Im Rahmen einer Pressekonferenz zum Start der digital ausgerichteten Messe EK Fun kündigte Franz-Josef Hasebrink, Vorstandsvorsitzender der EK/servicegroup, an. Das anstehende “Vierte Gesetz zum Schutz der Bevölkerung bei einer epidemischen Lage von nationaler Tragweite” gebe der Bielfelder Verbundgruppe, zusammen mit anderen Verbundgruppen und Organisationen, einen Ansatzpunkt, gegen die ungleiche Behandlung des stationären Handels im Vergleich zu reinen Online-Playern anzugehen, so Hasebrink.

Franz-Josef Hasebrink - Vorstand EK Servicegroup
Franz-Josef Hasebrink – Vorstand EK Servicegroup

Kritikpunkt, die Hasebrink bereits in der Vergangenheit mehrfach vorgetragen hatte, zuletzt Ende März 2021 in einer an den nordrhein-westfälischen Ministerpräsidenten Armin Laschet gerichteten Videobotschaft, ist, dass sich der stationäre Handel durch zahlreiche Maßnahmen nicht als Hotspot für Coronaansteckungen erwiesen habe. Dennoch müsste die Geschäfte geschlossen bleiben, während die gleichen Waren “wettbewerbsverzerrend” durch Online-Händler oder teilweise gar auch Lebensmittel-Discounter verkauft werden können.

“Wir brauchen wirksame Maßnahmen zum Schutz der Menschen vor dem Corona-Virus. Die Schließungsverfügung des Fachhandels per Notbremse halten wir für ungeeignet und völlig überzogen. Der Fachhandel wird gegenüber anderen Wirtschaftsbereichen stark benachteiligt, obwohl alle Studien belegen, dass vom Handel keine große Infektionsgefahr ausgeht. Darüber hinaus ist die Ungleichbehandlung verschiedener Handelsbranchen aufgrund einer sogenannten Systemrelevanz kaum nachvollziehbar. Die Pandemie muss mit der Pinzette und nicht mit dem Holzhammer bekämpft werden”, skizziert der Hasebrink auf der digitalen Pressekonferenz im Rahmen der EK Fun die Lage.

Das Engagement ist nach seiner Einschätzung angesichts der anstehenden erneuten politischen „Notbremse“ mit rigorosen Einschränkungen des Fachhandels bitter nötig. “Die unternehmerischen Existenzen im Fachhandel dürfen nicht weiter gefährdet werden”, bringt Hasebrink die aktuelle Lage mit drastischen Worten auf den Punkt.

Rückblick auf 2020: minus 4,7 Prozent

Die Schließungen des Einzelhandels haben sich auch in dem Geschäftsergebnis der EK/servicegroup in 2020 niedergeschlagen. Das zeigt der Rückblick des Vorstands auf das vergangene Geschäftsjahr, das vor dem Hintergrund der allgegenwärtigen Krisenlage mit einem Umsatzrückgang von 4,7 % auf 2,2 Mrd. Euro (2019: 2,3 Mrd. Euro).

Dabei zeigt sich Hasenbrink zuversichtlich und bezeichnete den Geschäftsgang als “sehr zufriedenstellend”. Immerhin habe man sich “marktkonform entwickelt, in weiten Teilen aber sogar besser als das Umfeld”.

Einmal mehr habe sich die breite Aufstellung der EK ausgezahlt, hieß es weiter. Während die beiden Geschäftsfelder “EK Fashion” (-23,9 %) und “EK Sport” (- 17,1 %) ein Minus verzeichneten, entwickelten sich alle anderen Geschäftsfelder der EK positiv. Firmenkonjunkturen sind hier vor allem bei Händlern zu vermelden, die auf EK Shopkonzepte wie “Electroplus” oder HappyBaby mit verbindlichen Marketingkampagnen setzen. So steigerten trotz der Umstände die Bereiche ihre Umsätze wie den der “EK Home” auf 750 Mio. Euro (2019: 716 Mio Euro), die der “Special Accounts” legten gar um 9,9 Prozent auf 487 Mio. Euro zu.

Mit dem Ausschüttungsvolumen an die Händler als zentralem Maßstab für den Erfolg einer Verbundgruppe zeigte sich der EK Vorstand ebenfalls einverstanden. Hier wurde mit fast 23 Millionen Euro das hohe Niveau der Vorjahre erneut erreicht. Nach Ausschüttung beträgt das Jahresergebnis der Gruppe rund 3,2 Mio. Euro.

EK Fun als digitales Messeformat

Nach dem corona-bedingten Ausfall der EK Fun im vergangenen Jahr hat sich die EK/servicegroup seit der Ausrichtung der EK Live im Januar 2021 als digitaler Messeausrichter hervorgetan. Die Bielefelder Verbundgruppe entwickelt zur EK Live ein rein digitales Veranstaltungskonzept.

Auf dieser Basis verspricht auch die EK Fun am 21. und 22. April 2021 ein ebenso sicheres wie gewinnbringendes Messeevent zu werden. Als Zielsetzung gibt das Management der EK/servicegroup die Devise aus: “volle Konzentration auf die erfolgreiche Positionierung des Fachhandels auch in Krisenzeiten”.

Auf der digitalen Family-Ordermesse EK Fun können Fachhändler als registrierte Besucher per Mausklick am heimischen Monitor auf das Lagerprogramm und ausgewählte ZR-Artikel aus den Sortimentsbereichen Spielwaren, Babyartikel inklusive Textilien sowie PBS von rund 85 Ausstellern und auf über 100 Marken zugreifen.

Babyfachhändler treffen dabei auf das neu gestaltete Baby-Lagersortiment und die neuen Herbst-/Winter-Kollektionen von EK Fashion. Hier sorgt das aus Biobaumwolle gefertigte Newborn-Programm von Babyface mit originellen Designs für eine von immer mehr Kunden und Händlern nachgefragte Nachhaltigkeit, die zudem gute Margen bietet. Für größere Kinder bietet das Programm zum Schulanfang vieles, was in einer gerade für junge Menschen extrem belastenden Zeit zumindest für kleine Lichtblicke sorgt.

Natürlich stehen auch auf dieser EK Messe die Digitalleistungen im Fokus. Hier werden die Weiterentwicklungen auf der Compravo.de-Mehrbranchenplattform ebenso vorgestellt wie die aktuellen Social-Media-Aktivitäten im Konzeptportfolio von HappyBaby. Das breite Dienstleistungsangebot und eine Workshop-Reihe mit unternehmensrelevanten Themen runden das Messe-Programm ab.

„Die EK FUN hat das Potenzial, unsere Handelspartner auch für die Zeit nach Corona fit zu machen. Und damit das noch besser klappt, bieten wir neben Top-Konditionen eine Valutierung der Messeeinkäufe bis zum 30.11.2021“, verweist Jochen Pohle, Bereichsleiter der Business Unit EK Home, auf ein weiteres starkes Argument für den Besuch der digitalen EK Fun.

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Als Chefredakteur hat Martin Paff die Branchenmagazine "Childhood Business" und "Childhood Shoes" gegründet. Die Zeitschriften bieten eine Plattform, um die Akteure und Experten im Bereich der Kindermode, Kinderschuhe sowie Erstausstattung miteinander zu vernetzen, relevante Themen aufzubereiten und diese attraktiv zu vermitteln. Als Vater eines Sohnes kennt er viele Aspekte aus eigener Anschauung.