Mitte Juli 2017 warnte die Stiftung Warentest vor dem Autokindersitz „Optia“ des Herstellers Recaro. Im Rahmen einer aktuell laufenden Testreihe, die gemeinsam mit dem ADAC durchgeführt wird und deren Ergebnisse noch nicht veröffentlicht wurden, beobachteten die Testinstitute, dass sich der Kindersitz bei einem Frontalcrash von seiner Isofix-Basis lösen kann. Das damit einhergehende Sicherheitsrisiko veranlasste die Stiftung Warentest zu einer Warnung vorab. Das Unternehmen wurde parallel informiert und gab bekannt, das Vorkommnis umgehend prüfen zu wollen.

Nach nur wenigen Tagen hat Recaro nun reagiert. Recaro hatte nach Erhalt der Information Maßnahmen eingeleitet um den Grund für das durch die Stiftung Warentest festgestellte Produktverhalten systematisch zu analysieren. Dazu wurden unter anderem statische und dynamische Tests sowie Berechnungen durchgeführt.

Bei unternehmensinternen sowie externen Testläufen auf akkreditierten Testanlagen  vom ADAC, Catarc und Tass ist das beschriebene Fehlerbild nicht aufgetreten. Dabei wurden auch über die gesetzlichen Rahmen hinausreichende Testbedingungen untersucht. Recaro hat sich nun entschieden, alle Sitze des Modells „Optia“ auszutauschen und das Produkt bis aufs weitere vom Markt zu nehmen.

Verbraucher, die einen Kindersitz des Modells Optia von Recaro besitzen, können das Produkt kostenfrei austauschen. Als Ersatz stehen die Recaro-Modelle Optiafix, Young Sport Hero oder Monza Nova IS zur Verfügung. Ab sofort können Verbraucher sich über ein eigens eingerichtetes Onlinetool unter safety.recaro-cs.com für den Austausch registrieren. Für Rückfragen haben wir zudem eine telefonische Hotline eingerichtet: Das Serviceteam ist täglich von 6 bis 22 Uhr in Deutschland unter der Nummer 0800-6863 560 zu erreichen, europaweit unter der Nummer +49 (0) 9255 77-66.

Recaro weist darauf hin, dass alle anderen Recaro-Produkte, die in Kombination mit den Isofix-Basen „SmartClick“ und „fix“ verwendet werden können, von der Austauschaktion nicht betroffen sind.

Zeitgleich gibt das Unternehmen auch eine weitere Austauschaktion einer Teilcharge des Autokindersitz-Modells „Zero.1″ bekannt. Hier wurden Sicherheitsmängel am Gurtsystem beobachtet, die bei vorwärts ausgerichteten Sitzen zu Problemen führen können.

[su_box title=“Institute Catarc und Tass“ box_color=“#203579″]Namhafte Hersteller von Autokindersitzen wie zum Beispiel Britax-Römer, Dorel, Recaro und Takata verfügen über eigenen Crashtest-Anlagen im Haus. Für die Zertifizierung nach den gesetzlichen Anforderungen der jeweiligen Zielländer kommen unabhängige Testinstitute zum Einsatz. Catarc (China Automotive Technology and Research Center) ist die größte Forschungsstelle für Autos in China. Erst Ende 2016 hat sie eine erste Niederlassung im Ausland gegründet, die in München ansässig ist. Zulassungen für den chinesischen Markt erfolgen unter anderem mit Hilfe der Catarc. Die Tass gehört hingegen zur niederländischen TNO-Gruppe und ist selbst in zwölf Ländern aktiv. Einer der Kunden ist Dorel Juvenile, den die Tass bei der Entwicklung des ersten i-Size-Modells „2wayPearl“ von Maxi-Cosi begleitete. [/su_box]