Waren Sie bei der Gründung von Blue Effect Jeans nicht skeptisch, sich als neue Kinderjeansmarke neben den großen Namen der Branche behaupten zu können?

Nein, wir haben da gar keine Gefahr für uns gesehen. Wir haben unser Risiko von vornherein minimiert und konnten ohne große Investitionen oder Kosten auf den Markt gehen. Dank der eigenen Produktionsstätten, die mein Partner Gökhan Dogruol besitzt, wurde Blue Effect Jeans seinerzeit innerhalb weniger Tage ins Leben gerufen.

Wie haben Sie beide sich eigentlich kennen­gelernt?

Wir kennen uns bereits seit 25 Jahren durch meine frühere Arbeit in der Kindermode­branche. Ich war in einem anderen Unternehmen für die Kinderlinie zuständig, bin aber kurz vor dem Verkauf des Unternehmens ausgestiegen. Mein jetziger Partner und ich haben ein interessantes Potenzial im Denim-­Segment gesehen und uns konsequent auf das konzentriert, was der Markt braucht.

Was ist es denn genau, was dem doch sehr wettbewerbsintensiv besetzten Denim-Markt aus Ihrer Sicht noch fehlte?

Das sind vor allem einmal kurze Liefertermine und flexible, unkomplizierte Lieferanten mit einem guten Preis-Leistungs-Verhältnis. Unsere Ware kommt zudem nicht aus Fernost, sondern „made in Turkey“ aus Europa.

Mittlerweile hat sich das Label fest etabliert. Was führte zum Durchbruch?

Vor einiger Zeit ging die Nachfrage nach Kinderhosen in Rot, Grün und Blau innerhalb kürzester Zeit in die Höhe. Viele hatten zu dieser Zeit nur geringe oder keine Nachliefermöglichkeiten. Der Markt war wie leer gefegt. Da wir unsere Hosen allerdings immer in Weiß produzieren und diese auf Bestellung wie gewünscht einfärben, waren wir in der Lage, in kürzester Zeit nachzuliefern. Unsere Kunden haben diese Flexibilität zu schätzen gelernt.

Peter Bohlender ist Head of Design/Geschäftsführung Deutschland Blue Effect Jeans