Veränderung: Zahlreiche große Firmen nehmen an einem Boykott von Facebook teil, um eine höhere Kontrolle von Hate Speech zu erreichen.

Mehr als 750 Werbetreibende boykottieren Facebook und fordern eine bessere Kon­trolle hasserfüllter Inhalte. Diese Zahlen gehen aus einem Bericht der Washington Post von Anfang Juli 2020 hervor. Zahlreiche namhafte Unternehmen streichen ihre bisher eingesetzten Werbegelder und fordern, wie Coca-­Cola, Ford oder der globale Mischkonzern Unilever, dass Facebook Hassreden („hate speech“) aggressiver überwacht.

Die aktuelle Front gegen Facebooks unzureichende Eindämmung von Hassnachrichten und Falschmeldungen ist zugleich der Triumph einer neuartigen Koalition von Bürgerrechtsgruppen und anderen Fürsprecherorganisationen, die die #Stop­HateForProfit-Kampagne initiiert haben und der viele der boykottierenden Unternehmen beigetreten sind.

Die Boykottidee ist eine Reaktion auf die Proteste rund um George Floyd im späten Frühjahr dieses Jahres und kanalisiert die schwelende öffentliche Energie um die Bemühungen, Facebook für seine Inhalte stärker in die Verantwortung zu nehmen. Es ist noch nicht abzusehen, ob der aktuelle Gegenwind Facebook nachhaltig finanziell oder als Marke schadet. Die meisten Anzeigenerlöse kommen derzeit von kleinen und mittleren Unternehmen, nicht von den großen Unternehmen, die Boykott-Schlagzeilen machen. Die KMUs sollten sich ebenfalls überlegen, ihre Spendings zu stoppen.


Cover der Ausgabe, aus dem der Beitrag stammt. Der eben gelesene Beitrag
Werbeboykott großer Kunden gegen Facebook
erschien in der gedruckten Ausgabe 07-08 / 2020 von Childhood Business vom 21.07.2020 auf Seite 77

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