Sébastien de
Hutten gründete 2007 in Paris zusammen mit seiner Schwester Maria Czapska die Playtime, die inzwischen in drei weiteren Städten ausgerichtet
wird.

CB: Die dritte Ausgabe der Playtime Berlin steht vor der Tür. Nach einer starken Auftaktveranstaltung mit über 1.200 Besuchern fiel der Zuspruch Anfang 2018 zu gering aus. Was stimmt Sie zuversichtlich, dass die Ordertage Anfang Juli 2018 wieder zulegen werden?

Sébastien de Hutten: Wir haben sehr hart daran gearbeitet, die dritte Ausgabe der Playtime Berlin zu einem Event zu machen, den professionelle Einkäufer auf keinen Fall verpassen sollten. Wir bieten nicht nur eine einzigartige Selektion deutscher und internationaler Independent-Labels, sondern haben die beiden Tage um ein attraktives Programm bereichert. So wird es einen Pop-up-Store geben, der für Endverbraucher zugänglich sein wird. Er bietet eine Auswahl Berliner Marken an, die unser Partner Little Years kuratiert hat. Wir werden auch einen Business-Talk zu den neusten Entwicklungen im Handel ausrichten und beleuchten, wie nachhaltige Marken davon profitieren können.

CB: Welche Unterschiede sehen Sie eigentlich zwischen dem Markt für Kindermode in Frankreich, wo Ihre Event-Reihe mit der Playtime Paris entstanden ist, und Deutschland, wo Sie mit dem vierten Ableger der Reihe in Berlin in 2017 gestartet sind?

SH: Auch wenn die Unterschiede eigentlich immer schwächer ausgeprägt sind, beobachten wir, dass Franzosen grundsätzlich mehr Wert darauf legen als Deutsche, sich schön und elegant zu kleiden. In Deutschland hingegen kommt dem Komfort ein sehr hoher Stellenwert zu. Das Gute ist, dass immer mehr Marken es verstehen, Kollektionen zu schaffen, in denen sich Stil und Komfort sehr gut miteinander vereinen. Dadurch muss sich der Verbraucher gar nicht mehr zwischen dem einen oder anderen entscheiden.

CB: Eine Besonderheit des Play­time-Formats ist, dass hier eher kleinere Designer ausstellen. Die klassischen und bei vielen Einkäufern etablierten Anbieter aber fehlen. Was denken Sie über eine stärkere Mischung, um die Play­time Berlin relevanter zu machen?

SH: Wir versuchen mit allen Kräften, den Event in Berlin ganz gezielt auf den deutschen Markt hin maßzuschneidern. Und auch wenn es richtig ist, dass wir uns dafür einsetzen, unabhängige Marken zu unterstützen, glauben wir, dass gerade auch manch bereits stärker etablierte Marke durch das Zusammenspiel mit einer Playtime-Selektion profitiert.

CB: Deutsche Einkäufer sind konservativ. Halten Sie sie für mutig genug, um die Markenwelt der Playtime für sich zu entdecken?

SH: Ich denke, in Anbetracht der neuen Herausforderungen, vor denen die Handelswelt steht, ist es nicht länger eine Frage des Mutes, sondern des gesunden Menschenverstandes! Wir können Mode nicht mehr wie vor einigen Jahren konsumieren. Nachhaltige Marken, die wir mit der Playtime Berlin unterstützen, sind ein Teil der Lösung. Und wenn manche Einkäufer keine Veränderungen in der Art, wie und was sie einkaufen, vornehmen, während Wettbewerber das sehr wohl machen, dann wird es über kurz oder lang zu spät dafür sein.

CB: Können Sie einige Marken nennen, die für das besondere Flair einer Playtime stehen?

SH: Es ist natürlich nicht einfach, bestimmte Anbieter exemplarisch aus dem Gesamtfeld herauszuheben. Aber ich denke, Bundgaard, Disana, Easy Peasy, Hevea, Noé & Zoë oder Pololo lassen sich als schöne und repräsentative Beispiele heranziehen, um zu zeigen, um was es uns bei der Playtime Berlin geht.

CB: Viele Aussteller in Berlin kommen nicht aus Deutschland und zahlreiche Marken sind noch sehr jung. So liegt es an Ihnen als Veranstalter, für Besucher zu sorgen. Was macht die Show so besonders?

SH: Die Playtime Berlin ist einfach ein neues Messeformat auf dem deutschen Markt. Es ist sehr intim und mit dem Besuch eines Showrooms zu vergleichen. Es ist so anregend wie eine inspirierende Messe und so interessant wie ein Festival. Es ist diese Mischung, die es zu einem Anlass macht, den man nicht verpassen sollte.

Veranstalter Sébastien de Hutten begrüßt die Gäste seiner Messen auch persönlich.
Veranstalter Sébastien de Hutten begrüßt die Gäste seiner Messen auch persönlich.

CB: Wie unterstützen Sie die Aussteller, die den deutschen Einkäufer und Verbraucher für sich entdecken wollen?

SH: Wir bemühen uns, all unsere Aussteller bestmöglich zu unterstützen. Jeder einzelne von ihnen hat aber ganz unterschiedliche Bedürfnisse. Ausländische Marken, die nach Deutschland kommen wollen, können auf ein Team aus lokalen Experten vertrauen, die über jahrelange Branchenerfahrung verfügen und die Hebel sehr gut kennen, um hiesige Einkäufer und Medien zu erreichen.

CB: Sie werben damit, in Berlin rund 120 Marken zu zeigen. Mitte Juni standen erst knapp 90 fest …

SH: Alles, was ich sagen kann, ist, dass wir jeden Tag sehr hart daran arbeiten, unsere Selektion anzureichern. Aber uns kommt es weniger auf die absolute Zahl als auf das bestmögliche Besuchserlebnis an – und darauf, dass jeder einzelne professionelle Besucher die Messe als qualitativ hochwertig erlebt.

CB: Eine Frage zum Abschluss: Wird es weitere Playtime-Events geben?

SH: Wir überlegen ständig, wie wir Marken und Einkäufer zu besseren Geschäften verhelfen können. Derzeit glauben wir, dass unsere vier Events in Berlin, New York, Paris und Tokio die relevanten Märkte abdecken. Diesen Sommer starten wir Playtime Online, das sich kostenlos und rund um die Uhr in acht Sprachen an alle Einkäufer wendet.

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Cover der Ausgabe, aus dem der Beitrag stammt. Der eben gelesene Beitrag
Playtime Berlin: Im Gespräch zum Start im Sommer 2018
erschien in der gedruckten Ausgabe 07 / 2018 von Childhood Business vom 21.06.2018 auf Seite 59

Hier geht es zu ausgewählten Beiträgen aus der Ausgabe. Nicht alle Inhalte sind Online zu lesen. Die komplette Ausgabe können Sie im Shop hier bestellen.