Container sind rar, Häfen überlastet und Linien­­dienste außer Takt geraten. Mit den Frachtraten steigen die Preise. Gleichzeitig vergeht kaum ein Tag, an dem nicht ein neues, bislang nahezu beliebig lieferbares Gut plötzlich als knapp identifiziert wird. So sind Microchips Mangelware, Holzpreise steigen durch die Decke und selbst Kunststoff bereitet Beschaffungsprobleme. In China werden rund 80 Prozent aller weltweit hergestellten Spielwaren produziert. Autositze und zumindest Teile von Kinderwagen kommen ebenfalls aus Fernost. Außerdem zahlreiche Produkte der Baby- und Erstausstattung. Und im Bekleidungsbereich geht es gerade im Winter mit den dann benötigten Funktionsmaterialien kaum noch ohne Zulieferer aus dem Reich der Mitte. 

Auch wenn nicht jeder Hersteller fertige Produkte aus China bezieht, so stecken in vielen Vorprodukten Materialien, die durch die außer Takt geratenen Lieferketten direkt oder indirekt betroffen sind. Und wer aus Asien beliefert wird, muss nicht nur unstete Lieferzeiten sowie saftige Preiserhöhungen verkraften, sondern er kann auch seine Produzenten nicht mehr besuchen. Qualitätskontrollen leiden darunter. Und bereits manch ein Hersteller schiebt nachgewiesene Mängel an der Ware auf genau diesen Zusammenhang. 

Hinzu kommen inzwischen stark gestiegene Energiepreise, die auch das letzte Vorprodukt und jeden Anbieter, Händler und Konsumenten spürbar treffen. Dennoch ist man mindestens verwundert, wenn nicht gar argwöhnisch, dass erst ein Frachter im Suezkanal und dann die wieder angesprungene Nachfrage ursächlich für die Verwirrung der internationalen Produktionsteilung sein sollen.

Eine ungewohnt hohe Inflationsrate ist bereits zu verzeichnen. Und auch wenn darin coronabedingte Basiseffekte enthalten sind, lassen die Lieferkettenprobleme befürchten, dass wir auch in dieser Hinsicht auf eine „neue Normalität“ zusteuern. Zu der gehört übrigens auch, dass Verlage seit Monaten kaum Papier bestellen können. Wer weiß, vielleicht gerät Childhood Business eines Tages auch noch auf die Liste der knappen Güter. 

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Cover der Ausgabe, aus dem der Beitrag stammt. Der eben gelesene Beitrag
Wie die babylonische Sprachverwirrung
erschien in der gedruckten Ausgabe 11-12 / 2021 von Childhood Business vom 26.11.2021 auf Seite 3

Hier geht es zu ausgewählten Beiträgen aus der Ausgabe. Nicht alle Inhalte sind Online zu lesen. Die komplette Ausgabe können Sie im Shop hier bestellen.

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