentrieren, ohne die gute Zusammenarbeit mit der Industrie aus den Augen zu verlieren“, richtet Pohle den Blick nach vorn.

Auch Baby-Plus-Vorstandsmitglied Claudia Götz sieht viele Vorteile für die Handelspartner der beiden Gruppen: „Wir bündeln unsere Aktivitäten für den inhabergeführten Babyfachhandel und werden damit die Marktposition unserer Mitglieder nachhaltig stärken. Gemeinsam sind wir doppelt stark.“