Oft ist es wie mit dem Mond. Erst nimmt er zu, dann wieder ab und dann wieder zu. Diese Parallele wird gern zurate gezogen, wenn sich Entwicklungen gegen den Trend, anders als erwartet, manchmal gar überraschend konträr vollziehen. Und vielleicht werden wir auch in dem Segment der rollenden Ware eine ähnliche Gesamtentwicklung beobachten. Denn zunächst hatten sich die Preise für Kinderwagen und Buggys, mithin auch die für Autositze, in den letzten zehn Jahren spürbar nach oben bewegt.

Neue Anbieter, eine Portion mehr Lifestyle und die Tendenz zu urbanen Designs trugen zum Anstieg bei. Das Ganze findet statt vor dem Hintergrund einer Selfie-Generation, die Facebook in Teilen bereits verlassen und stattdessen Instagram als Selbstdarstellungsbühne für den eigenen Lebensstil entdeckt hat. Da gehören stylishe Accessoires immer häufiger zu den Must-haves und Produkte der Erstausstattung profitieren davon – auch mit der Konsequenz eines steigenden Preisniveaus.

Allein: Im letzten Jahr sanken die Preise wieder. Denn auch wenn der Anstieg der Geburtenrate für die Branche erfreulich verläuft, so legte die Zahl der Anbieter, Produkte und der gehegten Umsatzerwartungen in einem Maße zu, das eine gegenläufige Tendenz provozierte. Immer mehr kapitalgetriebene Eigentümer hinter namhaften Marken mit überzogenen Wachstumszielen wie auf der Gegenseite der ebenfalls kapitalgetriebene Online-Handel mit seiner oftmals obsessiven Ausrichtung auf Preisvorteile für den Kunden haben das Preisgefüge erodieren lassen.

Und so sehen wir heute günstige Kinderwagen, billige Buggys, an denen derzeit keiner verdient, und eine ratlose Handelsbranche, die verkauft, was nachgefragt wird, aber nicht verdient, was nötig ist. Da lässt sich nur hoffen, dass der negative Zenit nahe ist, der Mond wieder zunimmt und eine bereits einsetzende Marktbereinigung am Ende wieder gesunde Strukturen hervorbringt.

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