Das britische Kindermodelabel Frugi hat Plastikbügel aus dem Programm verbannt und setzt auf solche aus Karton. Das Unternehmen will damit dazu beitragen, Einweg-Plastikabfälle in der Bekleidungsindustrie zu reduzieren. Bügel werden künftig sowohl im Großhandels- als auch Endkundengeschäft aus Kartonagen hergestellt sein.

Die meisten Einweg-Plastikbügel landen auf der Mülldeponie beziehungsweise werden in der Müllverbrennung thermisch entsorgt. Allein im Vereinigten Königreich werden nach Angaben des Unternehmens jedes Jahr 100 Millionen Plastikbügel nach einmaliger Verwendung von den Kunden weggeworfen.

Infolgedessen planten viele Bekleidungsunternehmen, so Samantha Dark, die bei Frugi für die Kommunikation zuständig ist, eine umweltfreundliche Alternative. Frugi will daher mit seinen neuen Pappkleiderbügeln, die jetzt allen bestehenden Einzelhändlern zum Kauf in Paketen zu je 50 Stück auf der Website oder kostenlos bei Einzelhändlern mit Gold-POS-Verpackungen zur Verfügung stehen, mit gutem Beispiel vorangehen.

Die Pappkleiderbügel werden aus FSC-zertifizierten und zu 100 Prozent recycelten Materialien hergestellt. Nach dem Gebrauch können sie, da aus Karton, erneut gut recycelt werden. Landen Sie allerdings in Müll reduziert sich der Abfall nicht.

Die Bügel sind strapazierfähig und wurden speziell für alle Größen von Frugi-Kleidung von Neugeborenen bis zu Zehnjährigen entwickelt. Die Kleiderbügel werden mit wiederverwendbaren Metallklammern.

Simon Dowling, kaufmännische Direktor bei Frugi, sagt: „Dies ist ein Meilenstein in der Branche, der den jährlichen Umlauf von Einweg-Kunststoffbügeln in der Bekleidungsindustrie erheblich reduzieren wird. Ich hoffe, dass andere Unternehmen diesem Beispiel folgen werden.“

Das Unternehmen hat sich erst vor Kurzem dazu entschlossen, sich von der Modeagentur Timm zu trennen, die die Marke in den letzten Jahren in Deutschland erfolgreich aufgebaut hatte. Doch das Unternehmen will in Deutschland, künftig nunmehr in Eigenregie, noch stärker wachsen, dieses aber direkt von Großbritannien aus steuern.

Im Juli 2018 verkauften die Gründer Lucy und Kurt Jewson eine Mehrheitsbeteiligung an die Private-Equity-Firma True (true.global). Im August 2018 stieß Hugo Adams als CEO zu Frugi, der zuvor Executive Board Director bei Superdry war. Ziel der der Veräußerung ist es, die Marke noch stärker wachsen zu lassen und sie über mehrere Kanäle zu skalieren.

Seit der Einführung im Jahr 2004 hat sich Frugi zu einem der führenden Kinderbekleidungslabels in Großbritannien entwickelt. Dabei setzt das Unternehmen mit mehr als 100 Mitarbeitern auf Kleidungsstücke aus 100 Prozent Biobaumwolle und auch auf besonders farbenfrohe Styles. Die Marke wird in rund 30 Ländern vertrieben und wies zuletzt zu Ende Mai 2019 einen Jahresumsatz von 12,3 Millionen GBP (2018: 9,8 Mio.) auf. Dabei sank der Gewinn trotz des spürbar gesteigerten Umsatzes vor Steuern leicht von 1,13 auf 1,07 Millionen GBP.