Wheat begrüßt den frühen Termin der Ciff Kids im Juni 2022.
Wheat begrüßt den frühen Termin der Ciff Kids im Juni 2022.

Wenn zum 59. Mal zur CIFF Kids nach Kopenhagen geladen wird, ist alles wir immer – und doch anders. Denn erstmals rückt der Termin an den Anfang der Saison. Wer sich also wie üblich einen Besuch für den August des Jahres vorgemerkt hat, muss gehörig umdisponieren. Denn nun heißt es bereits am 19. Juni 2022: Herzlich Willkommen zu den neuen S/S-2023-Kollektionen der Kindermodewelt. Und auch der Besuch der „großen CIFF“ fällt nunmehr weg. Manche begrüßen diese Entscheidungen …

„Ein lebendiges Gipfeltreffen für Kindermarken […] wie man es seit 2020 nicht mehr gesehen hat“, verspricht CIFF-Direktorin Christina Neustrup. „Produkte für alle Altersgruppen von Neugeborenen bis hin zu ‚Nicht jetzt, Mama!‘ sind vertreten und eine breite Palette an coolen, farbenfrohen und cleveren Kreationen steht wieder einmal im Mittelpunkt des Bella Center Copenhagen.“

Dabei bezieht sich der Hinweis auf das lange nicht mehr Gesehene, dass die skandinavische Kindermodenmesse coronabedingt ausfallen musste und danach zwar wieder statt-, aber wie fast alle Orderveranstaltungen nur in reduzierter Form zurückfand.

Nun also soll es im Sommer 2022 wieder so richtig losgehen. Ein Gipfeltreffen soll es gar werden. Und auch wenn es noch bis zum Start gut vier Wochen hin sind, eine Ahnung des anzutreffenden Teilnehmerfelds ist bereits auf der Website zu arrondieren.

Hier sind bislang knapp 90 Marken verzeichnet, was noch nicht wieder ganz zu der Anzahl an ausgestellten Kollektionen im letzten Sommer oder diesem Frühjahr aufschließen lässt. Frische Impusle, immer ein guter Grund für einen Messebsuch, sind bisher kaum zu erwarten, da bisher nur mit Nordic Lemon ein echter Neuzugang aus Lettland zu verzeichnen ist.

Vor Corona waren es immerhin noch zwischen 130 und 180 Labels, wenige Jahre zuvor sogar noch bis zu 300. Die anvisierten Gipfel sind also nicht mehr ganz so hoch. Der Anspruch aber ist ungebrochen, sieht man sich laut einer Pressemitteilung nicht weniger „als Startpunkt der großen europäischen Fachmessen für Kindermarken“ und ist der Meinung, dass „die Einkäufer ihre Aktivitäten zunächst in Kopenhagen und dann auf der Pitti Bimbo in Florenz konzentrieren, bevor sie Anfang Juli auf der Playtime in Paris ihren Abschluss [sic!] ]finden.“.

Zumindest so lange die Veranstaltung ihren Charakter beibehält – eine Schau kommerziell attraktiver skandinavischer Mode in einem stylischen Messeambiente – wird es zumindest (gedeckt) farbenfroh und hoffentlich wieder etwas lebendiger.

Mit der Verlagerung des Termins in den Juni, noch vor die Pitti Bimbo, zielt man veranstalterseitig darauf, potenzielle Besucher mit der Möglichkeit einer frühen Kollektionsschau zu locken. In Zeiten, in denen so manche Labels Schwierigkeiten haben, ihre Musterkollektion fertig zu bekommen, und die es gewohnt sich, diesbezüglich mehr kurz als knapp auf den Start der Pitti Bimbo hinzuentwickeln, ist diese Terminentscheidung als mutig zu bezeichnen – Fortes fortuna adiuvat!

Der Entscheidung sorgt auch dafür, dass Besucher der Messen eben nicht mehr parallel auch die CIFF-Welt der Erwachsenenmode besuchen können. Nach dem Rückzug der Kindermodensektion der Messe vom vormalig genutzten „Forum Copenhagen“ in das Bella Center am Kopenhagener Flughafen, sollte gerade darin ein Vorzug liegen.

Nun muss die Ciff Kids so eigenständig wie noch nie – früher Termin und alleine – für ihre Anziehungskraft sorgen.

Dazu beitragen soll ein Vortragsprogramm, dass mit den Trendexperten der PEJ Gruppen ausgerichtet wird und sich sowohl an Besucher wie die Aussteller richtet.

Die Themen reichen von familienbasierten Recycling-Trends bis hin zu veränderten Konsummustern aufgrund von Covid-19 und der immerwährenden Suche nach einer Antwort auf die Frage: „Was begeistert und bewegt die Kinder und Jugendlichen unserer Zeit?“

Für die Aussteller – und die Einkäufer – bietet die CIFF Kids eine ergänzende digitale Markenplattform, das über ein Matchmaking-Tool Marken und Einkäufer zusammenzubringen sucht.

All diese Initiativen sind Mittel zum Zweck, wenn man CIFF-Direktorin Christina Neustrup fragt: „Uns liegt natürlich sehr viel daran, eine inspirierende Messe zu schaffen, die den Handel und die Sichtbarkeit fördert, aber die Vernetzung ist für uns ebenso wichtig. Wir wollen eine Gemeinschaft von visionären Marken kultivieren und pflegen, die auch füreinander da sind, wenn es darum geht, den Weg für die Zukunft der Kindermode und Lifestyle-Produkte zu bereiten. Nicht nur in Dänemark, sondern auch im Ausland.“

Der neue Zeitplan für die CIFF Kids wird nach Angaben des Veranstalters in der Branche positiv aufgenommen. So erklärte Thomas Frederiksen, COO und Miteigentümer der dänischen Kindermodemarke Wheat:

„Die Welt, in der wir leben, hat sich in den letzten Jahren massiv verändert, was unter anderem zu einem historischen Druck auf die Lieferkette geführt hat. Das hat dazu geführt, dass die Handelssaison von Jahr zu Jahr früher begonnen hat. Es ist wichtig, dass die Messen, auf denen wir ausstellen, auf diese Herausforderungen vorbereitet sind. Sowohl für uns als Unternehmen als auch für die Einkäufer insgesamt. Die internationale Ausrichtung und die Flexibilität der CIFF sind entscheidende Faktoren, um auch in den kommenden Jahren eine starke, internationale Messe in Kopenhagen zu haben.“

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