Die weitere Verlängerung des Lockdowns bis zum 7. März 2021 stellt eine weiter andauende Belastung für den stationären Modefachhandel dar. Der BTE Handeslverband Textil bezeichnet die Fortdauer als „Desaster der Fashionbranche“. Die vom Verband und einzelnen Unternehmen vorgebrachten Argumente für sichere Öffnungsszenarien bleiben ungehört.

Nach Berechnungen des BTE werden dem stationären Fashionhandel selbst im umsatzschwachen Februar jede Woche mehrere hundert Millionen Euro Umsatz verloren gehen.

Rolf Pangels folgt beim BTE ab Mai 2019 auf Jürgen Dax.
Rolf Pangels folgte beim BTE ab Mai 2019 auf Jürgen Dax.

„Per Ende Februar dürften sich die Verluste des Winter-Lockdowns in den Textil-, Schuh- und Lederwarengeschäfte damit auf rund 15 Milliarden Euro aufsummiert haben“, klagt Rolf Pangels, Hauptgeschäftsführer des BTE Handelsverband Textil. „Es ist der blanke Horror“, ergänzt er. 

Viele Händler und Unternehmen hätten inzwischen ihre Rücklagen und Reserven aufgebraucht. Die Gefahr vermehrter Insolvenzen steige von Tag zu Tag. Und immer mehr Mitarbeiter in der Branche hätten Angst um die Zukunft ihrer Arbeitsplätze, ergänzt Pangels das Szenario. 

Im März 2021 wird sich nach Einschätzung des BTE die Situation noch einmal dramatisch verschärfen. Denn der Start in die Frühjahrsaison und speziell die Wochen vor Ostern sind für die Fashionbranche eine der wichtigsten Verkaufszeiträume.

„Wenn die Geschäfte dann noch geschlossen sind, wird das vielen Fashionhändlern endgültig das Genick brechen und zusätzliche Leerstände in den Innenstädten hinterlassen“, prognostiziert Pangels. 

Unverständlich sie die weitere Schließung der Geschäfte auch deshalb, weil zahlreiche und unabhängig voneinander erstellte Studien und Gutachten belegten, dass der stationäre Einzelhandel kein Hotspot für Corona-Infektionen sei.

Pangels betont dazu: „Der Fashionhandel leistet also ein sinnloses Sonderopfer zur Pandemiebekämpfung, während so manch dubiose online Verkaufsplattform von der Politik mit zusätzlichem Umsatz und Gewinn beglückt wird. Die Politik opfert derzeit die Fashionbranche auf dem Altar einer scheinbar einzig möglichen Strategie zur Covid-Bekämpfung: der Schließung von Geschäften.“ 

Die Verbesserungen der am 10. Februar 2021 gestarteten Überbrückungshilfe III kommen dem Fashionhandel zwar zugute, können aber bei weitem nicht die hohen Umsatzausfälle und Verluste, die sich durch die Geschäftsschließungen ergeben, ausgleichen.

Unternehmen, die von der CoronapPandemie und dem aktuellen Teil-Lockdown stark betroffen sind, können für die Zeit bis Ende Juni 2021 staatliche Unterstützung in Höhe von monatlich bis 1,5 Millionen Euro erhalten. Diese muss nicht zurückgezahlt werden.

Die endgültige Entscheidung über die Anträge und die reguläre Auszahlung durch die Länder wird ab März 2021 erfolgen. Bis dahin können Unternehmen Abschlagszahlungen von bis zu 100.000 Euro pro Fördermonat erhalten. Die ersten Abschlagszahlungen mit Beträgen von bis zu 400.000 Euro starten ab dem 15. Februar 2021.

Die Antragstellung für die Überbrückungshilfe III erfolgt über die bundesweit einheitliche Plattform www.ueberbrueckungshilfe-unternehmen.de.

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Als Chefredakteur hat Martin Paff die Branchenmagazine "Childhood Business" und "Childhood Shoes" gegründet. Die Zeitschriften bieten eine Plattform, um die Akteure und Experten im Bereich der Kindermode, Kinderschuhe sowie Erstausstattung miteinander zu vernetzen, relevante Themen aufzubereiten und diese attraktiv zu vermitteln. Als Vater eines Sohnes kennt er viele Aspekte aus eigener Anschauung.