Neue Ordertage in den Niederlanden

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Market by Kleine Fabriek - zuletzt im Sommer 2017 - vor der Einstellung der Messe

Market by Kleine Fabriek – zuletzt im Sommer 2017 – vor der Einstellung der Messe

Vor einem Jahr investierte der Veranstalter der Kleinen Fabriek in Amsterdam kräftig in ein neues und aufwendiges Messe-Layout. Alle Kraft konzentrierte sich auf eine Belebung des Formats, das in den letzten Jahren immer weniger Besucher anzog. In konzentrisch angelegten Gängen kreiste alle Kraft um die Frage: gibt es eine Zukunft der Messe? Nun lautet die Antwort offenbar nein.

Manchmal drohen auch News von weitreichender Bedeutung einfach unterzugehen. Als die Nachricht vom Veranstalter der Kleinen Fabriek eintrudelte, unterschied sie sich kaum von den allfälligen Messevorankündigungen. Erst auf einen zweiten Blick erschloss sich: Die Kleine Fabriek wird nicht mehr neu aufgelegt. In wenigen Zeilen,   bei denen die Headlines länger als der Text waren, verkündete Merel Bunnik, Assistant General Manager des Veranstalters Modefabriek, dass man nach reiflicher Überlegung entschieden habe, das Messekonzept „Market by Kleine Fabriek“ nicht mehr als B2B-Event für die Kindermode- und Lifestyle-Branche fortzuführen. Die Entscheidung fuße vor allem auf den jüngsten Entwicklungen in der Branche für Kindermode, die mit den Veränderungen im Einzelhandelsumfeld einhergingen.

Damit endet nach 25 Ausgaben die größte und wichtigste Veranstaltung auf dem niederländischen Markt. Das ist umso bedauerlicher, als dass der westliche Nachbar über eine sehr lebendige und an ständigen Neuerungen reiche Modeszene verfügt. Niederländische Designer sind anhand von vielen Markenbeispielen vorbildlich, was die Kreation kindgerechter, aber zugleich trendiger Labels anbelangt. Dabei schaffen viele Hersteller preislich attraktive Kollektionen, die sich auf Kinder- und Junioretagen zu einem attraktiven Sortiment zusammenstellen lassen.

Manches hausgemacht

Mit Sicherheit hätte der Erfolg der ohnehin in den Export drängenden Niederländer zum Beispiel auch auf dem deutschen Markt größer sein können. Das eigene Land bietet bei einer hohen Konkurrenzdichte ein nur begrenztes Absatzpotenzial. Was läge da näher, als nach Deutschland zu gehen. Hier hätte die Kleine Fabriek mehr tun können und müssen. Das Einzugsgebiet, zumindest der Westen Deutschlands, ist nah, aber über Jahre fand der Veranstalter kein belastbares Modell, die hiesigen Einkäufer anzusprechen und ins wahrlich besuchenswerte Amsterdam zu locken. Und auch die Aussteller hätten von einer gezielten Vermittlung zwischen den Nationen profitiert, da sich viele Unternehmen schwer-tun, den deutschen Markt mit seinen Besonderheiten für sich zu erschließen.

Die Modefabriek deutet an, künftig mit neuen nationalen und internationalen Veranstaltungen in der Kreativ­branche zu expandieren. Darunter sollen auch auf Verbraucher ausgerichtete Veranstaltungen sein. Derweil gibt es neben dem Event Modefabriek für DOB und HAKA noch die Amsterdam Denim Days sowie seit 2017 auch die New York Denim Days.

Eine geht, schon kommen zwei neue – Ordertage in den Niederlanden

Just Kidz gab es in Amsterdam schon vor Jahren - nun startet sie neu durch

Eine Nummer kleiner:
Mit der Just Kidz belebt sich ein Event neu, der vor Jahren durch die Kleine Fabriek an den Rand gedrängt wurde.

Dennoch müssen die Niederländer künftig nicht auf eine Orderveranstaltung verzichten. Im Gegenteil, haben sich doch mit Just Kidz und Sundayschool gleich zwei neue Events angekündigt. Vom Charakter her handelt es sich um Ordertage, die nicht an den Nimbus der Kleinen Fabriek heranreichen. Rund 50 beziehungsweise 70 Labels werden zu sehen sein. Da noch unklar ist, wie sich die Szene entwickelt, haben nicht wenige Labels beide Formate gebucht. Auch ist das Potenzial der Kleinen Fabriek mitnichten umverteilt. Von zuletzt rund 190 Marken sind nur etwa 40 auf einem der beiden neuen Ordertage zu sehen. Etwa 30 sind zusätzlich zu bisherigen Ausstellern auf Formate nach Deutschland ausgewichen. Weitere sind in anderen Ländern präsent. Aber 60 Labels aus dem Sommer 2017 haben noch keine neue Heimat gefunden. Umgekehrt haben 57 Marken mit der Sundayschool und der Just Kidz eine Präsenz gesucht, die sie bei der Kleinen Fabriek noch nicht hatten. Es ist also Bewegung im Markt. Und auch deutsche Veranstalter könnten davon profitieren.

Just KidzSundayschool
Just Kidz

www.justkidz.nl

World Fashion Centre
Koningin Wilhelminaplein 13
1062 HH Amsterdam
Niederlande

vom 28. 01. 201
bis 29. 01. 2018
Uhrzeit 10 bis 17 Uhr
Kontakt Mike Cats
Telefon +31 (20) 5 11 01 83

Marken ca. 70 Marken u. a. Bardossa, Blue Effect, CarlijnQ, Emile et Rose, Ewers, Frankie & Liberty, Jottum, Love Station 22, Noeser, Zecchino d’Oro

Sundayschool

www.sunday-school.nl

DeFabrique
Westkanaaldijk 7
3542 DA Utrecht
Niederlande

am 14. 01. 2018

Uhrzeit
10 bis 20 Uhr
Kontakt
Rob de Vos
Telefon +31 (6) 20 13 52 93

Marken ca. 50 Marken u. a. Ai & Ko, Arsène et les Pipe­lettes, Baker Bridge, Blue Seven, Cost:bart, Ewers, Grunt, Igor, Jumping the Couch, Yellowsub

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Cover der Ausgabe, aus dem der Beitrag stammt. Neue Ordertage in den Niederlanden
erschien in der gedruckten Ausgabe von Childhood Business:
Ausgabe 11-12 / 2017 vom 22.12.2017 auf Seite 80
Hier geht es zu weiteren Beiträgen aus der Ausgabe.

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