Denkt man an die Lollypop, kommen einem die temporären Show­rooms „Skylofts“ in den Sinn. Doch das Modecentrum Hamburg, so erläutert Centermanager Andreas Weuster, bietet noch mehr.

Childhood Business: Wie hat die Corona-Pandemie das Mode­centrum Hamburg getroffen?

Andreas Weuster: Wir hatten 2019 unser historisch bestes Jahr mit einer Vermietungsquote von 96 Prozent. In 2020 und 2021 reduzierte sich die Vermietungsquote nur im niedrigen einstelligen Prozentbereich. Damit sind wir angesichts der zunächst befürchteten Rückgänge zufrieden. Inzwischen haben wir sogar eine ganze Reihe neuer Mietverträge ab 2022 mit ganz regulären Laufzeiten von drei und fünf Jahren abgeschlossen. 

CB: Haben Sie Ihre Mieter konkret unterstützt, um die wirtschaftlichen Auswirkungen abzumildern?

AW: Wir haben sehr schnell und proaktiv allen Mietern in den Jahren 2020 und 2021 jeweils eine Monatsmiete geschenkt, obwohl das Modecentrum nicht einen einzigen Tag geschlossen werden musste. Uns war sehr wichtig, dass wir alle Mieter gleich behandeln, egal wie groß oder stark eine Marke oder ein Mieter ist. Dieses Entgegenkommen, verbunden mit dieser Gleichbehandlung, wurde von unseren Mietern sehr dankbar aufgenommen.

CB: Welche Rolle spielt die Kindermode bei Ihnen im Haus?

AW: Kindermode ist neben der DOB, der HAKA und den Schuhen seit L angem die vierte und eine wichtige Säule unseres Angebotes. Besonders freut es uns, dass nicht nur bestehende Mieter einen immer größeren Flächenbedarf haben und sich vergrößern, sondern dass wir beispielsweise mit Wheat und der Green Cotton Group weitere Mieter gewinnen konnten. 

CB: Die Lollypop findet ja schon seit Jahren immer parallel zur Kindermoden Nord statt. Für welche Aussteller bietet sich Ihre Veranstaltung besonders an? 

AW: Wir bekommen immer mehr Anfragen von Ausstellern, die gerne länger als nur drei Messetage lang ausstellen würden. Diesen bieten wir flexible Lösungen für deutlich längere Mietzeiten an. Einige Aussteller bleiben sogar mehrere Wochen. Hinzu kommt, dass in unseren abgetrennten Lofts ein ungestörteres Arbeiten und vertrauliche Gespräche besser möglich sind als auf einer Messe mit offenen Ständen. Unsere Lofts bieten außerdem eine coole Atmosphäre und die Möglichkeit, die Marken individuell zu inszenieren. 

CB: Es scheint, dass immer weniger Kindermodemarken in Show­rooms investieren. 

AW: Was das Modecentrum Hamburg betrifft, können wir diesen Eindruck nicht bestätigen. Im Gegenteil, unsere Mieter investieren zunehmend mehr in attraktive Showrooms. Wie erwähnt, haben wir gerade neue Mieter dazugewonnen, die viel in ihre Showrooms investieren.

Auch unsere bestehenden Mieter, wie beispielsweise Lego Wear oder Steiff, betreiben aufwendig gestaltete Showrooms, in denen die Marken toll inszeniert werden. Andere Mieter haben ihren Showroom kürzlich gar vergrößert wie die Agentur Katrin Kruse oder Salt and Pepper. Für Sterntaler wurde der Showroom komplett umgebaut.

CB: In der Kindermode sind Umsatzchancen geringer. Wird das bei der Vermietung berücksichtigt?

AW: Für alle Mieter sind unsere Preise bereits so attraktiv, dass die Miete kein Hinderungsgrund für einen festen Showroom ist. Das bekommen wir auch von Mietinteressenten regelmäßig bestätigt.

Zu Preisen, die große Messen für drei Tage aufrufen, kann man bei uns mehrere Monate lang mieten. Und wenn man dann noch in Betracht zieht, dass man in einem Showroom seine Marke perfekt inszenieren und beliebig lange Zeit und ungestört arbeiten kann, rentiert sich die Miete schnell.

Größere Kostenfaktoren sind vor allem Kosten für das Personal und die Musterkollektionen. Aus eigener Erfahrung weiß ich, dass gerade das perfekte Zusammenspiel aus einem eindrucksvoll inszenierten Showroom, der persönlichen Beratung und das Begutachten der Kollektion eine erfolgreiche Order ausmachen.

CB: Wird es in Hamburg mal eine Art „Kids Fashion-Etage“ geben?

AW: Wir hatten es mal angedacht, unsere KIKO-Mieter auf einer Etage zusammenzubringen. Doch der hohe Vermietungsstand erlaubt es uns nicht, die nötigen Flächen zusammenzulegen. Auch sind unsere KIKO-Mieter so selbstbewusst und erfolgreich, dass sie die Nähe der Mitbewerber gar nicht benötigen. 

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