Cybex lanciert Anoris T Weltneheit mit einem Ganzkörper-Airbag für Kinder von 1 bis 6 Jahren.
Cybex lanciert Anoris T Weltneheit mit einem Ganzkörper-Airbag für Kinder von 1 bis 6 Jahren.

Was in einem kleinen Event groß angekündigt wurde, ist jetzt mit Bestnoten bedacht worden: der Autositz „Anoris“, konkret das Modell „Anoris T i-Size“, aus dem Hause Cybex. Mitte November 2021 wurde er in Bayreuth – coronabedingt in nur kleiner Runde – vorgestellt. Hinter der branchenüblich etwas sperrigen Bezeichnung verbirgt sich ein 15 Jahre alter Traum des CEOs Martin Pos, der nunmehr in den letzten sechs Jahren ausentwickelt wurde. Und jetzt mit einer „1,5“ im jüngsten ADAC-Kindersitztest aus dem Mai 2022 die Bestnote unter allen 30 getesteten Produkte erhielt. Das Besondere: Beim „Anoris“ handelt es sich um den Sitz mit Ganzkörper-Airbag …

Cybex lanciert damit erneut eine Innovation und setzt eine Vision um, indem die Ingenieure den weltweit ersten vorwärtsgerichteten Autositz mit integriertem Ganzkörper-Airbag präsentieren.

Für Martin Pos, Gründer der Marke Cybex, wird damit ein lang gehegter Anspruch endlich Realität. Im exklusiven Interview mit Childhood Business schildert er, dass er schon vor anderthalb Jahrzehnten damit haderte, dass Airbags im PKW Standard geworden sind, diese Technologie aber für die Kleinsten nicht zum Einsatz kommt.

Martin Pos, CEO von Goodbaby International Holdings und Gründer von Cybex.
Martin Pos, CEO von Goodbaby International Holdings und Gründer von Cybex. Foto: Goodbaby

„Die Frage war nie ob, sondern wann“, so Pos. „Seit Jahrzehnten gehören Airbags zur Sicherheitsausstattung von Fahrzeugen und schützen Erwachsene im Falle eines Unfalls vor schweren Verletzungen.

Bereits seit Firmengründung im Jahr 2005 hatten wir die Vision eines Kindersitzes, der diese Technologie auch Kindern zugänglich machen soll. Durch die harte Arbeit unseres Entwicklungsteams in den letzten 16 Jahren sowie die Verfügbarkeit neuer Technologien erfüllt es uns durchaus mit Stolz, mit dem Cybex Anoris nun einen solchen Sitz präsentieren zu können.“

Im November 2021 stellte Pos in Bayreuth also das Ergebnis einer lange als unumsetzbar geltenden, inzwischen maßgeblich im Haus selbst entwickelten Vision vor, die er nicht minder als einen „massiven Durchbruch in der Kindersicherheitsbranche“ bezeichnete.

Beim „Anoris T i-Size“ entfaltet sich im Fall eines Crash ein Airbag und verspricht so mehr Schutz für den empfindlichen Nacken. Anders als beim „AxissFix Air“ von Maxi-Cosi aus dem Haus Dorel, das einen Airbag in einer Babyschale bietet, die aber normgemäß für den rückwärtsgerichteten Transport gedacht ist, erlaubt der „Anoris“ die Ausrichtung des Sitzes in Fahrrichtung.

Und da das Modell für Kinder bis zu einem Alter von sechs Jahren geeignet ist, kommt der Sitz also auch tatsächlich in der Fahrtrichtung zum Einsatz, in der eine Abmilderung der schlagartigen Vorwärtsbewegung eines (Klein-)Kindes durch einen Airbag sicherheitssteigernd sinnvoll ist.

Ausgelegt ist der Airbagsitz für 76 bis 115 Zentimeter große sowie bis 21 Kilogramm schwere Passagiere. Verankert wird der „Anoris“ per Isofix. Festgeschnallt werden die kleinen Passagiere über einen vorgelagerten Fangkörper, der mit einem Gurtsystem an den eigentlichen Sitz geschnallt wird.

In eben diesen Fangkörper ist das Airbag-System integriert, das im Fall eines Unfalls den schützenden Luftsack vor dem Kind entfaltet. Dazu wird er innerhalb von wenigen Millisekunden aktiviert und breitet sich C-förmig vor dem Kind aus.

Damit wird ein unkontrolliertes Schleudern des Kopfes nach vorne und damit eine mögliche Verletzung des Nackens verhindert. Gerade bei Kindern ist nicht nur die Nackenmuskulatur weniger stark ausgeprägt, sondern auch das Gewichtsverhältnis zwischen Kopf und Körper zulasten des Köpfchens angelegt.

Video vom Launch-Event des „Anoris“ aus dem November 2021

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Zusätzlich ist im Anoris ein Seitenaufprallschutzsystem integriert. Die Airbag-Technik des Kindersitzes funktioniert ohne Anbindung an die Bordelektronik des Fahrzeugs und der für die Detektion eines Crash sowie die Auslösung des Airbags benötigte Strom kommt aus einer Batterie, über deren Füllstand LED-Leuchten informieren.

LED-Anzeigen geben zudem auch Rückmeldung über die korrekte Montage des Sitzes in Bezug auf das Standbein und die Isofix-Verankerung.

In punkto Sicherheit spricht das Unternehmen spricht von einer 50%-igen Steigerung des Niveaus im Vergleich zu vorwärts gerichteten Kindersitzen mit Gurtsystemen. Das wäre eine Steigerung von 10 Prozentpunkten gegenüber Sitzen des Hauses mit einem Fangkörper, deren Steigerung mit rund 40 Prozent angegeben wird.

Auch im Vergleich zu herkömmlichen rückwärts gerichteten Sitzen bietet der „Anoris“ nach Angaben des Unternehmens eine bessere Gesamtleistung in Bezug auf die aktive und passive Sicherheit. 

Dieser Sicherheitszuwachs hat im Übrigen auch seinen Preis hat. Wie hier übrigens die aktuellen Umstände wie erhöhte Kosten der Lieferlogistik, Covid-19, Inflation und der in der Ukraine sowie der Handelskrieg zwischen den USA und China ihre Zeichen setzen, sieht man an der Preisstellung. So wurde zum Launch im November 2021 der Preis noch mit 699,95 Euro (UVP) kalkuliert. Inzwischen kostet der Sitz aber offiziell mit 749,95 Euro rund 7 Prozent mehr. Erhältlich ist er in sieben Farben.

Im Vergleich dazu startete der „AxissFix Air“ mit 649 Euro und wird von Maxo-Cosi selbst heute für 499 Euro angeboten. Händler bieten das Modell aktuell sogar für gerade mal 280 Euro an.

Insofern das Unternehmen Cybex, das zur chinesischen Goodbaby-Gruppe gehört, über eigenen Crashtest-Anlagen verfügt, die baugleich am Standort in Bayreuth wie in China stehen, waren die Entwickler gut auf den Test durch den ADAC vorbereitet. „Wir waren uns nahezu sicher“, so Pos im Interview mit Childhood Business, „dass die Prüfer vom ADAC gar nicht umhin kommen sollten, dem ‚Anoris‘ eine hohe Sicherheit zu bescheinigen.“

Das komplette Interview finden Sie in der kommenden Ausgabe von Childhood Business im Juni 2022.

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